«Wir gehen von einem Beziehungsdelikt aus»

WilderswilAm Montagmorgen hat sich in Wilderswil eine Schiesserei ereignet. Dabei kamen drei erwachsene Personen ums Leben. Die Polizei geht inzwischen von einer Beziehungstat aus.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Wilderswil kam es am frühen Montagmorgen zu einer Schiesserei. Dabei sind drei Personen ums Leben gekommen. Wie die Kantonspolizei Bern am Nachmittag mitteilt, handelt es sich bei allen Opfern um erwachsene Personen. «Gemäss ersten Abklärungen muss von einem Beziehungsdelikt ausgegangen werden», sagte Polizeisprecher Andreas Hofmann am Montagnachmittag in Wilderswil. Weitere Informationen könne er aber zurzeit nicht geben. Für weitere Abklärungen sei die Kantonspolizei Bern mit mehreren Spezialdiensten vor Ort. Die Hauptstrasse war für den Verkehr gesperrt, doch seit 15 Uhr wieder passierbar. Die Spurensicherung wurde ebenfalls abgeschlossen.

Über die genaue Identität der Opfer kann die Polizei nach wie vor keine Angaben machen. Der Tatort befindet sich in der Nähe des Bahnhofs vis-a-vis des Schulhauses. Wie ein Reporter vor Ort weiter berichtet, wurden die drei Leichen vor einem Wohnhaus an der Hauptstrasse aufgefunden. Am Tatort seien weisse Zelte aufgestellt worden. Eines direkt beim Wohnhaus, das andere etwas weiter entfernt auf einem Parkplatz. Laut der Polizei ist der Alarm gegen 7 Uhr eingegangen. In der Folge seien beim Bahnhof Wilderswil drei Personen tot aufgefunden worden.

Hat Ex-Mann seine Frau erschossen?

Wie Recherchen von Bernerzeitung.ch/Newsnet ergaben, soll es sich bei den Opfern um eine Frau und zwei Männer handeln. Wie eine Bekannte der Getöteten erzählt, habe ihr Ex-Mann am Morgen an der Wohnungstür geläutet und als die Frau öffnete, habe er sie mit einem Schuss hingerichtet. Als ihr neuer Partner dazukam, sie sei mit ihm seit rund zwei Monaten verheiratet, habe der Ex-Mann auch ihn getötet. Anschliessend soll sich der Täter selbst hingerichtet haben.

Opfer und Täter sollen zwischen 40 und 50 Jahre alt sein. Sie hätten drei gemeinsame Kinder. Diese seien zwischen 7 und 18 Jahre alt. Laut der Bekannten soll der Mann seine Ex-Frau schon längere Zeit terrorisiert und bedroht haben. Die Familie soll seit rund eineinhalb Jahren in den Haus gewohnt haben. Bei Täter und Opfer soll es sich um gebürtige Portugiesen handeln.


Video: Claudia Salzmann

«Betroffen und traurig»

Die Bluttat erschütterte am Montag das beschauliche Dorf vier Kilometer südlich von Interlaken. Sie sei sehr betroffen und traurig, sagte Wilderswils Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann auf Anfrage.

Sie sei heute Morgen informiert worden und habe auch Kontakt mit der Bevölkerung gehabt. Der Vorfall bewege die Menschen. Derzeit gehe es darum zuzuhören und wo nötig Trost zu spenden, sagte Lehmann. Nähere Angaben zu den Hintergründen der Bluttat konnte auch sie nicht machen.

Anwohner hörte Schüsse

Ein Anwohner sagte vor Ort, er habe gegen 6 Uhr einen Schuss gehört. «Kurze Zeit später fiel ein zweiter und möglicherweise ein dritter Schuss», so der Anwohner weiter. Er habe zuerst an einen Jäger gedacht, dennoch kam es ihm sehr seltsam vor.

Die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort, die Rettungsdienste mit mindestens zwei Ambulanzen. Der Tatort an der Hauptstrasse in Wilderswil war grossräumig abgesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet. Ein Zug der Schynige Platte Bahn war so platziert worden, dass vom Schulhaus keine Sicht auf den Tatort möglich war. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

(Erstellt: 03.11.2014, 17:01 Uhr)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Werbung

Die Welt in Bildern

Schön synchron: Die lettische Flugstaffel «Baltic Bees» zeigt an einer Flugshow in der moldawischen Hauptstadt Kischinau in 39C-Albatross-Maschinen ihr Können (25. September 2016).
(Bild: Dumitru Doru) Mehr...