Region
Drei Tage Rock und einmal Krise
«Es gab keinerlei Ausschreitungen»
Die Zuschauer des Brienzersee Rockfestivals haben ihre Festtauglichkeit erneut unter Beweis gestellt. Das Wetter war zwar nicht erste Sahne, konnte den Festivalgängern aber keinen Strich durch die Rechnung machen. Der Nieselregen vom Freitagabend löste sich bald auf, der Samstag verlief regenfrei und am Sonntag gabs zur Krönung blauen Himmel und Sonnenschein. Das OK um Pressechef Tom Will verbuchte dieses Jahr 3500 Festivaleintritte. Die diesjährige Zuschauerzahl reiht sich damit in den Durchschnitt der letzen Jahre ein. Tom Will zeigte sich trotz nicht ganz ausgeschöpfter Kapazitäten zufrieden. «Klar, wir hätten noch Platz gehabt. Aber wir sind glücklich mit dem Ergebnis», sagte er gestern auf Anfrage. Rund 600 freiwillige Helferinnen und Helfer waren am Wochenende unentgeltlich im Einsatz. Die Sanitäter unter ihnen konnten eine ruhige Kugel schieben. «Es gab keinerlei Ausschreitungen und auch keine Verletzten», so Will. Das Rauchverbot in der Konzerthalle, das dieses Jahr eingeführt werden musste, wurde bedingt eingehalten. Im Stehbereich vor der Bühne hielten sich fast alle daran, auf den Sitzbänken im hinteren Zeltabschnitt jedoch waren vielerorts Qualm und brennende Glimmstängel zu orten. Die Veranstalter hatten laut Will die nötigen Vorkehrungen getroffen und sich an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten. «Aber es wird schwierig mit der Kontrolle, wenn sich 2000 Leute im Zelt vergnügen», sagte er. Dass es einige Ausnahmen trotz Rauchverbots nicht lassen konnten, fiel bei einem so grossen Publikum nicht ins Gewicht. ddt
Die Stimmung am Brienzersee Rockfestival 2009
Interview mit Hamschter
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Am Wochenende ging das Brienzersee Rockfestival in die 22.Auflage. Obwohl das Berner Oberland in den letzten Tagen vermehrt vom Regen heimgesucht wurde, war Petrus zumindest mit den Brienzern gnädig. Das Wetter machte einen Steigerungslauf von Freitag (bewölkt, Nieselregen) auf Samstag (bewölkt, regenfrei) bis gestern, als wieder strahlend blauer Himmel herrschte. Dass die Oberländer festtauglich sind, verriet ein Blick aufs Festivalgelände: Auf dem Campingplatz frönten gute Freunde dem gemütlichen Beisammensein, an der Uferwirtschaft und im Konzertzelt wurde kräftig konsumiert. Einige Abenteuerlustige schnappten sich sogar den Klappstuhl und richteten am See eine provisorische Feuerstelle zum Brätle ein.
Teddy für Büne Huber
Im Zelt ging derweil die Post ab. Die Rocker von Aextra markierten mit ihrem Gig den ersten Höhepunkt des Festivals. «Schibä» und Co. zündeten ein vielfarbiges Bouquet mit bretternden Gitarren und balladesken Klängen. Doch zum ersten Mal sprang der Funke so richtig aufs Publikum über, als Patent Ochsner die Bühne betraten. Die Band legte einen der besten Liveauftritte ihrer ausgedehnten Tour hin. Und für Büne Huber gabs ein Zückerchen der ganz besonderen Art: Mitten im Konzert flatterte ihm ein Teddybär vor die Füsse. «Nei, höret uf, he! Da krieg ich ja die Midlife-Krise», witzelte er über das Geschenk und fügte an: «Welä wott nä?» Zur «W.Nuss vo Bümpliz» erhoben sich schliesslich auch die hintersten Ränge zum Mitträllern. Der satte Refrain aus 2000 Kehlen drang bis zum Parkplatz hinüber.
Lupenreiner Rock
Dass zeitgemässe Rockmusik nicht mit zahllosen «Computerfürzen» ausgestattet werden muss, bewiesen am Samstag die Rocker von Juraya. Die Herren servierten lupenreinen Rock auf dem Silbertablett. Gleich weiter in diesem Stil ging es mit The Sweet: Unvergessen ist ihr Hit «Ballroom Blitz», um die Welt gegangen sein mehrstimmiger Refrain. Die Briten meldeten sich eindrücklich auf die Bildfläche zurück und stellten klar, dass sie trotz geringer gewordener Popularität keine Eintagsfliege gewesen sind.
Bagatello verzückten
Die Highlights am Sonntag waren klar: Shakra und Bagatello. Beide brachten das Festzelt des Brienzersee Rockfestivals zum Erbeben – beide auf ihre eigene Art. Shakra zückten auf die gewohnte Weise das Wörterbuch der harten Gitarren. Statt geschüttelte Mähnen gabs bei Bagatello an einem ihrer letzten Konzerte verzückte Gesichter: Mit ihrer Mischung aus Slapstick, Comedy und Musik verabreichten sie den Zuschauern Lachpillen im Zweisekundentakt. (Berner Oberländer)
Erstellt: 10.08.2009, 09:53 Uhr
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