Drei Piloten starben beim Absturz
Von Jürg Spielmann. Aktualisiert am 26.05.2012 2 Kommentare
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Drahtseile sind gefährlich
Der Jet-Ranger-Helikopter hatte im Kiental in der Region Eggschwand ein Drahtseil durchtrennt und stürzte in der Folge ab. Transport- und Heukabel sind seit Jahren für die Helikopterbetreiber eine grosse Gefahr, wie gestern Daniel Sulzer, Geschäftsführer der Berner Oberländer Helikopter AG Bohag, auf Anfrage bestätigte. «Vor allem jene Kabel, die den Behörden nicht gemeldet werden, behindern uns enorm», sagt Sulzer und weist auf ein laufendes Projekt hin.
So ist geplant, dass Seile ab einer Höhe von 20 Metern über Boden dem Bundesamt für Zivilluftfahrt gemeldet werden müssen, erklärt Sulzer weiter. «Und dies flächendeckend und ohne Ausnahmen.» Die privaten Helikopterbetreiber würden sogar so weit gehen, dass auch bestehende Seile, die weniger als 20 Meter über dem Boden hängen, offiziell zu registrieren sind. Ziel sei es, dass eine Datenbank aufgebaut würde, wo jedes Unternehmen darauf Zugriff haben wird. «So könnten wir das Risiko von Unfällen drastisch reduzieren», gibt Daniel Sulzer zu Bedenken, gebe es doch immer wieder Zwischenfälle, wo gespannte Seile mit im Spiel seien. Man wolle darauf hinwirken, dass bestehende Seile auch abgebaut oder zumindest markiert werden. Dabei sei klar, dass ein allfälliger Rückbau auch mit beträchtlichen Kosten verbunden sein könnte.
Diesbezüglich kann sich der Bohag-Geschäftsführer durchaus eine Kostenbeteiligung seitens der Helibetreiber vorstellen. «Wenn ein Teilerlös der von uns abzuliefernden Mineralölsteuer eingesetzt werden könnte, würde dies einen Anreiz schaffen, das Markieren oder Abbauen dieser gefährlichen Seile ins Auge zu fassen», sagt Sulzer.
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«Ich habe gehört, dass der Helikopter ins Seil der Transportseilbahn, die zur Alp Agne führt, geflogen und dann abgestürzt ist.» Genaue Angaben gebe es nicht, sagte Gottfried Bühler, Obmann der Gemeinde Reichenbach, gestern Nachmittag. Er war hinauf ins Kiental gefahren, in den Spiggengrund, unterhalb der Stelle im Eggschwand, wo am frühen Donnerstagabend ein ziviler Helikopter in unwegsamem Gebiet abgestürzt war. Drei Menschen sind beim Unglück in den Tod gerissen worden.
Opfer: Fluglehrer und Piloten
Bühler, der sich im Gebiet hinter dem Dreispitz gut auskennt, lag mit seiner Annahme richtig. Im gestern auf der Website der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) veröffentlichten Vorbericht wird der mutmassliche Grund für den Absturz genannt. «Der Helikopter durchtrennte ein Drahtseil und stürzte ab», ist zu lesen. Auch wird im Bericht, der «eine kurze und provisorische Orientierung über den Hergang des Unfalls ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Schlussfolgerungen» enthält, offizialisiert, dass es sich bei der Unglücksmaschine um den Typ AB 206B Jet Ranger II der Heliswiss AG in Belp handelt. Die Firma bestätigte dies auf Anfrage – eine Sprecherin sagte auch, dass der Helikopter auf der Basis Bern-Airport gestartet sei.
Zu den Opfern wollte sich das Helikopterunternehmen gestern indes nicht äussern, «zum Schutz der Familien», wie es hiess. Gemäss dem Sust-Vorbericht handelt es sich bei den tödlich Verletzten um drei Schweizer Bürger im Alter zwischen 46 und 53 Jahren. Zwei werden im Bericht als Piloten bezeichnet, eine Person als Fluglehrer. Die Verunfallten – laut Polizei zwei Männer und eine Frau – wurden kurz vor Mittag, nachdem der Zugang zur Absturzstelle gesichert war, mittels Helikopter der Sust geborgen. «Die formelle Identifikation ist zurzeit noch offen», schrieben Staatsanwaltschaft und Kapo in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Angehörigen werden vom Careteam der Kapo betreut.
Im Luftfahrzeugregister des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) wird der abgestürzte Helikopter mit der Immatrikulation HB-XPQ geführt. Die Maschine mit fünf Plätzen war bereits 32 Jahre alt. Die Heliswiss schreibt im Internet, dass der Jet Ranger «einer der vielseitigsten Helikopter und seit den 60er-Jahren bekannt und bewährt» sei.
Gemäss dem Bericht der Unfalluntersuchungsstelle soll sich die Maschine am Donnerstag auf einem Schulungsflug befunden haben, welcher als Sichtflug durchgeführt worden ist.
«Keine einfachen Arbeiten»
Nachdem die Bergungsarbeiten am Vorabend aus Sicherheitsgründen hatten unterbrochen werden müssen, standen gestern im steilen, bewaldeten Gebiet nahe des Eggbachgrabens erneut drei Gebirgsspezialisten der Polizei und zwei Angehörige der Feuerwehr Frutigen im Einsatz. Das erklärte Kapo-Mediensprecher Michael Fiechter vor Ort. Unterstützung erhielten sie durch Mitarbeiter von Helikopterunternehmen. «Die Bergungsarbeiten und die Spurensicherung stehen im Vordergrund», meinte Fiechter. Um etwa 15 Uhr konnte diese abgeschlossen werden. «Das waren keine einfachen Arbeiten», so der Polizeisprecher. Nach wie vor im Gang sind hingegen die Abklärungen zum genauen Unfallhergang.
Beim Absturz vom Donnerstag handelte es sich nicht um den ersten Flugunfall in der Gemeinde Reichenbach. Obmann Gottfried Bühler erinnerte sich gestern an einen Heliabsturz von Ende Dezember 1999. Damals war eine Alouette III der Air-Glaciers nahe dem Bahnhof aus 10 bis 12 Metern abgestürzt, drei Personen wurden teils schwer verletzt. Freunde hatten mit dem Heli ein Hochzeitspaar «entführen» wollen. Doch beim Landeanflug touchierte dieser ein Leitungskabel. (Berner Oberländer)
Erstellt: 26.05.2012, 09:25 Uhr
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2 Kommentare
Ich bin 28 Jahre Helikopter geflogen und muss leider die Schweinerei,Bergbauern,Heuseile,der
"Sieg" der Grünen,Azialen nur bestätigen:acht junge Piloten,teils gute Freunde,sind in ein Seil geraten.Ein Kabelschneider lohnt sich bei kleinen Helikoptern nicht.
Vor allem R.Meier,verunfallt 1980,werde ich stets bei mir tragen.
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