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Drei Beschwerden gegen die Antennen

Von Gabriel Berger. Aktualisiert am 22.02.2012 1 Kommentar

Gegen den Entscheid der Stadt Thun, die geplante Mobilfunkanlage von Orange am Grenzweg 4 zu bewilligen, sind bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion drei Beschwerden eingegangen.

Auf dem Dach des Hauses am Grenzweg 4 im Gwatt möchte Orange eine Mobilfunkanlage errichten. Das entsprechende Profil steht seit langem. Das Gebäude liegt unmittelbar neben der BLS-Bahnlinie Thun-Spiez (links).

Auf dem Dach des Hauses am Grenzweg 4 im Gwatt möchte Orange eine Mobilfunkanlage errichten. Das entsprechende Profil steht seit langem. Das Gebäude liegt unmittelbar neben der BLS-Bahnlinie Thun-Spiez (links).
Bild: Markus Hubacher

Die geplante Mobilfunkanlage mit drei UMTS-Antennen des Anbieters Orange hat weiterhin einen schweren Stand: Gegen das Bauvorhaben der Telekommunikationsfirma auf dem Dach des Hauses am Grenzweg 4 im Gwatt sind bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) drei Beschwerden eingegangen. «Es kommt jetzt zu einem Schriftenwechsel zwischen den verschiedenen Parteien in dieser Angelegenheit», sagt Matthias Spack, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Rechtsamt des BVE, zum weiteren Vorgehen.

Je nach Bedarf würden Vertreter der Direktion in nächster Zeit einen Augenschein vor Ort nehmen und weitere Beweise zur Beurteilung des Standorts einbeziehen. «Mit einem Entscheid der BVE ist daher frühestens in drei bis vier Monaten zu rechnen», hält Matthias Spack fest. Zu den Verfassern der drei Beschwerden machte Spack gegenüber dieser Zeitung keine Angaben.

Anwohner kritisiert die Stadt

Das Bauinspektorat der Stadt Thun hatte Orange Mitte Januar die Baubewilligung erteilt und damit 21 Einsprachen von Anwohnern abgewiesen. Begründet wurde der Entscheid unter anderem damit, dass das Projekt zonenkonform sei sowie die bau- und planungsrechtlichen Vorschriften erfülle.

Ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will und eine der drei Beschwerden eingereicht hat, ist mit der Arbeit der Thuner Behörden nicht zufrieden: «Die Stadt hat bei ihrem Entscheid gewisse Dinge liederlich geprüft. So wurde etwa der Abstand von den Natelantennen zu meinem Wohnzimmer falsch berechnet.» Eigens in Auftrag gegebene Messungen eines Geometers hätten dies bestätigt. «Die falschen Berechnungen ergeben logischerweise auch andere, höhere Strahlenwerte, denen wir ausgesetzt wären», gibt der Anwohner zu bedenken.

Zudem bezweifelt derselbe Anwohner nach wie vor die Notwendigkeit der Anlage am geplanten Standort. «Das Wohnquartier ist weniger dicht besiedelt als anderswo. Wieso sollten die Natelantennen also gerade hier montiert werden?», fragt sich der Einsprecher. Zum Aspekt Notwendigkeit hatte die Stadt im Januar in der schriftlichen Baubewilligung vermerkt, dass für das Projekt «keine Pflicht zur Erbringung eines Bedürfnisnachweises oder zur Evaluation von Alternativstandorten» bestehe, da es die Bau- und Planungsvorschriften erfülle.

Auch Leist mit Beschwerde

Eine weitere Beschwerde stammt vom Gwatt-Schoren-Buchholz-Leist. Vor Monatsfrist wollte sich Präsident Stefan Wiedmer noch nicht festlegen, ob der Leist das Ja der Stadt zur Mobilfunkanlage anfechtet. «Wir werden das weitere Vorgehen im Vorstand besprechen», sagte Wiedmer damals. Inzwischen wurde ein Anwalt eingeschaltet und die Beschwerde eingereicht. «Uns stört vor allem die Tatsache, dass kein alternativer Standort für die Natelantennen geprüft wurde. Dabei hatten wir sogar welche vorgeschlagen», erklärt Leist-Mitglied und früherer Präsident Kurt Rizzi.

Der Kampf von Orange für eine Mobilfunkanlage im Gwatt zieht sich nun schon mehrere Jahre hin. Ein erstes Baugesuch mit Standort am Rainweg 6 – unweit des Grenzwegs gelegen – rief im Sommer 2008 insgesamt 37 Einsprecher auf den Plan. Wenige Monate später lehnte die Stadt Thun das Projekt ab, mit der Begründung, dass die Antennen als Fremdkörper wirken und das Ortsbild stören würden. Das aktuelle Baugesuch von Orange für die gleiche Mobilfunkanlage datiert vom Winter 2010. Damals hatten sich die erwähnten 21 Einsprecher gegen die Antennen ausgesprochen. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 22.02.2012, 08:33 Uhr

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1 Kommentar

Simon Anderegg

22.02.2012, 10:18 Uhr
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Jeder möchte Mobilempfang, jedoch keine Antennen. Die Mobilkommunikation kann nur bestehen, wenn die Antennen auch dort gebaut werden, wo der Empfang benötigt wird! In der Schweiz sind die Maximalwerte sowieso viel zu Streng, dass es halt mehr Antennen benötigt um eine gute Netzabdeckung zu betreiben! Antworten



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