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Diskussion um TGV-Verbindung nach Thun und Interlaken
Von Guido Lauper. Aktualisiert am 15.03.2010 3 Kommentare
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Der Wirbel war perfekt, als die Sektion Espace Mittelland (Pro BEM) von Pro Bahn und Interlaken Tourismus in dieser Zeitung am 10.März die TGV-Direktverbindung Paris–Interlaken forderten. Unmut löste auch der Vorschlag aus, die in absehbarer Zeit eine halbe Stunde kürzere Verbindung via Basel zu wählen statt durch den Jura.
Aus kürzer wird länger
«Die direkten und unabhängigen Verbindungen Paris–Bern via Neuenburger Jura sollen beibehalten werden. Gemäss Fahrplanentwurf ‹TGV Rhin-Rhône› 2012 ist ein direktes TGV-Angebot Paris–Bern–Interlaken via ‹TGV Rhin-Rhône›–Basel ab 2012 unrealistisch.» Das meint Franz Kissling, Berater für Angebotskonzepte und Fahrpläne in Bern.
Sechs von sieben möglichen Verbindungen Paris–Basel–Paris im 2-Stunden-Takt sind bereits mit Weiterführung nach/von Zürich geplant. Es kämen somit nur eine unabhängige, mit Flügelzügen maximal zwei Direktverbindungen Paris–Basel–Interlaken in Frage. Kissling erwähnt aber die beschränkte Kapazität einer Flügelzugkomposition im Schweizer Binnenverkehr. In den vorliegenden Fahrplanentwürfen stünden zudem für eine direkte TGV-Verbindung zwischen Basel und Interlaken in den entsprechenden Stunden keine Fahrplantrassen zur Verfügung, da diese mit den zweistündlich verkehrenden Zügen Basel–Brig(–Milano) belegt seien. Bisher hatte der Fahrplanfachmann Vorschläge für eine Beschleunigung der Verbindung Paris–Neuenburg–Bern mit konkreten Zahlen und mit der Option einer Verlängerung nach Interlaken den Kantonen Bern und Neuenburg vergeblich vorgestellt. Er bedauert, «dass die SBB die Verbindung via Neuenburg und Pontarlier seit Jahren mit allen Mittel bekämpft, eine Verlängerung nach Interlaken verunmöglicht und auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2009 mit der Tochtergesellschaft Lyria auch die Aufhebung des zweiten TGV-Zugpaares zwischen Paris und Bern beschlossen hat».
Der Plan der SNCF
Eine Hoffnung bleibt: Im Fahrplanentwurf 2012 der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF wird eine Verbindung Bern–Paris via Neuenburg mit einer Reisezeit von 4:22 angegeben (Bern an 22:15, Bern ab 7:41). Franz Kissling: «Eine Verlängerung nach und von Interlaken am späten Abend und frühmorgens wäre eine willkommene Ergänzung des bestehenden Angebots und sollte auf dieser Basis erneut geprüft werden».
Kein Thema fĂĽr die SBB
«Das Potenzial für eine Erweiterung des TGV Lyria zwischen Bern und Interlaken Ost ist nicht vorhanden» hält SBB-Mediensprecher Jean Louis Scherz fest, der mit seiner Aussage auch die SBB/SNCF-Tochtergesellschaft TGV-Lyria vertritt. Scherz begründet die Ablehnung mit Marktstudien, in welche auch Schweiz Tourismus involviert gewesen sei, die kein grösseres Potenzial aus Frankreich ins Berner Oberland sehen. «Würde sich der Club Méditerranée interessieren, dann wäre es nur für die Samstage», fährt der Mediensprecher fort: «Aber an diesem Tag herrscht sowieso schon Rollmaterialknappheit.» Scherz ergänzt: «Dazu kommen noch Fahrplan- und Betriebsprobleme, um einen zusätzlichen Zug zwischen Bern und Interlaken Ost zu führen.» Einerseits sei es schwierig, zusätzlich Trassen zwischen Bern und Thun zu organisieren, andererseits beschränke der Einspurabschnitt zwischen Spiez und Interlaken Ost den Betrieb ohnehin. An der Mitgliederversammlung von Pro BEM am Samstag in Interlaken herrschte die Meinung vor, lieber die Verbindung Paris–Bern durch den Jura aufrechtzuerhalten, als mit der Forderung via Basel alles zu verlieren.
Pro BEM wehrt sich gegen die aus Spargründen vorgeschlagene Schliessung von Postautolinien. Rolf Widler von Interlaken Tourismus vermutete in seinem Referat zur TGV-Verbindung, der Infrastrukturausbau in Bern und damit die Direktverbindung Zürich Flughafen–Interlaken kämen erst im Jahr 2018 zu Stande. (Berner Oberländer)
Erstellt: 15.03.2010, 10:44 Uhr
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3 KOMMENTARE
Wann erwachen unsere Bahnplaner endlich und merken was für ein Potential an Reisenden und Touristen zwischen Paris und der Schweiz auf der Achse Paris - Dijon - Neuchâtel - Bern - Interlaken angezapft werden kann? Es muss nicht immer alles über Basel und Zürich fahren! Paris - Bern - Visp - Brig wäre auch noch eine Alternative!
wer zu spät kommt, den bestraft das leben. interlaken hat offensichtlich genug lange gewurstelt, so dass wichtige züge mit dem lötschbergtunnel das oberland nur noch durchfahren. visionäre investitionen wie zum beispiel die linienführung aus der stadt zu nehmen, sind wegen partikularinteressen nie gemacht worden. würde mich nicht überraschen, wenn das wallis vor dem oberland einen tgv hat.
Vor zehn Jahren bestand am Abend der Halbstundentakt Bern - Interlaken; seit Dezember 2007 verkehrt nur um diese Zeit nur noch jede Stunde ein direkter Zug. Interlaken - Zürich ist nur noch mit Umsteigen möglich. Mir wären gute interne Verbindungen wichtiger als direkte Züge nach Berlin, Paris und Wladiwostok.
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