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Die «Zueflucht» verliert den Vertrag

Von Bruno Petroni. Aktualisiert am 08.02.2012 2 Kommentare

Die Christlich-Therapeutische Wohngemeinschaft Zueflucht in Adelboden bekommt vom Kanton keinen neuen Leistungsvertrag mehr: Ende Juni müssen die Drogenabhängigen das Haus verlassen.

Bekommt vom Kanton keinen neuen Leistungsvertrag: Die Christlich-Therapeutische Wohngemeinschaft Zueflucht in Adelboden. Die  Teilnehmer und Arbeitnehmer werden das Haus Ende Juni verlassen müssen.

Bekommt vom Kanton keinen neuen Leistungsvertrag: Die Christlich-Therapeutische Wohngemeinschaft Zueflucht in Adelboden. Die Teilnehmer und Arbeitnehmer werden das Haus Ende Juni verlassen müssen.
Bild: zvg

Nur ein halbes Jahr nach der Schliessung der abstinenzorientierten Suchtfachklinik Marchstei in Kehrsatz schliesst der Kanton auf Ende Juni nun auch die Christlich-Therapeutische Wohngemeinschaft (CTW) Zueflucht am Blumenweg in Adelboden. An einer ausserordentlichen Hauptversammlung vom Montagabend wurden die Mitglieder des Vereins CTW Zueflucht mit der schlechten Nachricht aus Bern konfrontiert. Der Vorstand sucht jetzt nach Lösungen, wie das Haus dennoch weitergeführt werden kann. So ist auch eine Privatisierung eine Option. Jedenfalls ist eine Arbeitsgruppe geplant, welche die Möglichkeiten für einen künftigen Betrieb abwägen soll.

In seiner Medienmitteilung von gestern Abend drückt der Vorstand der CTW Zueflucht sein Bedauern über das Ende seiner Institution aus: «Die 21 Jahre lange, erfolgreiche Suchthilfe hat der Zueflucht bis heute ihre Existenzberechtigung gegeben und hätte für deren Weiterführung gesprochen.» Es komme nun zur Kündigung von zehn Mitarbeitenden. Der Verein Zueflucht bleibe aber bestehen und plane, sich weiterhin sozialdiakonisch zu engagieren, wie Präsident Rolf Wyder im Pressecommuniqué des Vereins schreibt.

«Sinkende Nachfrage»

Laut kantonaler Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) ist die Nachfrage im Bereich der Suchttherapie in den letzten zehn Jahren ständig gesunken: «Die Auslastung der CTW Zueflucht war in den letzten Jahren ungenügend», begründet Claudia Mettler auf Anfrage den Entscheid des Kantons Bern. Die zuständige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Gesundheitsförderung und Sucht sagt auch, dass die staatliche finanzpolitische Situation weitere Defizite nicht erlaube: Ziel des Kantons ist es, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen. Dazu gehört auch, den am 30. Juni auslaufenden Leistungsvertrag mit der CTW Zueflucht nicht mehr zu erneuern. Im Kanton Bern stehen zurzeit 134 Therapieplätze zur Verfügung; rund ein Viertel davon in sogenannten Gastfamilien, der Grossteil aber in von vier Organisationen geführten Therapieeinrichtungen, wie auch die CTW Zueflucht eine ist.

20 Jahre gegen Drogen

Die CTW Zueflucht wurde 1991 mit der Aufnahme von zwei Asylantenfamilien aus dem damaligen Jugoslawien und Kurdistan eröffnet. Mit sechs Therapieplätzen bietet das Haus suchtmittelabhängigen Männern und Frauen einen strukturierten Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Mit therapeutischer Begleitung sollen diese Teilnehmer den Weg zurück in ein suchtmittelfreies und geordnetes Leben finden. In 20 Jahren konnten 128 Teilnehmer betreut werden. Aufgrund der Annahme der umstrittenen Verschreibung eines Heroinprogramms durch das Schweizer Stimmvolk wäre die CTW Zueflucht künftig verpflichtet, auch heroinabhängige Personen aufzunehmen, die in der kontrollierten Drogenabgabe verbleiben wollen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.02.2012, 08:24 Uhr

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2 Kommentare

Housi Knecht

08.02.2012, 08:58 Uhr
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Der Kanton hat klar das Konzept lieber Drogen abgeben als den etwas mühsameren aber menschenwürdigeren Weg der Abstinenz zu beschreiten. Kein Wunder wenn die Nachfrage nach Therapieplätzen zurück geht, wenn der Staat gratis Drogen abgibt die von den Mitbürgern via Krankenkasse und Steuern finanziert werden. Das ist der vorgeschlagene Weg der Psychiatrie und Psychologen , welche das sagen haben. Antworten


Paul Stettler

08.02.2012, 14:34 Uhr
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Die GeF verschleudert lieber Millionen in Massnahmen, die in ihr ideologisches Konzept passen, als dass eine christliche und abstinenzorientierte Institution erhalten wird. Ich wünsche mir, dass auf privater Basis unabhängig von GeF-scher Willkür weiterhin Menschen auf dem Weg in ein suchtfreies Leben begleitet werden. Antworten



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