Triftgebiet

Die Triftbrücke hat alles verändert

TriftgebietSeit 15 Jahren bewarten Monika und Walter Lüthi die SAC-Windegghütte im Triftgebiet. Die letzten fünf Jahre erfreut sich die Hütte dank der Triftbrücke grosser Beliebtheit. Das war früher anders, das Hüttenleben schwieriger.

Die 14 Monate alte Lorena ist zum ersten Mal in ihrem Leben zu Besuch in der Windegghütte (1887 m) bei Grosi und Grossätti Monika und Walter Lüthi. Das Hüttenwart-Ehepaar führt das Haus  bereits im 15. Jahr.

Die 14 Monate alte Lorena ist zum ersten Mal in ihrem Leben zu Besuch in der Windegghütte (1887 m) bei Grosi und Grossätti Monika und Walter Lüthi. Das Hüttenwart-Ehepaar führt das Haus bereits im 15. Jahr. Bild: Bruno Petroni

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Das freut Grosi und Grossätti aber: Enkelin Lorena besuchte sie in diesen Tagen in der Windegghütte – Nebel, Regen und Schneetreiben hin oder her. Das 14 Monate junge Meiteli war das allererste Mal in der 119-jährigen Hütte, die vom Ehepaar Lüthi seit 15 Jahren geführt wird.

Angefangen hat alles vor 15 Jahren, nachdem Tochter Martina völlig begeistert von einem Einsatz als Hüttenhilfe in der Rotondohütte und später Tällihütte nach Hause zurückkehrte: «Martina schwärmte vom Hüttenleben, und nur gerade drei Tage später kam sie heim und sagte, die Windegghütte sei zu haben», erinnert sich Walter Lüthi.

Zu Fuss zur Hobbyhütte

Bis zum Bau der neuen Triftbrücke kannten nur wenige Leute das Triftgebiet. Die ab dem Chäppeli an der Sustenpassstrasse zur Underi Trift führende Gondelbahn der Kraftwerke Oberhasli (KWO) war bis dahin firmeninternen Fahrten vorbehalten. Selbst Lüthis als Hüttenwarte stiegen in den ersten zehn Dienstjahren noch jedes Mal vom Chäppeli aus die knapp 900 Höhenmeter zu Fuss auf. «Die Bewartung der Windegghütte war finanziell nicht rentabel – es war eher ein Hobby. Trotzdem dauerte der Hüttensommer damals schon mehr als 100 Tage», sagt Walter Lüthi.

Rekordzahlen erreicht

Seit 2005 befinden sich sowohl die Windegghütte, als auch das KWO-Bähnli in ihrer Blütezeit: Die Eröffnung der Rekordbrücke an der Trift und entsprechender internationaler Medienrummel rückten das Triftgebiet in den Fokus der Öffentlichkeit. Seither können sich Lüthis an Schönwetter-Wochenenden kaum noch vor Reservationsanfragen retten. Monika Lüthi (58): «Letzten Sommer musste ich mal an einem Samstag über 600 Absagen erteilen, denn unsere Hütte hat nur 47 Schlafplätze.» Die jährlichen Übernachtungszahlen stiegen mit einem Schlag von 800 auf die Rekordzahl von 3605 im vergangenen Jahr. «Diese enorme Zunahme der Hüttenbesucher war denn auch der Grund, dass wir die zweite von uns bewartete Hütte, die Bächlitalhütte im Grimselgebiet nach vier Jahren abgegeben haben. Es wurde uns einfach zu viel», erinnert sich Walter Lüthi.

Bächlital oder Windegg

Ohne die Mithilfe ihrer Kinder Thomas (38), Tanja (36), Katja (31) und Martina (29) wäre der Arbeitsaufwand in diesen Jahren gar nicht erst zu bewältigen gewesen. Monika Lüthi: «Zeitweise haben die Kinder die Windegghütte fast im Alleingang betreut.» Die Wahl, ob man nun die Bächlital- oder Windegghütte behalten solle, fiel den Lüthis nicht leicht. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Stammgäste fiel die Entscheidung schliesslich auf die Windegghütte. «Auch die vier Kinder bevorzugten Windegg», sagt Walter Lüthi. Wie lange er das Refugium der SAC-Sektion Bern noch betreuen wird, weiss er noch nicht: «Aber sicher nicht mehr weitere 15 Jahre.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.09.2010, 09:48 Uhr

Bergsteigerpionier und Bergretter in grosser Not

Gemeinsam mit seinem Brienzer Freund Walter Fuchs war Walter Lüthi im Jahr 1969 der erste Haslitaler, der die Eigernordwand durchstiegen hat. Acht Jahre später bestieg der Bergführer zusammen mit Kameraden der SAC-Sektion Bern von Ladakh aus den 6137 Meter hohen Stok Kangri im Himalaja. «Danach, machten wir noch die Erstbesteigung des eigenartigen, 5800 Meter hohen Nebengipfels namens Norbu Ree, der gänzlich aus Quarz bestand. Wir nannten ihn dann den Diamantstock», erinnert sich Lüthi.

In den Jahren als Hüttenwart half er gar manchem Wanderer aus der Not. So auch gleich am ersten Tag dieses Hüttensommers, am 12. Juni: «Da musste ich beim Triftsee einen Deutschen holen, der sich hoffnungslos verstiegen hatte. Und in der selben Nacht war dann auch noch ein Wanderer ennet der Triftbrücke in den Felsen blockiert, was die Unterstützung der Kollegen der Alpinen Rettung nötig machte.»

Eine heitere Episode erlebte Lüthi vor wenigen Jahren mit drei Hamburgern, die sich unterwegs im Nebel verloren hatten und die Schweizerische Rettungsfluchwacht (Rega) zu Hilfe riefen. «Fast gleichzeitig trafen dann die Drei und auch der Rega-Helikopter bei unserer Hütte ein. Und die drei Deutschen sind sich dann ganz schön a Chare gfahre – und haben wohl die Rega-Rechnung geteilt», erzählt Lüthi lächelnd. Um den vielen Besuchern der Triftregion für ihre Rückkehr ins Tal die Wartezeit beim KWO-Bähnli in der Unteren Trift zu erleichtern, richtete Walter Lüthi (68) bei der Bergstation ein kleines Bistro ein. Und hier und da führt der erfahrene Hasliberger Bergführer, der auch über viele Jahre einen eigenen Forstbetrieb mit bis zu 30 Angestellten geführte, auch mal einen Gast in die Berge.

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