Die Jungfrau leuchtet patriotisch
Von Katharina Merkle. Aktualisiert am 03.01.2012 1 Kommentar
Gerry Hofstetter hat unterhalb des Gipfels der Jungfrau auf 3380 Metern über Meer ein Camp eingerichtet. Mit seinem Team wohnt er während neun Tagen auf dem Gletscher. Von dort aus beleuchtet er noch bis am 8. Januar die Jungfrau, falls das Wetter dies zulässt. Dargestellt werden das Schweizer Kreuz, ein Zug der Jungfraubahn und ein Porträt von Adolf Guyer-Zeller (1839–1899), dem Gründer der Jungfraubahn. Die Temperaturen auf dieser Höhe können bis auf minus 30 Grad fallen.
Mit der Beleuchtung der Jungfrau begannen am 1.Januar die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum der Jungfraubahn. Am 21.Februar 1912 hatten italienische Mineure mit einer gewaltigen Ladung Dynamit den Durchschlag auf dem Jungfraujoch geschafft. Sie vollendeten den Bau des Eisenbahntunnels, der durch die Berge Eiger und Mönch zur höchsten Bahnstation Europas führt. Aus dem Pionierwerk ist die bedeutendste Bergbahn der Schweiz geworden. Heute befördert die Jungfraubahn jährlich rund 700000 Personen. Am 1. Januar ist auf der Kleinen Scheid-egg zudem der Art-Run eröffnet worden: eine Kunstausstellung für Skifahrer.
Am 28.Dezember hat Gerry Hofstetter (49) mit grossem Aufwand am Schneehorn sein Basislager errichtet. Er liess vier Baucontainer von Lauterbrunnen zum Schneehorn hinauffliegen – sein temporäres Hotel quasi. Auch die vier teuren Lichtprojektoren wurden auf Platz geflogen: «Jeder dieser Apparate leistet 12000 Watt», so Hofstetter, der trotz gebrochenem Sprunggelenk im knietiefen Neuschnee auf 3400 Metern herumhumpelte – notabene mit selbst gemachten, tiefschneetauglichen Krücken.
Das Schneehorn zwischen Jungfraujoch und Silberhorn ist zum kleinen Gletscherdörfchen geworden: Noch sechs Tage verbringt Hofstetter dort mit seinen Leuten in einer flachen Mulde am Fusse der Jungfrau-Nordwand. In einem ersten Testlauf hatte der Zürcher die Jungfrau bereits vor wenigen Wochen während eines Abends beleuchtet, damals allerdings ohne die ganze Infrastruktur auf Platz zu haben.
Gerry Hofstetter hat weitere Projekte laufen. So will er am 100. Jahrestag des Titanic-Dramas am 14.April in Grönland einen 270 Meter grossen Eisberg mit einer Abbildung des Unglücksschiffs beleuchten, und im August steht eine Lichtshow im Monument Valley im Süd-westen der USA auf dem Programm. kle/bp;Jungfrau-Beleuchtung
Bildstrecke auf
lichtspektakel.jungfrau.bernerzeitung.ch. Webcam auf
www.jungfrau.ch> (Berner Oberländer)
Erstellt: 03.01.2012, 06:31 Uhr
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