Lauenen

Die Hüttensanierung muss warten

LauenenBaustopp in der SAC-Geltenhütte in Lauenen: Um den Besuchern nicht die Bauerei zuzumuten, wird die Hütte bereits nach den Sommerferien geschlossen und die 1,3-Millionen-Sanierung erst dann beendet.

Leben auf der Baustelle: Hüttenwart Ueli Stalder öffnet die SAC-Geltenhütte im kommenden Sommer nur während sieben Wochen. Danach wird die Südfassade der Hütte um mehrere Meter bis zu den gut sichtbaren, neuen Betonelementen nach aussen versetzt.

Leben auf der Baustelle: Hüttenwart Ueli Stalder öffnet die SAC-Geltenhütte im kommenden Sommer nur während sieben Wochen. Danach wird die Südfassade der Hütte um mehrere Meter bis zu den gut sichtbaren, neuen Betonelementen nach aussen versetzt. Bild: Bruno Petroni

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«Bis zum 11.August geht hier oben in Sachen Bauerei erst mal gar nichts mehr»: Ueli Stalder (60), seit über 13 Jahren Hüttenwart der SAC-Geltenhütte auf 2002 Meter über Meer, steht zwischen der neuen Hüttenfassade im Rohbau. Bis Ende April bleibt der 60-jährige Krattiger in der Hütte, um das Geschäft mit den Skitourenfahrern zu führen. «Danach ist die Hütte bis zum 20.Juni geschlossen.»

Ab dann und bis zum Ende der Schulferien Anfang August wird er die Hütte noch für die Sommersaison offen halten, «dann schliessen wir zwei Monate früher als üblich, um die umfangreichen Bauarbeiten zur Sanierung der Hütte zu beenden».

Rücksicht auf die Adler

Ursprünglich war geplant, die Arbeiten in diesem Frühling bereits abzuschliessen. «Wir sahen aber, dass die leichte Verzögerung beim Bau den eintreffenden Gästen heuer in die Quere gekommen wäre und umgekehrt. Dazu kommt, dass durch die Material-Helikoptertransporte das Adlerpärli am nahen Follhorn drüben in diesen Wochen beim Brüten gestört werden könnte», sagt Stalder. Die vor 44 Jahren erbaute Geltenhütte steht im Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen, 600 Höhenmeter über dem Lauenensee.

Der Rohbau der neuen Fassade wurde nach Aushubarbeiten der Terrasse im letzten Herbst mit rund hundert Betonflügen und der Errichtung von massiven Steinkörben erstellt (wir haben berichtet). Dieses Provisorium bleibt in den nächsten Monaten so stehen, wie es ist; die neue Betonfassade umrahmt quasi die Sonnenterrasse (Bild). Und auch die neue Betonplattform als Decke für einen vergrösserten Kellerteil und grössere sanitäre Einrichtungen auf der Nordseite des Gebäudes bleibt bis August im Rohbau bestehen. «Wir haben auch beschlossen, die Anzahl der bestehenden zwei WC für unsere bis zu 89 Hüttengäste zu verdoppeln und die Waschräume zu vergrössern. Auch in der Küche, die zwar vor 15 Jahren bereits gründlich saniert worden ist, gibts einige kleine Anpassungsarbeiten», sagt Ueli Stalder.

100 Quadratmeter mehr

Als vor 3 Jahren die Notwendigkeit diskutiert wurde, wie man das eindringende Regenwasser an der Südfassade der Geltenhütte baulich stoppen will, stand erst mal der Ersatz der Fenster zur Diskussion. Später plante die Sektion Oldenhorn als Besitzerin der Hütte eine Art Wintergarten. Schliesslich entschlossen sich die Verantwortlichen dazu, gleich die gesamte 14 Meter breite Hüttenfassade um einige Meter hinauszuversetzen.

Durch die auf diese Weise gewonnenen 100 Quadratmeter haben künftig alle 89 Hüttengäste die Möglichkeit, am Abend gleichzeitig zu essen, was bisher aus Platzgründen nicht möglich war. Auch werden die Schlafplätze breiter, und es gibt zusätzliche Stauräume. «Und die feuerpolizeilich heutzutage längst nicht mehr ausreichende, schmale Treppe ins Obergeschoss ist ab kommendem Herbst ebenfalls Geschichte», freut sich Stalder. Bereits letzten Herbst wurde das Problem der Wasserreserven gelöst, indem das Tankvolumen von 2000 Litern mit einem zweiten eingebauten Wassertank verdoppelt wurde.

Für knapp ein Drittel der 1,3 Millionen Franken teuren Sanierung kommt die Sektion Oldenhorn als Hüttenbesitzerin selber auf. Weitere finanzielle Unterstützung gibt es vom SAC (21 Prozent), vom Lotteriefonds des Kantons Bern (180000), von Spenden (300000) sowie Bank- und Privatdarlehen von weiteren 300000 Franken.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 26.03.2014, 09:11 Uhr

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