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Den Klimawandel hautnah miterleben

Von Jeanine Salzmann. Aktualisiert am 16.06.2011 8 Kommentare

Der Mittwoch stand auf der Pfingstegg ganz im Zeichen des Klimas: Nicht nur Experte Thomas Stocker äusserte zur Thematik, sondern auch Bundesrat Ueli Maurer und Olympiasiegerin Tanja Frieden.

1/3 Klimabotschafterin Tanja Frieden findet es wichtig, in die Natur zu gehen undden Klimawandel selbst zu erleben. Die Schüler beim Projekt Eiger-Klima-Schulen haben diese Möglichkeit.
Bild: Markus Hubacher

   

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«Fünfzehn Meter – so viel beträgt der Rückgang des Eigergletschers pro Jahr.» Mit diesen Worten begann Martin Pfisterer von der BKW FMB Energie AG sein Referat beim gestrigen Klimatag in Grindelwald. Zur Veranschaulichung spannte er auch gleich ein rot-weiss gestreiftes Band mit derselben Länge und sagte: «Nach der Katastrophe in Fukushima blickte die ganze Welt ungläubig nach Japan und es stellt sich die Frage nach der Beherrschbarkeit der Kernkraftwerktechnologie.» Knapp fünfzehn Wochen nach den Ereignissen nutzten Klimaexperten und Politiker die Möglichkeit, um beim sogenannten Freiluftlabor Klimawandel des Unteren Grindelwaldgletschers über das global wichtige Thema zu diskutieren.

Wahrnehmung verändern

Auch Bundesrat Ueli Maurer nahm die Gelegenheit wahr, um über die geostrategische Bedeutung des Klimawandels für die Schweiz zu sprechen. «In Zukunft werden drei globale Themen die Schweiz beeinflussen», erklärte er gleich zu Beginn. Das sei einerseits die Verknappung natürlicher Ressourcen, wie beispielsweise Wasser. Bevölkerungsstatistiker rechnen jährlich mit einem Wachstum von rund 80 Millionen Menschen. «So steigt die Nachfrage und die Ressourcen werden knapper.» Weiter werde die Versorgungssicherheit abnehmen, der Druck auf Grund von Migrationsströmen hingegen steigen. Letzteres werde passieren, wenn klimatische Veränderungen gewisse Gebiete bedrohen. Bei diesen Problemen könne der Klimawandel die Situation zusätzlich verschärfen.

Thomas Stocker, Professor an der Uni Bern, hat indes auf die persönliche Wahrnehmung in?Bezug auf das Klima aufmerksam gemacht. «Es ist schwierig sich vorzustellen, dass eine globale Erwärmung von einem Grad bis zum Jahr 2050 ernsthafte negative Auswirkungen haben könnte.» Für unser Empfinden sei ein Grad wenig und wir hätten uns mittlerweile an ständige Temperaturschwankungen gewöhnt. Trotzdem müssten wir nun eine andere Wahrnehmung entwickeln, denn die Erwärmung habe drastische Folgen. Die Schneefall- und Nullgradgrenze werde deshalb beispielsweise 300 Meter höher stattfinden.

Einladung für Bundesrat

«Es gibt im Alpenraum kaum einen Ort, an dem man den Klimawandel so gut mitverfolgen kann, wie in Grindelwald» sagte Toni Baumann, Direktor Grindelwald Tourismus. Deshalb wurde vergangenen Sommer das Projekt Eiger-Klima-Schulen ins Leben gerufen. So konnten Schulklassen an Exkursionen zum Unteren Grindelwaldgletscher teilnehmen und den Klimawandel mit eigenen Augen sehen und erfassen (wir haben berichtet). Olympiasiegerin und Klimabotschafterin Tanja Frieden ist überzeugt, dass die Jugendlichen so am besten einbezogen werden können. «Es ist wichtig, die Dinge nicht nur in der Theorie zu hören, sondern sie erleben zu können. Hier besteht die Möglichkeit dazu.»

Das Angebot wurde auf die Eiger-Klima-Exkursionen ausgeweitet, so können nun alle Interessierten zwischen Mitte Juni und Mitte September mit einem Guide den Klimawandel hautnah miterleben. Auch der Bundesrat soll diese Möglichkeit erhalten. Deshalb überreichte Emanuel Schläppi, Gemeindepräsident von Grindelwald, Ueli Maurer eine Einladung für den gesamten Bundesrat. Maurer erwiderte darauf lachend: «Ich werde es auf jeden Fall versuchen.?Wer weiss, vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich, alle nach Grindelwald zu kommen.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 16.06.2011, 06:11 Uhr

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8 Kommentare

Jimy Hofer

16.06.2011, 08:46 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Da die Gletscher seit mehr als 10 000 Jahren am schmelzen sind, können mich diese par Meter mehr nicht besonderlich beeindrucken. Antworten


Jack Berger

16.06.2011, 06:57 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Die kopflosen AKW-Gegner, die immer an die KindesKinder denken, werden ihren Nachkommen die Schweiz als Wüste hinterlassen. 1 Grad wärmer ist verheerend, und das darf man jetzt den FREUNDLICHEN UND LIEBEN verdanken, da die alt. Energien in den nächsten Jahrzehnten nicht reichen werden, aber Gas und Kohle schon. Die Aussteiger werden hoffentlich bald öffentlich an den Pranger gestellt. Antworten



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