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Das längste Skirennen «Inferno»
Video: Telebärn.
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Samstagmorgen in Mürren. Am Vorabend ist der Teufel durchs Dorf getragen und dann verbrannt worden. Er soll am 67.Inferno-Rennen nicht die Hand im Spiel haben. Und es hat genützt. Die Sonne küsst die Bergspitzen wach. Im einen oder andern Skiraum und Keller riecht es nach Skiwachs. Über schnelle Ski muss verfügen, wer die infernalische Abfahrt, die vom Kleinen Schilthorn zur Winteregg führt, gewinnen will. 9,5 Kilometer ist sie lang und weist 1212 Höhenmeter auf. Nicht zu vergessen: Zwei Mal geht es während der Abfahrt berg- statt talwärts.
Alle 12 Sekunden
Im Startzelt am Kleinen Schilthorn wird kräftig abgestossen, und los geht die abenteuerliche Fahrt. Alle 12 Sekunden stürzt sich eine Fahrerin, ein Fahrer den Startschuss hinunter. Von 8.50 Uhr bis um zirka 15.30 Uhr. Nur hin und wieder gibt es einen kurzen Unterbruch. Nach 60 Sternlifahrern schickt Startrichter René Jaun die Cracks auf die Strecke. All diejenigen, die in den vergangenen Jahren Inferno-Geschichte geschrieben haben.
Nur wenigen gelingt es, in den Kreis der bisher Erfolgreichen einzudringen. Speaker Felix Endrich wiederholt es auf der Winteregg immer wieder: «Die Bestzeit hält immer noch die Startnummer 1, Marco Teuscher, Därstetten, mit 7 Minuten und 30,03 Sekunden. Bei den Damen I liegt Marianne Rubi aus Grindelwald mit 8 Minuten und 29,54 Sekunden an der Spitze.» Vor fünfzig Jahren wurde das Inferno-Rennen von Christian von Allmen – Hittis Chrigel – gewonnen. Er erinnert sich: «Das Rennen führte vom Schilthorn bis ins Grütsch-Läger.» Die etwa 40 Teilnehmer seien am Samstag in die Schilthornhütte hochgestiegen, hätten am Sonntag mit Fellen das Schilthorn erreicht. Lediglich zwei Kontrolltore seien auf der Abfahrt zu passieren gewesen. Die jungen Mürrner habe er vor dem Ziel «all treeld», erinnert er sich. Auch Franz Sonderegger (77), der heute sein 51.Inferno fährt, weiss einiges zu erzählen. «Von Grütsch sind wir manchmal fast mehr nach Lauterbrunnen hinuntergefallen als gefahren.» Ein Abenteuer sei es gewesen.
Klassischer Hattrick
Ein Abenteuer ist das Inferno-Rennen immer noch, da hat sich nichts geändert, anderes aber schon», sagt Mario Teuscher. Das Material und die Pistenpräparierung. Und aufs Schilthorn fährt eine Bahn. «Schnelle Ski sind in den Traversen die halbe Miete», weiss der Simmentaler. Da pflichtet ihm Marianne Rubi bei. Teuscher und Rubi stehen am Abend als Tagessieger fest. Sie haben zum dritten Mal in Folge gewonnen, also einen klassischen Hattrick erzielt. Rubi war schon 2006 die Schnellste. Die Startliste wies 1893 Namen auf. Schliesslich starteten 1709 Fahrerinnen und Fahrer, 1699 wurden klassiert. Zehn überstanden also das Rennen nicht ohne Blessuren und mussten aufgeben. «Zwei Rennfahrer mussten ins Spital geflogen werden, sie können es aber schon morgen wieder verlassen», berichtete Ueli Stäger am Samstagabend. (Berner Oberländer)
Erstellt: 25.01.2010, 10:56 Uhr
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