Busversuch: Im März entscheidet Volk
In Heimberg kommt es am Sonntag, 11.März, zu einer Premiere: Erstmals überhaupt können die Stimmberechtigten nicht im Rahmen einer Gemeindeversammlung, sondern an der Urne über ein Geschäft abstimmen. Es geht um die Einführung eines dreijährigen Busversuchsbetriebs. Schon im Dezember 2008 durften die Heimberger an einer GV über eine Verlängerung der STI-Linie 3 (Allmendingen – Thun Bahnhof – Alte Bernstrasse) in ihr Dorf befinden. Damals wurde das Projekt jedoch abgelehnt (wir haben berichtet).
In der Folge arbeitete der Gemeinderat eine neue Vorlage mit zwei Strecken aus – eine wieder als verlängerte Linie 3, die andere als eigentlicher Ortsbus. Das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr (AÖV) taxierte das Ortsbuskonzept in einer Vorprüfung allerdings als «unwirtschaftlich». Die nötigen Frequenzen würden bei dieser Linienidee kaum erreicht.
Jeder dritte Bus fährt weiter
Mittlerweile ist Heimberg wieder ähnlich weit wie vor drei Jahren: Der Gemeinderat beschloss nach dem AÖV-Bescheid, das Ortsbuskonzept nicht weiterzuverfolgen und stattdessen «das Projekt Verlängerung STI-Linie 3 aufzugreifen und in einer überarbeiten Version den Stimmberechtigten vorzulegen». Überarbeitet ist es insofern, als dass die verlängerte Linie nicht nur bis zum Heimberger Bahnhof, sondern bis in die Dornhalde reicht (vgl. Grafik). Es ist geplant, dass jeder dritte Kurs der bisherigen Linie 3 nach Heimberg weiterfährt. Dies ergäbe einen 30-Minuten-Takt mit insgesamt neun neuen Haltestellen. Mit Ausnahme der drei Stationen in der Dornhalde, die lediglich in Richtung Thun angefahren würden, hielte der Bus jeweils auf der Hin- und auf der Rückfahrt.
Gemeinde zahlt 1,5 Millionen
«Wir sind auf der Zielgeraden und empfehlen der Bevölkerung, den Busversuchsbetrieb an der Urne anzunehmen», sagte Heimbergs Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger (SVP) an der gestrigen Medienorientierung. Unter dem Strich belaufen sich die Kosten auf rund 3 Millionen Franken. Die Betriebskosten von 2,47 Millionen Franken werden zu einem Drittel vom Kanton getragen. Zudem sind aus dem Ticketverkauf pro Jahr 225000 Franken eingeplant. Wird dieser Wert nicht erreicht, springen die Verkehrsbetriebe STI mit einer Defizitgarantie ein. Die restlichen Betriebs- sowie die Baukosten muss die Gemeinde Heimberg selber übernehmen. Es handelt sich um einen Betrag von 1,53 Millionen Franken, auf drei Jahre verteilt.
«Zu den baulichen Massnahmen gehören etwa das Markieren und Kennzeichnen der provisorischen Haltestellen und kleine Änderungen bei Verkehrsinseln und Zebrastreifen», sagte Tiefbauvorsteher Beat Schertenleib (EDU) gestern. Falls das Volk den Versuchsbetrieb gutheisst, würde er voraussichtlich per Fahrplanwechsel im Dezember 2013 gestartet. Zunächst entscheidet der Grosse Rat im Frühjahr 2013 noch über das ÖV-Angebotskonzept, das den Kantonsbeitrag beinhaltet. Während der Versuchsphase würden zudem jederzeit Optimierungen oder der Abbruch möglich bleiben. Eine definitive Aufnahme ins Grundangebot wäre frühestens im Dezember 2016 realisierbar. Und was passiert, falls es an der Urne ein Nein absetzen sollte? «Dann wäre der Anschluss Heimbergs ans STI-Busnetz für den Moment gestorben», so Beat Schertenleib. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 09.02.2012, 08:13 Uhr
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