Braucht es einen Leinenzwang?

Von Lilly Toriola. Aktualisiert am 16.03.2010 6 Kommentare

Im Thuner Bonstettenpark sorgen frei laufende Hunde bei so manch hundelosem Spaziergänger für Ärger. Anwohner fordern einen generellen Leinenzwang. Ob es diesen braucht, will die Stadt nun mit einer Umfrage herausfinden.

Der Thuner Bonstettenpark ist bei Hunden und ihre Herrchen beliebt. Einigen sind die Vierbeiner allerdings ein Dorn im Auge.

Patric Spahni

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Umfrage soll Akzeptanz zeigen

Das Thema genereller Leinenzwang im Bonstettenpark ist nicht neu. Die Stadt wollte bereits 2006 am Aarequai, am Strandweg und im Bonstettenpark eine entsprechende Verfügung erlassen. Dies löste damals allerdings einen Sturm der Entrüstung aus. Fast 2000 Einsprachen und Beschwerden wurden eingereicht, die Stadt verzichtete in der Folge auf die Massnahme. Der Konflikt zwischen Hundehaltern und hundelosen Nutzern des Bonstettenparks allerdings blieb. «In der Vergangenheit führten wir gemeinsam mit dem Kynologischen Verein Thun und Umgebung diverse Sensibilisierungsaktionen durch», sagt Thuns Gewerbeinspektor Reto Keller. Mit mässigem Erfolg, sagen Park-Bewirtschafter Daniel Bergmann und die beiden Anwohner Michael Waber und Corinne Loertscher. Sie fordern deshalb einen generellen Leinenzwang.

Ob die Mehrheit der Parknutzer die Probleme ähnlich gravierend empfindet, will die Stadt nun mittels einer Umfrage herausfinden. «Ein Leinenzwang ist eine einschneidende Massnahme», sagt Thuns Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP). Da wolle man nicht einfach einen Entscheid «ins Blaue» hinaus fällen, sondern zuerst prüfen, wie gross die Akzeptanz wäre.

Der Umfragetalon, der bis Ende Monat an die Stadt geschickt werden kann, wird sowohl in dieser Zeitung wie auch im nächsten «thun!dasmagazin» publiziert. «Diese Woche finden zudem während einer Woche vor Ort mündliche Befragungen der Parkbesucher statt», sagt Siegenthaler. Die Umfrageergebnisse sollen bis Ende Mai ausgewertet werden. Ein allfälliger Leinenzwang würde bereits diesen Sommer eingeführt. Als Lösung kommt für die Stadt allerdings nicht nur ein genereller Leinenzwang in Frage. Denkbar wären laut Gemeinderat Siegenthaler auch Varianten wie beispielsweise eine nur auf die warmen Monate oder stark frequentierten Stunden beschränkte Leinenpflicht. lt

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Der Bonstettenpark im Gwatt ist eines der reizvollsten Naherholungsgebiete der Stadt Thun; direkt am See gelegen, mit attraktiven Spiel- und Brätlistellen, ganz in der Nähe befindet sich zudem das Naturschutzgebiet Gwattlischenmoos. Trotz seiner Schönheit wird der Park aber inzwischen von einigen Spaziergängern gemieden. Das Problem: Im Gegensatz zum Thuner Schadaupark etwa gilt im Bonstettenpark nur im Bereich des Spielplatzes und beim angrenzenden Naturschutzgebiet Leinenpflicht. Überall sonst dürfen Hunde frei laufen gelassen werden. Vielen hundelosen Parknutzern sind die Probleme, die die aktuelle Regelung mit sich bringt, ein Dorn im Auge. Sie fordern deshalb einen generellen Leinenzwang für den Bonstettenpark.

«Kein Platz für Kinder»

Für eine Leinenpflicht kämpft seit Jahren Michael Waber, der ganz in der Nähe des Bonstettenparks wohnt. «Es hat hier keinen Platz mehr für Familien mit Kindern.» Der Bonstettenpark sei inzwischen zum «Hundemekka» geworden. «Ein friedliches Miteinander von Parknutzern mit und solchen ohne Hunde ist kaum mehr möglich.» Zwar gebe es zahlreiche Hundehalter, die ihre Tiere im Griff hätten und Rücksicht nehmen würden. «Aber es gibt auch solche, denen es deutlich an Respekt mangelt», so Waber. «Viele Hundehalter lassen beispielsweise den Kot ihrer Tiere einfach liegen.» Wer sich in den wärmeren Monaten dennoch für ein Picknick auf eine Wiese wage, werde nicht selten von Hunden gestört, die über die Decke oder das Badetuch liefen, von ihren Haltern aber nicht zurückgerufen würden. «Auch die Sicherheit ist ein Problem», sagt Michael Waber, Vater zweier Kinder. Die Gefahr sei mit der aktuellen Regelung gross, dass ein Kind von einem frei laufenden Hund gebissen werde. «Oft befinden sich die Besitzer nicht mal in Sichtweite ihres Tieres.»

Hundekot im Sandkasten

Um das Wohl ihrer Kinder sorgt sich auch Corinne Loertscher, Mutter und ebenfalls Anwohnerin des Bonstettenparks. «Ich meide inzwischen sogar den Spielplatz, obwohl dort eigentlich Leinenzwang gelten würde.» Viele Hundehalter würden ihre Tiere auch dort frei laufen lassen. «Als Mutter habe ich da ein ungutes Gefühl», sagt Loertscher. Ihre Kinder lasse sie allein aus hygienischen Gründen nicht mehr auf dem Spielplatz herumtollen. «Der Sandkasten wird immer wieder als Hundeklo missbraucht.»

Nicht glücklich mit der aktuellen Situation ist auch Daniel Bergmann. Der Landwirt bewirtschaftet die rund sechs Hektaren umfassenden Grünflächen im Bonstettenpark: «Es gibt diverse Hundehalter, die mit dem Auto einfach auf den Parkplatz fahren. Währenddem ihre Tiere irgendwo ihr Geschäft verrichten, bleiben sie im Wagen und haben so keinerlei Kontrolle über ihr Tier.» Das Resultat: Dort, wo der Landwirt eigentlich seine Kühe grasen lassen möchte, ist nicht selten alles voller Hundekot. «Verunreinigtes Gras gefährdet die Gesundheit der Kühe und kann sogar einen Abort auslösen», erklärt Bergmann. Ein weiteres Problem sei, dass einige der frei laufenden Hunde seine Tiere jagen würden. «Es ist auch schon vorgekommen, dass Schwäne oder andere Wildtiere gerissen wurden.» Der Landwirt betont, dass er immer wieder das Gespräch mit Hundehaltern gesucht habe. «Viele reagieren aber sogleich ungehalten und sind nicht bereit, Rücksicht zu nehmen.» Auch Sensibilisierungsaktionen der Stadt hätten bisher kaum Wirkung gezeigt. Für Bergmann ist deshalb klar: «Als Lösung kommt nur ein genereller Leinenzwang in Frage.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 16.03.2010, 08:46 Uhr

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6 Kommentare

Peter Meier

16.03.2010, 10:41 Uhr
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Leider ist es wie überall. Eine Minderheit von selbstherrlichen, egoistischen und gleichgültigen Zeitgenossen provoziert zu Ungunsten von korrekten Hundehaltern den Leinenzwang! Auch ich meide inzwischen den Bonstetten-Park. Als Jogger ist es schlicht nicht mehr möglich, ohne Konfrontation mit freilaufenden Hunden eine Runde zu laufen. Die korrekten Hundehalter sollten die Fehlbaren ansprechen! Antworten


Oesch Erhard

16.03.2010, 13:51 Uhr
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Müssen wieder alle wegen einer kleiner Minderheit büssen. Das aber im Sommer vor den Grillstellen alles liegen bleibt und viel in den See geworfen wird da sagt keiner etwas. Frage mich ob wir alle Menschen im Bonstettenpark auch an die Leine nehemen sollten. Würde jeder ein bisschen Rücksicht nehem könnten alle ihre Freude in dem schönen Park haben. Leider gibts immer die Minderheit Antworten



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