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Berghotel mit grossem Verlust

Von Rolf Zurbrügg. Aktualisiert am 24.09.2008

Ein massiver Jahresverlust der Tochtergesellschaft Berghotel Engstligenalp AG verärgerte die Aktionäre der Bergbahnen Engstligenalp AG an der GV. Mit Andreas Richard nimmt neu ein Hotelfachmann Einsitz im Verwaltungsrat.

Andreas Richard (rechts) unterstützt als neu gewählter Verwaltungs-
rat Andreas Angst, den Betriebsleiter des Berghotels Engstligenalp.

Andreas Richard (rechts) unterstützt als neu gewählter Verwaltungs- rat Andreas Angst, den Betriebsleiter des Berghotels Engstligenalp.

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Das Bild auf der Frontseite des Geschäftsberichtes mit dem Schneesturm über dem Wildstrubel war symbolisch gewählt. Nicht nur litten die Bergbahnen auf der Engstligenalp im vergangenen Winter unter zehn windbedingten Ausfalltagen, auch musste das Berghotel einen argen (finanziellen) Sturm über sich ergehen lassen. Der mit fast einer Viertelmillion Franken ausgewiesene Verlust aus dem Hotelbetrieb der Tochtergesellschaft sorgte an der Generalversammlung der Bergbahnen Engstligenalp AG für Unmut unter den Aktionären. Daneben ging das ansprechende Ergebnis der Bergbahngesellschaft fast ein wenig unter.

Neuer Betriebsleiter

Der Verwaltungsrat unter dem Präsidium von Heinz Burn zeigte sich denn auch selbstkritisch und orientierte die anwesenden 125 Aktionärinnen und Aktionäre, welche 44 Prozent des Aktienkapitals vertraten, über die getroffenen Massnahmen. Einerseits wurde mit Andreas Angst ein neuer Betriebsleiter für das Berghotel engagiert, welcher in diesem Sommer nicht nur bereits für eine spürbare Qualitäts-, sondern auch für eine Ertragssteigerung sorgte. Das beste Sommerergebnis seit zehn Jahren zeugt von der seriösen Arbeit. Anderseits wurde der Ver-sammlung in der Person von Andreas Richard ein neuer Verwaltungsrat vorgeschlagen, welche die bislang fehlende Kompetenz Gastro im neu siebenköpfigen Gremium abdecken soll.

Der Direktor des Parkhotels Bellevue in Adelboden, welcher sich nach eigenen Worten als Freund eines «wertschöpfungsintensiven Individualtourismus» bezeichnet, wurde von der Versammlung als neuer Verwaltungsrat gewählt. Kritischen Stimmen, welche einen zunehmenden Verwaltungsaufwand befürchteten, wurde entgegnet, dass ein solches Engagement kaum aus finanziellen Überlegungen angenommen wird und wohl eher viel Herzblut für die Engstligenalp unterstreicht.

Perle Kleinwasserkraftwerk

Nach dieser Vergangenheitsbewältigung stand die Gesamterneuerung der Wasserkraftanlage auf der Traktandenliste. Der Geschäftsführer Adrian Brügger orientierte die Aktionäre über die geplante Sanierung und gleichzeitige Erweiterung des seit 1934 bestehenden Kleinwasserkraftwerkes auf der Engstligenalp. Dank der neuen kostendeckenden Einspeisevergütung im Rahmen des Stromversorgungsgesetzes darf bei gleichzeitiger Optimierung der Anlage mit einem markanten Mehrertrag gerechnet werden. Bei Baukosten von rund 2.3 Millionen Franken wird ein Bruttoertrag von rund 400'000 Franken er- wartet.

Dem Umstand, dass die Engstligenalp als Landschaft von nationaler Bedeutung gilt, wurde mit einer kompletten unterirdischen Verlegung der neuen Wasserkraftanlage entspro-chen. Es gilt nun, die eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission von dieser landschaftsschonenden Massnahme zu überzeugen. Der Terminplan sieht eine Inbetriebnahme im Jahre 2010 vor. Weiter konnte der Geschäfts-führer orientieren, dass der neueröffnete Klettersteig entlang des imposanten Wasserfalles bereits von rund 3000 Personen durchstiegen wurde und von Familien sehr geschätzt wird.

Fondue im Iglu sehr beliebt

Mit zahlreichen Aktionen wird das schneesichere Wintersportgebiet auf dem Hochplateau über Adelboden auch im kommenden Winter auf sich aufmerksam machen. In der 80 Personen fassenden Iglu-Anlage wird wiederum Fondue serviert. Frühzeitige Reservationen werden empfohlen. Mit zwei speziellen Vorverkaufswochenenden sollen die Freunde der Engstligenalp ermuntert werden, auch in diesem Jahr das Saisonabonnement der Skiregion Adelboden-Lenk im Unter Birg zu erwerben.

www.engstligenalp.ch (Berner Oberländer)

Erstellt: 24.09.2008, 16:04 Uhr

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