Berggänger von Lawine getötet
Von Peter Rothacher. Aktualisiert am 07.06.2010 1 Kommentar
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Am Sonntag um etwa 12 Uhr befanden sich neun Personen auf dem Abstieg von der Fründenhütte (Gemeinde Kandersteg), als das Unglück geschah. «Plötzlich löste sich ein Schneebrett und riss zwei Personen mit. Eine Frau konnte schwer verletzt geborgen und ins Spital geflogen werden», teilten die Kantonspolizei und das Untersuchungsrichteramt Berner Oberland gegen Abend mit. Und weiter: «Ein Mann stürzte über eine rund 100 Meter hohe Felswand hinaus. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Das Todesopfer ist noch nicht identifiziert.»
Die anderen sieben Personen seien beim Ereignis unverletzt geblieben. Aber auch sie hätten die Rettungskräfte per Helikopter ausgeflogen.
SAC-Spezialisten im Einsatz
Toni Schertenleib ist Rettungschef der SAC Rettungsstation Kandersteg und war in einer zweiten Phase selber im Einsatz. Er habe aber nicht als Einsatzleiter fungiert, betonte er auf die Anfrage dieser Zeitung. Seine Erlebnisse schilderte er wie folgt: «Die sieben unverletzt gebliebenen Personen der betroffenen Gruppe – es waren alles ausländische Beggänger – sind zuerst von der Air Glacier zum Oeschinensee geflogen worden, wo sie im dortigen Hotel untergebracht waren.» Er habe sie dort mit einem Team in Empfang genommen. «Später sind die Gruppenmitglieder dann mittels Bus nach Frutigen gefahren worden, wo sie vom Care-Team der Polizei betreut wurden.»
Toni Schertenleib hob hervor, wie wichtig dies für die Betroffenen sei: «In solch einer heiklen Mission braucht es geschulte Leute, die tadellos Englisch können. Diese Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften und der Polizei mit dem Care-Team ist für alle Beteiligten äusserst wertvoll.» Diese Tatsache dürfe bei der Gelegenheit auch mal gewürdigt werden, meinte der Kandersteger.
Weg war stark frequentiert
Der Weg zur Fründenhütte der SAC-Sektion Altels sei an diesem schönen Wochenende bereits gut frequentiert worden, weiss Schertenleib. Und einige Spezialisten der SAC-Rettungsstation Kandersteg seien zufällig in der Nähe des Unfallortes gewesen. «Sie konnten im steilen Gelände dementsprechend rasch in Aktion treten.»
Mit dem Niedergang einer Lawine hat bei den frühlingshaften Bedingungen offensichtlich niemand gerechnet. Warum es unter diesen Bedingungen zum Schneebrett gekommen ist sowie der genaue Unfallhergang werde nun von den Untersuchungsbehörden abgeklärt, teilte die Polizei mit.
In der Hütte übernachtet
Diverse Berghütten hätten dieser Tage den Sommerbetrieb aufgenommen, erklärt Toni Schertenleib. So auch die Fründenhütte auf 2562 Meter über Meer, bei der sein Sohn Marc Hüttenwart sei. Die nun vom Unfall betroffene Gruppe habe bereits dort übernachtet. Der Bergweg «mit der feudalen Aussicht auf den Oeschinensee» sei sehr beliebt. Ab wann er begangen werden könne, sei von Jahr zu Jahr verschieden und von den jeweiligen Schnee- und Witterungsverhältnissen ab-hängig. (Berner Oberländer)
Erstellt: 07.06.2010, 09:35 Uhr
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1 Kommentar
Tatsache war, dass Anfang letzte Woche recht viel Neuschnee gefallen war. Dieser Neuschnee war noch ungenügend mit dem Altschnee verbunden. Da in der Nacht von Sa auf So der Schnee schwach oder gar nicht gefrohren ist, glitt wohl die Neuschneeschicht ab. Genau die gleiche Situation habe ich am Samstag im Hohtürlihang unterhalb der Blüemlisalphütte erlebt. Antworten


