Banken zeigen, wie man sich vor Trickbetrügern schützen kann
Von Peter Rothacher. Aktualisiert am 29.09.2011 3 Kommentare
Nicht ablenken lassen
Lassen Sie sich am Bancomaten nie durch unbekannte Personen ablenken. Brechen Sie die Transaktion sofort ab, wenn Sie sich bedrängt oder abgelenkt fühlen. Decken Sie bei der Pin-Code-Eingabe die Tastatur immer mit der anderen Hand ab. Beharren Sie stets darauf, dass die hinter Ihnen wartende Person genügend Abstand hält. Sind Sie unsicher bei der Bedienung des Bancomaten? Dann lassen Sie sich von Mitarbeitenden der entsprechenden Bank helfen.
Unbekannten Personen Kein Geld geben
Misstrauen Sie am Telefon unbekannten Personen, die sich als Verwandte/Bekannte ausgeben. Es muss nicht immer ein Enkel sein: Betrüger geben sich auch als alte Schulfreunde, ehemalige Arbeitskollegen etc. aus. Geben Sie unbekannten Personen am Telefon oder im Internet nie Informationen über Ihre finanziellen Verhältnisse. Nehmen Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen von Verwandten immer zuerst Rück-sprache mit anderen Familienangehörigen. Übergeben Sie nie Wertsachen/Bargeld an Ihnen unbekannte Personen. Informieren Sie bei begründetem Verdacht die Polizei (117).
Trickbetrüger sind Profis: Laufend passen sie ihre Vorgehensweisen an und versuchen mit immer neuen Fallen und Tricks ihre Opfer um ihr Geld zu bringen. In den letzten Monaten stachen zwei Methoden im Kanton Bern – und speziell auch in Interlaken – heraus. Darum schlagen die dortigen fünf Bankinstitute Bank EKI, Berner Kantonalbank, Credit Suisse Group AG, Raiffeisenbank Jungfrau und UBS AG nun Alarm. «Im Monat August wurden auf dem Platz Interlaken etliche Fälle registriert», erklärt ein Sicherheitsverantwortlicher einer Bank. Bei der Deliktsumme handle es sich um einen fünfstelligen Betrag.
Die fünf Banken möchten ihre Kunden schützen und gelangen in Absprache mit der Staatsanwaltschaft an die Öffentlichkeit. Sie schildern die Vorgehensweise der Betrüger und geben Tipps (siehe Kästen), wie man sich schützen kann. Zudem starten die Banken einen Fahndungsaufruf nach dem Mann auf dem Bild rechts: Wer ihn kennt, soll sich bei der Polizei melden.
Varianten des Enkeltricks
Beim Enkeltrick erhält das Opfer (oft Senioren) einen Telefonanruf von einem vermeintlichen Verwandten. Dieser erzählt eine verworrene Geschichte, warum er in einer finanziellen Notlage sei und dringend Geld von seiner Familie brauche. Dabei geht er so geschickt vor, dass er am Telefon bereits viele Informationen über tatsächliche Verwandte des ahnungslosen Opfers erhält und diese im späteren Gesprächsverlauf verwendet. Durch Fragen versucht der Täter zu erfahren, wie viel Geld das Opfer in bar aufbringen kann.
Das Geld soll dann einem Freund des Täters sofort übergeben werden. Der Betrüger erfindet eine Geschichte, warum er das Geld nicht selbst in Empfang nehmen kann. Bereits existiert eine neue Form des geschilderten Tricks: der vermeintliche Polizist. Wenn das Opfer zögert und kein Geld übergeben will, meldet sich kurz darauf telefonisch eine andere Person (ebenfalls ein Betrüger), welche sich als Polizist ausgibt. Dieser verlangt dann vom Opfer, auf den Deal einzugehen, um so den Betrüger auf frischer Tat zu ertappen. Auch in dem Fall ist das Geld anschliessend natürlich weg.
Der Bancomatbetrug
Für viele ältere Menschen stellt die Benützung eines Bancomaten eine Herausforderung dar. Trickbetrüger nutzen diese Tatsache schamlos aus: Indem sie beim Geldautomaten ihre Hilfsbereitschaft vorspielen, ergaunern sie den Pin und die Karte des ahnungslosen Opfers.
Dieser Betrug dauert nur wenige Minuten und geschieht meist nach folgendem Muster:
- «Zufällig» wartet der Täter hinter dem Opfer am Bancomaten und bietet unter einem Vorwand seine Hilfe beim Geldbezug an. Dabei beobachtet er geschickt, wie der Pin eingegeben wird.
- Direkt nach der Transaktion lenkt der Täter das Opfer ab. Diesen kurzen Moment der Unachtsamkeit nutzt er, um die Karte aus dem Gerät zu entnehmen. Daraufhin gibt er vor, der Bancomat habe die Karte eingezogen.
- Minuten später kann der Täter mit gestohlener Karte und Pin an einem Bancomaten die gesamte Tageslimite des Opfers beziehen.
Wichtig: Betrüger sind nicht unbedingt männlich – meistens handelt es sich um sehr sympathisch erscheinende Personen zwischen 30 und 40 Jahren. (Berner Oberländer)
Erstellt: 29.09.2011, 09:12 Uhr
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