«Bären» wird Therapiezentrum

Von Peter Rotacher. Aktualisiert am 14.03.2009

Der Gasthof Bären in Oberstocken gehört definitiv der Vergangenheit an: Das Gebäude wird derzeit zu einem Therapiezentrum umgebaut. Wir haben nachgefragt, was die Exodus Gesundheit GmbH im Stockental im Sinn hat.

Oliver Werthmüller vor dem Gasthof Bären in Oberstocken.

Oliver Werthmüller vor dem Gasthof Bären in Oberstocken. (Bild: Peter Rothacher. )

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Verursachte ein Besuch im Oberstockner «Bären» früher möglicherweise Kopfweh, sollen dort nun künftig Schmerzen bekämpft werden. Die Exodus Gesundheit GmbH hat den Gasthof vor dessen angesetzter Versteigerung gekauft. Die derzeit in Münsingen ansässige Institution bezweckt «die Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit von Menschen sowie die Bekämpfung von Körperschmerzen. Und zwar mittels Bewegungstherapie und und anderer alternativer Behandlungsmethoden.» So lautet die Formulierung im Handelsregister.

«Wir bauen den ehemaligen Gasthof für unsere Zwecke um », erklärt Geschäftsführer Oliver Werthmüller. Gemäss den aufliegenden Baubewilligungsunterlagen werden 300000 Franken investiert. Das alt-ehrwürdige Gebäude wird durch den Anbau eines Liftturmes und andere Massnahmen behindertengerecht erschlossen. «Im Erdgeschoss werde ich mit meiner Frau Dominique und unseren zwei Kindern – einem Sohn und einer behinderten Tochter – wohnen.»

Betreutes Wohnen

Im Obergeschoss werden für behinderte Kinder und Jugendliche zwei Plätze für betreutes Wohnen und zwei bis drei Arbeitsplätze geschaffen. Ausserdem entsteht ein grosser Therapieraum. Therapiezwecken soll später auch die Umgebung des «Bären» dienen. Der 43-jährige Wertmüller informiert: «Auf dem zum Grundstück gehörenden Land realisieren wir einen Barfuss- und Erlebnispfad mit Heil- und Aromapflanzen.»

Diesem liegen die in Münsingen gemachten Erfahrungen zugrunde: «Es geht um eine Art Fussreflexzonenmassage, um sämtliche Muskeln wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eventuell hat man auf diese Weise – mit einer harmlosen Veränderung im Umgang mit dem eigenen Körper – viel mehr Chancen auf körperliches Wohlbefinden.» Der Erfolg bei seiner Tochter bestärken den Familienvater in seinem Tun: «Wegen Epilepsie musste sie früher viele Medikamente zu sich nehmen – seit drei Jahren kommt sie nun ohne aus.»

Auf dem «Bären»-Grundstück stehen eine Tankstelle sowie eine STI-Haltestelle. «Wir prüfen, ob die Zapfsäulen eventuell gegen die Stockentalstrasse hin ausgerichtet werden können. Die Bushaltestelle möchten wir optisch und funktionell aufwerten. Beides hat aber nicht Priorität», sagt Oliver Werthmüller.

Auf Erfahrungen gebaut

Diskushernien hatten den gelernten Automechaniker früher so sehr beeinträchtigt, dass er kaum mehr gehen konnte. Auf der Suche nach Schmerzlinderung traf der Gepeinigte auf den deutschen Arzt Walter Packi. «Nach einer fünftägigen Bewegungskur beim Biokinematiker fühlte ich mich fast wie neu geboren. Die zuvor in Aussicht gestellte Bandscheibenoperation wurde hinfällig.»

Auf den eigenen Erfahrungen basierend stellte Werthmüller dann für einen ebenfalls leidenden Kollegen eine Therapie zusammen. Der Erfolg stellte sich ein – die später hobbymässig ausgeführte Tätigkeit wurde zum Beruf. Der Autodidakt erläutert: «Die eigentlich simple Therapie erfordert keine Hilfsmittel. Sie beruht auf Gegenbewegungen zum Alltag, auf Übungen, welche verkümmerte Muskeln wieder verlängern.» Der im August 2004 von den Wertmüllers gegründete Verein Exodus ist mittlerweile zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt worden.

Ausbau Schritt für Schritt

Oliver Wertmüller hofft, ab Mitte Jahr mit seiner Familie im künftigen Therapiezentrum Oberstocken wohnen zu können. «Für den gesamten Ausbau der Anlage rechne ich allerdings mit eineinhalb bis zwei Jahren.» Eventuell will Exodus den Aussenbereich in Münsingen auch nach dem Umzug beibehalten.

Zum Geschäftsbereich gehört auch der Handel mit Gesundheitsprodukten (Betten, Baumwoll-Futon, Tatami, Dinkel- und Hirsekissen usw.).

Der Geschäftsführer arbeitet momentan mit einem Angestellten sowie einem freischaffenden Therapeuten (40-50 Prozent) zusammen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 14.03.2009, 10:25 Uhr

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