BLS macht sich für Ausbau der Lötschberg-Achse stark
Von Philippe Müller. Aktualisiert am 17.03.2010 5 Kommentare
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Die BLS bringt sich in Position: Nächste Woche wollen das Bundesamt für Verkehr und die SBB unter dem Motto «Bahn 2030» darüber informieren, welche Ausbauprojekte auf dem Schweizer Schienennetz in den nächsten 20 Jahren prioritär behandelt werden.
Die BLS, die ebenfalls um die Gunst der Bahnverantwortlichen beim Bund buhlt, erneuerte gestern eine alte Forderung: Sie will, dass der Lötschberg-Basistunnel, der Teil der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) ist, auf zwei Spuren ausgebaut wird. Heute ist die 34 Kilometer lange Tunnelstrecke auf 21 Kilometern nur einspurig befahrbar.
Politik ist skeptisch
Grosse Chancen, ihr Ziel zu erreichen, werden der BLS aber nicht eingeräumt. Der Grund ist einfach: Die 1,3 Milliarden Franken, die ein Vollausbau des Basistunnels kosten würde, hat der Bund im Moment schlicht nicht zur Verfügung. Auch die 790 Millionen Franken für einen Teilausbau des Tunnels dürften zu viel sein. Zu lang ist die Liste von Begehrlichkeiten auf dem Schienennetz, zu beschränkt gleichzeitig der finanzielle Handlungsspielraum.
Deshalb glaubt der Solothurner FDP-Ständerat Rolf Büttiker, der in der Neat-Aufsichtskommission sitzt: «Der Wunsch der BLS bleibt wohl vorerst ein Wunsch.» In Anbetracht der knappen Finanzen sei die Forderung des Ausbaus zum jetzigen Zeitpunkt vermessen. «Obwohl ich durchaus Verständnis für das Anliegen der BLS habe», so Büttiker.
Es wäre aber wohl einfacher gewesen, den Tunnel von Anfang an zweispurig zu bauen. «Da hat die Politik eine Chance verpasst.»
BLS: «Attraktiv für alle»
«Über die Vergangenheit müssen wir nicht diskutieren», kontert BLS-Chef Bernard Guillelmon. Es gehe jetzt vielmehr darum, die Zukunft zu planen. Guillelmon scheut sich nicht, Werbung in eigener Sache zu machen. Mit einem Ausbau des Lötschberg-Basistunnels auf zwei Spuren könnte der gesamte Güterverkehr, der heute über die Bergstrecke verkehre, durch den Tunnel geschleust werden. «Das wäre für die Wirtschaft finanziellattraktiv und würde die Verkehrsverlagerung fördern», glaubt der BLS-CEO. Güter über den Berg zu befördern sei teurer als durch den Berg.
Zudem könnte nach einem Ausbau auf zwei Gleise auch der Takt im Personenverkehr verdichtet werden. Wie die Chancen für den Ausbau stehen, kann Guillelmon nicht abschätzen.
Kanton Bern will Ausbau
Auch der Kanton Bern steht hinter dem Ausbau des Lötschberg-Basistunnels, wie Verkehrsdirektorin Barbara Egger bekräftigt: «Für uns ist dieses Projekt sehr, sehr wichtig.» Im Bestreben, den Verkehr von der Strasse stärker auf die Schiene zu verlagern, sei dies ein wichtiger Schritt. Egger ist sich aber bewusst, dass ein Ausbau nicht von heute auf morgen vonstattengeht. «Bei 12 Jahren Bauzeit muss man realistisch sein: Auch wenn alles optimal läuft, ist der Tunnel nicht vor 2030 fertig.»
Weitere teure Probleme
Im Moment steht dem Zugverkehr auf dem grössten Teil der Strecke zwischen Frutigen im Berner Oberland und Ferden im Wallis nur eine Spur zur Verfügung. Auf dem Teilstück zwischen Mitholz und Ferden sind zwar Tunnelröhren ausgebrochen, jedoch fehlen dort sowohl die Gleise wie auch die Fahrleitung (siehe Grafik).
Gestern publizierte die BLS eine von ihr in Auftrag gegebene Studie, die besagt: Ein Ausbau auf zwei Spuren ist technisch machbar, ohne den Bahnbetrieb einstellen zu müssen.
Selbst wenn sich der Bund dafür entscheiden sollte, den Lötschberg-Basistunnel durchgehend auf zwei Spuren auszubauen, wären damit noch nicht alle Probleme gelöst. Denn der Ausbau nützt nur etwas, wenn auch die Engpässe auf der Zuführstrecke Bern–Thun ausgemerzt werden. Und das würde den Bund erneut Millionen kosten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.03.2010, 08:12 Uhr
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5 Kommentare
Ein Ausbau der Lötschberglinie ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll für die BLS sondern ermöglicht auch den Schnellzügen, wieder in Frutigen anzuhalten. Die Tourismusdestination Adelboden wird durch die heutige Situation gegenüber dem Wallis benachteiligt. Der Ausbau ist für die Kandertaler, nachdem sie für Jahre den Staub der NEAT Baustelle geschluckt haben eine verlockende Zukunftsvision! Antworten
Die Mehrheit der Güter welche durch den Lötschberg fliessen sind ausländische Transitgüter. Jeder Ausbau bedeutet höhere Gewinne für deutsche und italienische Grossbetriebe - und mehr Lärm und Umweltbelastung für das Kandertal. Mit anderen Worten will die BLS EU-Firmen auf Kosten der schweizer Randregionen noch stärker subventionieren. Und als Schweigegeld soll das IC-Halt in Frutigen ausreichen. Antworten













