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Armeeeinsatz: Ärger und Verständnis im Oberland

Von Sarah McGrath-Fogal. Aktualisiert am 07.10.2011 7 Kommentare

Die Armeeübung der Schweizer Luftwaffe «Stabante», von der vor allem die Gemeinden Adelboden, St.Stephan und Meiringen betroffen sind, sorgt je nach Region für mehr oder weniger Aufregung. Während die Akzeptanz beispielsweise in St.Stephan gross ist, verlangen Touristiker im Haslital eine flugfreie Ferienzeit.

1/7 Ein F/A-18 Hornet bei den Startvorbereitungen auf dem Militärflugplatz Meiringen im Rahmen der Übung «Stabante».
Bild: Hans Rudolf Schneider

   

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Fliegerschiessen Axalp

Am Mittwoch, 12., und Donnerstag, 13.Oktober, wird in der Region wieder geflogen: Das traditionelle Fliegerschiessen Axalp findet statt und wird Tausende anlocken. Am Anlass zeigt die Luftwaffe ihr Können in alpiner Umgebung. Die Luftwaffe trainiert seit 1942 im Gebiet Axalp-Ebenfluh. Auf dem Programm stehen ausser den Kampfjets auch Demonstrationen von Rettungs- und Löscheinsätzen, Einsätze der Fallschirmaufklärer oder Flugdemonstrationen mit Armeehelikoptern.

«Auf der Gemeindeverwaltung hatten wir gar keine Rückmeldungen, weder positive noch negative», sagt Beat Zahler, Gemeindeschreiber von St.Stephan. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Übung der Schweizer Luftwaffe sei gross, habe man in St.Stephan doch lange viel Militär gehabt. So wurde der Flugplatz bis in die 1990er-Jahre militärisch genutzt. Zahler glaubt auch, dass die Bevölkerung mit grösseren Lärmemissionen gerechnet habe: «Die Übung war nicht überdimensioniert.»

Auch im Tourismusbüro St.Stephan kam es zu keinen Klagen. «Mir sind keine Reklamationen bekannt», sagt Mitarbeiterin Silvia Steiger. Im Gespräch mit der Bevölkerung nehme man die Übung als «einmalig» war, also etwas, das auch wieder vorbeigehe.

«Fluglärm in der Ferienzeit»

Weniger zufrieden ist Nils Glatthard, Co-Direktor von Haslital-Tourismus. «Wir und die betroffenen Leistungsträger in der Region wünschen uns, dass solche Armeeübungen künftig nicht in der Ferienzeit abgehalten werden.» Es gebe Zeiten, die sich viel besser eignen würden, so zum Beispiel in der zweiten Hälfte Oktober oder im November. «Mit einer besseren Planung könnte man das Problem lösen. Wir wollen eine flugfreie Ferienzeit», verlangt Glatthard. Im Touristcenter habe man diverse Rückmeldungen erhalten von Touristen, die erstaunt und interessiert nach der Ursache für den Fluglärm fragten. «Dieses Interesse kann aber ganz schnell in Ärger umkippen», sagt Glatthard.

Flugfreie Ferienzeiten würde auch Eduardo Zwyssig, Geschäftsführer von Lenk-Simmental Tourismus unterstützen. «Je nach Einsatzbereich der Armee kann eine solche Übung sehr viel Lärm verursachen.» Trotzdem sei ihm «Stabante» nicht negativ und insgesamt auch sonst nicht gross aufgefallen. «Auch an der Front im Touristcenter gab es keine Reklamationen», sagt Zwyssig.

Respekt vor Klassikkonzerten

«Wir sind glücklich darüber, dass die Armee abends nicht geflogen ist. Die Luftwaffe nahm damit Rücksicht auf die Klassikkonzerte, die wir im Rahmen des Swiss Chamber Music Festivals durchführen», sagt Barbara Schäfli, zuständig für das Marketing bei Adelboden Tourismus. Sicher sei die Lärmbelastung für die Anwohner im betroffenen Quartier höher gewesen als anderswo. «Gestern war ausserdem noch Adelboden-Märit, da wars zumindest im Dorf sowieso nicht ruhig», sagt Schäfli. Es habe einige Reklamationen von Touristen gegeben, jedoch nicht übermässig viele.

«Lärm ist nicht auszuhalten»

Ebenfalls keine Reklamationen sind Hans Jakob Walter bekannt. «Ich war gestern auf der Verwaltung und habe nichts dergleichen gehört», sagt der Gemeindepräsident von Meiringen. Er geht jedoch davon aus, dass entsprechende Meldungen zur Militärübung im Rahmen des Sachplanverfahrens für den Flugplatz Meiringen eingehen werden.

Emil Feuz, Präsident Verein für weniger Fluglärm, bekam einen Anruf einer verärgerten Anwohnerin Meiringens: «Sie sagte zu mir, der Lärm sei nicht auszuhalten.» Er selber sei zum Zeitpunkt der Übung nicht im betroffenen Gebiet gewesen, könne den Ärger der Meiringerin aber durchaus verstehen.

Bernhard Zumbrunn, Vertreter der Anwohnerschaft Flugplatz ist aufgefallen, dass viele Fliegerfans, die für die Übung nach Meiringen reisten, im Parkverbot parkierten. Dies hätte so manchen Einheimischen verärgert. «Um solche Probleme hätte sich die Armee kümmern müssen», sagt Zumbrunn.

Ärgern oder freuen über den Einsatz der Luftwaffe muss sich seit gestern Abend auf jeden Fall niemand mehr: Die Übung «Stabante» wurde um 18 Uhr beendet. (Berner Oberländer)

Erstellt: 07.10.2011, 13:30 Uhr

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7 Kommentare

leonberg hans

07.10.2011, 13:14 Uhr
Melden 13 Empfehlung

"Weniger zufrieden ist Nils Glatthard, Co-Direktor von Haslital-Tourismus. «Wir und die betroffenen Leistungsträger in der Region wünschen uns, dass solche Armeeübungen künftig nicht in der Ferienzeit abgehalten werden" - und jedes jahr bringt das herbstliche fliegerschiessen auf der axalp gerade der region hunderte von touristen - was weit dr eigetlech usset numä klagä dir tourischtiker! Antworten


Elisabeth Fuchs

07.10.2011, 17:49 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Wir kamen am Mittwoch Nachmittag gut erholt aus den Ferien zurück. Unsere Nerven waren also sehr entspannt. Aber was wir bis heute an Lärm ertragen mussten, war unglaublich. Starten, landen, kreisen etc. Wenn da nicht Zorn wächst und wir am liebsten die Flugzeuge abschiessen würden...
Ich habe so etwas von genug!
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