Arbeitsplätze mit Schutz
Für die Heimnachbarn im Eisenbolgenquartier, die interessierten Meiringerinnen und Meiringer sind der Sunneschyn und seine Bewohner längst «integrierte Bestandteile» des Dorfes und der Region. Sie alle können am Samstag beim Tag der offenen Türen den Werkstattneubau, die sanierten und umgenutzten Teile des Heims und die neu gestaltete Umgebung besichtigen.
Sie werden staunen, wie geschickt die Langenthaler Architekten Lüscher und Egli den immerhin 56 Meter langen zweigeschossigen, in eine rote Holzlattenschalung gekleideten Werkstatttrakt gegliedert haben. Das zeigte sich auch an der Eröffnungsfeier am Dienstag.
Arbeiten und beschäftigen
Im Erdgeschoss liegt der grosse, helle Raum der geschützten Werkstatt. Hier, in der Produktion, wird seit dem Umzug bereits wieder fleissig gearbeitet, gilt es doch, alle hereingeholten Aufträge termingerecht zu erledigen. Das sorgfältig zusammengestellte und in Couverts verpackte Abstimmungsmaterial für den Urnengang von Ende September wartet in Plastikboxen auf den Versand.
Menschen, deren Behinderung ein kontinuierliches Arbeiten nicht gestattet, verbringen ihren Alltag wohl betreut im Sektor Beschäftigung im Obergeschoss. In einer der Gruppen bereitet man gegenwärtig bereits den Teig für den Schokokuchen vor: Er wird für die Gäste gebacken, die am Tag der offenen Tür vorbeischauen.
Bescheidene Anfänge
Die Kosten für Neu- und Umbauarbeiten, die nach einer über zwanzigjährigen Planungsphase im März 2009 in Angriff genommen wurden, belaufen sich auf rund 9 Millionen Franken. Bund und Kanton kommen für fast zwei Drittel der Summe auf, gut 3 Millionen hat die Trägerschaft, die Stiftung Sunneschyn, zu übernehmen.
Der rote Werkstattneubau entstand auf einer Parzelle, die 1994 erworben werden konnte. Die bestehende Heimanlage liegt – wie auch das ehemalige Bezirksspital und heutige Gesundheitszentrum – auf Land, das der Meiringer Lehrer Thomas Blatter der Öffentlichkeit zweckbestimmt geschenkt hatte. Die Zahlen aus den Sunneschyn-Anfängen hören sich recht bescheiden an: Von 1976 an wurden hier von einem kleinen Team je 10 behinderte Kinder und Erwachsene betreut. Heute sind 250 Mitarbeiter(-innen) in 160 Vollzeitstellen für 150 Behinderte im Einsatz, rund um die Uhr und an 365 Tagen.
Sonderschule und Filiale
Die Stiftung Sunneschyn führt in Meiringen eine vom Kanton anerkannte Sonderschule für Kinder mit 37 Plätzen und stellt ihnen auch ein Internat zur Verfügung. Betreute Wohngruppen mit behinderten Erwachsenen sind nicht nur auf dem ursprünglichen Heimareal, sondern auch auf zwei Geschossen im ehemaligen Meiringer Pflegeheim und heutigen Gesundheitszentrum und schliesslich in der «Filiale» Sunneblick in Ringgenberg zu finden.
So gesehen zählt der Sunneschyn zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region, sein jährlicher Betriebsaufwand beläuft sich auf rund 16 Millionen Franken.
(Berner Oberländer)
Erstellt: 26.08.2010, 10:30 Uhr


