Abstürzen – aber auf sicherem Boden

Ein neuer Flugsimulator ermöglicht Gleitschirmpiloten, das Handling in kritischen Situationen zu üben – dies als Ergänzung zur praktischen Flugschulung. Davon machten am Sonntag in Unterseen 16 Piloten Gebrauch.

Was tun bei einem «Klapper»? – Ulrich Rüger (r.) macht 
den jungen Piloten Silvio Jost mit seinem Flugsimulator vertraut.

Was tun bei einem «Klapper»? – Ulrich Rüger (r.) macht den jungen Piloten Silvio Jost mit seinem Flugsimulator vertraut. (Bild: Bruno Petroni)

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«Du gerätst in eine Turbulenz, dein Schirm hat einen Klapper, und du versuchst dich da wieder rauszumanövrieren, ohne dabei abzustürzen.» So lautete die simulierte Ausgangslage für Silvio Jost. Der junge Berner fliegt erst seit einem Jahr. Entsprechend unerfahren und unsicher ist er noch in Grenzsituationen. Wie 15 weitere Gleitschirmpiloten profitierte er am vergangenen Sonntag vom neuen, in Deutschland entwickelten Flugsimulator für Gleitschirmpiloten. «Dieses von einem Computerprogramm unterstützte Gerät ermöglicht Neupiloten und Wenigfliegern das Einüben von Reaktionsmustern in kritischen Flugsituationen», erklärt der bayrische Erfinder des «Active Fly», Ingenieur Ulrich Rüger. Sein Simulator verfügt ausserdem über ein Übungsprogramm für Nichtflieger und Neulinge.

Empfehlung vom Jetpiloten

Vom Angebot der Unterseener Gleitschirmflugschule Ikarus machte auch der Thuner Urs Hettich (kleines Bild) Gebrauch. Der 73-jährige ehemalige Luftwaffenpilot empfiehlt das Üben auf dem Simulator jedem Flugschüler und Gelegenheitspiloten: «Natürlich ist die Menge der Eindrücke geringer als in der Luft. Aber es vermittelt schon viel Sicherheit, wenn man den Klapper mal gefahrlos trainieren kann.» Als «Klapper» wird im Gleitschirmsport das seitliche Einklappen des Gleitschirms genannt, das durch seitliche Windböen oder Turbulenzen ausgelöst werden kann – eine kritische Situation für jeden Piloten; reagiert er falsch darauf, kann es unter Umständen zum Absturz mit tödlichen Folgen kommen.

Resonanz abwarten

Der Unterseener Fluglehrer Hanspeter «Häppy» Michel kam anlässlich einer Informationsveranstaltung des Schweizerischen Hängegleiterverbandes (SHV) vor zwei Monaten in Zürich mit dem Erfinder Ulrich Rüger in Kontakt. Dieser befindet sich zurzeit mit seinem mobilen Flugsimulator auf einer Tour durch die ganze Schweiz. (Berner Oberländer)

Erstellt: 30.03.2010, 09:49 Uhr

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