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Ab Donnerstag darf künstlich beschneit werden

Von Fritz Lehmann. Aktualisiert am 14.10.2009

Die Sommersaison ist noch nicht ganz abgeschlossen, und schon steht der Winter vor der Tür. Das neue Gesetz zur künstlichen Beschneiung wird im Oberland grundsätzlich begrüsst. Beschneit wird aber nur punktuell.

Schneekanone vor Eiger und Mönch auf der Kleinen Scheidegg.

Bruno Petroni

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Schnee ab Mitte Oktober

Seit diesem Jahr ist die technische Beschneiung der Skipisten im Berner Oberland bei genügend kalten Temperaturen bereits ab dem 15.Oktober zulässig. Artikel 29d der Bauverordnung (BauV) des Regierungsrates des Kantons Bern erlaubt dies bis und mit dem 15.März. Bisher durften die Bergbahnen ihre Schneekanonen zwischen dem 1.November und dem 31.März laufen lassen. Im Gegenzug darf in Zukunft nur noch Wasser ohne Zusätze verwendet werden. Die Gesetzesänderung erfolgte auf Grund eines Begehrens des Verbands Berner Bergbahnen (BBB). Die Bergbahnen forderten eine Vorverlegung des Beschneiungszeitraums, um eindeutige Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Wintersportregionen im Wallis, Graubünden und dem Ausland zu beseitigen. Diese können schon seit langem im Oktober kalte Nächte für die maschinelle Beschneiung der Pisten nutzen. Dank der Änderung können, laut BBB, die Bergbahnen die Skisaison drei bis vier Wochen früher eröffnen. Der Regierungsrat liess die Forderung durch eine direktionsübergreifende Arbeitsgruppe prüfen. Diese kam zum Schluss, dass eine frühere Beschneiung zu einem Mehrverbrauch an Wasser und Energie führe. Für Flora und Fauna ergäben sich jedoch keine direkten Nachteile. Für den Regierungsrat überwogen schliesslich die wirtschaftlichen Argumente des Verbands Berner Bergbahnen. bas

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Am Donnerstag schneit es. Zumindest wenn es nach dem Willen der Jungfraubahnen geht. Diese wollen das neue Gesetz (siehe Kasten «Gesetzesänderung») zur künstlichen Beschneiung ausnutzen: «Wir werden ab Donnerstag künstlich beschneien», sagt Simon Bickel, Mediensprecher der Jungfraubahnen, auf Anfrage. Wasser ist da: «Die drei Speicherseen Lauberhorn, Arvengarten und Fallboden sind voll.» Mit der vorsorglichen Beschneiung sei man flexibler, auch im Hinblick auf die Konkurrenz im Wallis und Graubünden. Rund eine halbe Million wurde in eine Beschneiungsanlage beim neuen Skilift Eigernordwand investiert. «Schneesicherheit ist ein Verkaufsargument», sagt Bickel. Im Skipass sind die Gebiete Kleine Scheidegg-Männlichen, First und Mürren-Schilthorn enthalten. Von den 214 Pistenkilometern werden 40 Prozent beschneit. Saisonstart ist am 5.Dezember, wenn es die Bedingungen erlauben auch schon früher. Im Skigebiet Männlichen wurden gemäss Direktor der Gondelbahn Grindelwald–Männlichen, Daniel Zihlmann, 3 Millionen Franken investiert worden, die Talabfahrt ist schneesicher. Geplant ist ein zweiter Stausee.

Bei Gstaad Mountain Rides will man mit dem Beschneien noch warten. Armon Cantieni, Direktor Bergbahnen Destination Gstaad AG: «Wir beschneien, wenn es die meteorologischen Verhältnisse erlauben.» Viel investiert wurde vergangenes Jahr in Gstaad: rund 20 Millionen Franken. Schneesicher ist neu etwa die Strecke Kalberhöhe–Rougemont. Das Skigebiet verfügt über einen Speichersee auf dem Hornberg, die Wasserentnahme erfolgt auch aus Saane und Simme: «Die Restwassermengen werden eingehalten, die Niederschläge haben den Wassermangel entschärft», sagt Cantieni. Offizieller Saisonstart ist ebenfalls am 5.Dezember. Das Gebiet Glacier 3000 gehört zu Gstaad Mountain Rides und auch zu der Alp Vaudoise. Hier beginnt die Saison früh: «Eröffnung ist am 31.Oktober», sagt Marketingleiter Bernhard Tschannen. Wassermangel bestehe nicht, der Sanetsch-Stausee liefere genügend Wasser. «Die Möglichkeit, früher zu beschneien, ist für uns von Vorteil, weil unser Skigebiet von 1300 bis 3000 Meter reicht.»

Bei den Bergbahnen Lenk ändert man vorerst an der Beschneiungsstrategie nichts: «Vor Ende der Sommersaison wird nicht künstlich beschneit», sagt Geschäftsführer Nicolas Vauclair. Die modernisierte Walleggbahn soll voraussichtlich am 14.November in Betrieb gehen. Wasser ist auch hier kein Problem, die Entnahme erfolgt aus der Simme: «Wir beziehen nur einen kleinen Teil des Wassers aus dem Fluss», sagt Vauclair. Schneesicherheit sei wichtig für ein gutes Geschäftsergebnis.

Auf der Engstligenalp will man gemäss Geschäftsführer Adrian Brügger ebenfalls nicht vor Ende der Sommersaison beschneien: «Wenn es die Verhältnisse zulassen, werden wir punktuell Schlüsselstellen beschneien.» Saisonstart ist am 19.Dezember. Rund 10 Prozent der 16 Kilometern Piste sind künstlich beschneibar. «Wir haben viel Naturschnee, unsere Gäste schätzen das.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 14.10.2009, 09:15 Uhr

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