AEK baut ihren Marktanteil weiter aus

ThunDie AEK Bank 1826 konnte auch im letzten Geschäftsjahr Marktanteile gewinnen. Die Bilanzsumme wuchs um 10 Prozent auf 3,56 Milliarden Franken. Der Geschäftserfolg war mit 15 Millionen Franken aber rückläufig.

2015 flossen mehr Kundengelder bei der AEK Bank. Im Bild die Filiale in Uetendorf.

2015 flossen mehr Kundengelder bei der AEK Bank. Im Bild die Filiale in Uetendorf. Bild: zvg/AEK Bank

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Für Markus Gosteli war es eine Premiere, als er gestern die Jahreszahlen der AEK Bank 1826 präsentieren konnte. Er hatte erst letzten August die Direktion übernommen, nachdem der langjährige Direktor Remo Häcki freigestellt worden war. Und Gosteli konnte gleich mit weitgehend positiven Zahlen aufwarten. «Wir hatten auch letztes Jahr wiederum ein sehr grosses und gesundes Wachstum», sagte Gosteli.

Die Thuner Regionalbank konnte ihre Kundenausleihungen um 6,9 Prozent auf 3,22 Milliarden Franken steigern. Gleichzeitig flossen der Bank zusätzliche Kundengelder von 184 Millionen Franken zu (+7,3 Prozent). Damit wuchs die Bilanzsumme um 10,3 Prozent auf 3,56 Milliarden Franken an. Unter dem Strich konnte die AEK Bank ihren Reingewinn um 1 Prozent auf 9, 5 Millionen steigern. Davon sollen 350 000 Franken an gemeinnützige Institutionen in Form von Vergabungen ausgeschüttet werden.

Geschäftserfolg ging zurück

Die sinkenden Zinsmargen machen aber auch der AEK zu schaffen. «Trotzdem konnte der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft um 1,1 auf 50,4 Millionen erhöht werden», sagte Gosteli. Die Zunahme der Erträge führte dank Privatbankdienstleistungen, anderen Dienstleistungen und Beteiligungs- und Liegenschaftserträgen dazu, dass ein Geschäftserfolg von 15 Millionen Franken erzielt werden konnte, was 3,5 Prozent unter dem Ergebnis vom Vorjahr liegt.

Gosteli führte diese Entwicklung auch auf höhere Kosten für den Ausbau der Kundenberatung, das wachsende ­Geschäftsvolumen sowie die Zunahme der neuen Regulationen zurück. Die AEK Bank gehöre mit einem Kosten-Ertrags-Verhältnis von 40,6 Prozent laut Gosteli aber weiterhin zu den kostengünstigsten Banken der Schweiz.

Eigenmittel weiter erhöht

Die bilanzierten Wertberichtigungen für Ausfallrisiken be­tragen 130,2 Millionen. Weiter konnte durch die Umverteilung von Wertberichtigungen in Höhe von 55,6 Millionen ein Teil als ­zusätzliche Eigenmittel angerechnet werden. «Dies stärkt die Eigenmittel der Bank nochmals wesentlich», betonte Gosteli.

Mit 417,9 Millionen Franken weist die AEK Bank Eigenmittel von fast 12 Prozent der Bilanzsumme aus, vorgeschrieben wären 143 Millionen Franken. «Das ist eine sehr komfortable Situation und zeigt, dass wir die Sicherheit hoch ­gewichten», betonte der scheidende Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Zurflüh (vgl. Kasten Organisation).

Umbau im Bälliz naht

Um ihre Effizienz weiter zu er­höhen, führt die AEK die ad­ministrativen Fachbereiche Finanzierungen, Anlagen und Kontendienstleistungen zu einem Kundencenter zusammen. «Diese Reorganisation wird es der Bank ermöglichen, Dienstleistungen noch zeitnaher und effizienter anzubieten», sagte Gosteli.

Diese neue Organisationsstruktur reduziere den administrativen Aufwand der Kundenberater, die dadurch zusätzliche Ressourcen für die persönliche Beratung ihrer Kunden erhalten würden. Diese Optimierung erfolge bei unverändertem Personalbestand. Ende 2015 beschäftigte die AEK 136 Personen, 6 mehr als im Vorjahr.

Das Kundencenter wird auf Mitte Jahr seine Tätigkeit an der Seestrasse in Thun aufnehmen und nach dem Umbau der Niederlassung im Bälliz 46 tätig sein. Beginnen soll die Sanierung der Liegenschaft, wo früher das Altersheim Falken untergebracht war, Anfang 2017. Für die Dauer der Umbauphase von rund zweieinhalb Jahren steht den Kunden im Bälliz 16 ein Provisorium inklusive Schalterservice zur Verfügung.

Schon fast abgeschlossen ist hingegen der Umbau der neuen Niederlassung in Heimberg. Diese soll Mitte Juni fertig sein. Weitere Änderungen am Filialnetz seien für die nächste Zeit nicht vorgesehen. So betreibt die AEK heute in der Region Thun zwölf Niederlassungen, hinzu kommt eine Filiale in Bern. «Diese entwickelt sich gut und bringt uns neue Kunden», sagte Cajetan Maeder, stellvertretender Direktor und designierter Verwaltungsratspräsident. (Thuner Tagblatt)

(Erstellt: 23.02.2016, 15:08 Uhr)

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Mit neuem VR-Präsident und einer Geschäftsleitung

Bei der AEK Bank 1826 gibt es gleich mehrere personelle Veränderungen. So tritt infolge ­Altersbeschränkung nach vierzehn Amtsjahren Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Zurflüh an der nächsten Generalversammlung vom 12.?März ­zurück. Auch Verwaltungsrat Vincenz Oppliger tritt nicht mehr an.

Neuer Verwaltungsratspräsident soll der 48-jährige Cajetan Maeder aus Oberhofen werden. Er arbeitet seit 2011 bei der AEK, zuletzt als stellvertretender Direktor. Wird er von der Generalversammlung gewählt, tritt er aus dem operativen Geschäft zurück und konzentriert sich auf das VR-Präsidium.

Für den Verwaltungsrat vorgeschlagen werden Marlise Rüfenacht (Seftigen) und Fredy Brügger (Thun). Die Verwaltungsräte Ulrich Scheidegger (Vizepräsident), Christoph Bangerter, Kathrin Fuhrer, Christoph Sigrist und Philemon Zwygart stellen sich für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren zur Wiederwahl.

Nach der überraschenden Freistellung des früheren Bankdirektors Remo Häcki Mitte August 2015 führte Markus Gosteli die Bank als Direktor ad interim. Neu wird nun im März ein Geschäftsleitungsmodell eingeführt.

Gosteli wird Vorsitzender der Geschäftsleitung. Diese besteht weiter aus Patric Vaudan (Finanzen und Immobilien), Raymond Lergier (Anlagen), Alex Marjanovic (Niederlassungen), Adrian Boss (Kundenberatung) und Thomas Heiniger (Kundencenter). «Mit diesem Modell können wir eine effiziente Geschäftsführung sicherstellen», betonte Markus Gosteli gestern vor den Medien.

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