269 Stände am Spiez-Märit
Beim Aufbau der Marktstände ist auch die Polizei präsent: Bei der «Krone» kam es zu einem kleinen Unfall. (Bild: Peter Rothacher)
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Aber auch einzelne Marktfahrer beziehen nach dem vorgegebenen Plan mit ihren bis zu 20 Meter langen Verkaufsständen bereits ihre Plätze. Gesamthaft sind es 269 Aussteller aus fast der ganzen Schweiz. Das sind rund 30 mehr als sonst. «Mit Ausnahme des Tessins sind wohl alle Kantone vertreten», erklärt Urs Hofer. Der ehemalige Dorfpolizist betreut bereits den 24.Märit. Er und sein Stellvertreter Peter Abplanalp, beide von der heutigen Spiezer Abteilung Sicherheit, überwachen den Aufbau. Später werden sie die Mieten einkassieren. Gemeindestände kosten inklusive Aufbau 65 Franken. Für die anderen sind pro Laufmeter zehn Franken fällig.
Plötzlich – zirka um halb sieben – Hektik bei der «Krone»: Ein von einer Autolenkerin ungenügend gesicherter Lieferwagen rollt rückwärts. Er stösst gegen einen bereits platzierten Marktstandanhänger. Dieser gerät ebenfalls ins Rollen und kollidiert mit einem Verkaufsstand. Zwei Personen retten sich mit einem Sprung zur Seite. Glück im Unglück: Niemand wird verletzt. Der Sachschaden beträgt allerdings mehrere tausend Franken. Ab und zu brauchts Nerven: etwa dann, wenn der Nachbar zu viel Platz beansprucht oder ein Auto noch immer im Weg steht.
Sonne erhellt Geschehen
Schon wieder wirds laut, ein Hubschrauber überfliegt die Szenerie: Er hat nichts mit dem Markt zu tun, sondern platziert bei dem im Umbau stehenden Hotel Eden irgendwelche schweren Elemente. Die Sonne erhellt nun schon das Marktgeschehen, und ein St.Galler Händler verkauft um halb acht bereits ein erstes Hemd, während sich eine Stunde später ein Solothurner immer noch zu seinem Standplatz vorkämpft. An der Seestrasse hat jemand sein Auto trotz Parkverbot stehen lassen. Die Marktleute bauen achselzuckend ihr Angebot darum herum auf. Süsse Düfte durchziehen mittlerweile die Strassen im Zentrum von Spiez, der Märit hat endgültig begonnen.
Die Strassen füllen sich mit Besuchern, zeitweise gibts kaum mehr ein Durchkommen. Gross und Klein vergnügt sich an Essens- und Getränkeständen, man trifft Bekannte – hier ein Küsschen, da ein Küsschen. Fleissig dreht das Rösslispiel, und auch Erich Murer ist mit den Frequenzen auf seinem Funny Worm für Kinder zufrieden. «Die Leute bleiben bei diesem Prachtwetter länger», stellt Arthur Mathyer fest. Entsprechend gut verkaufen sich sein Magenbrot und andere Süssigkeiten. Seit 65 Jahren ist diese Confiserie aus Jegenstorf bereits am Spiez-Märit vertreten.
Unglaublich, aber wahr: Die sommerlichen Temperaturen können sich auch nachteilig auswirken. «Es ist zu warm für lange Unterhosen – die verkaufe ich sonst besser», sagt Remo Huber aus Gossau. Und er muss es wissen, denn auch seine Bremo-Textilien gibts in Spiez seit 57 Jahren zu kaufen – immer am Märit. (Berner Zeitung)
Erstellt: 29.09.2009, 08:51 Uhr


