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17 Bands und ein grosses Partyzelt

Von Hans Boss. Aktualisiert am 09.08.2010

So feierte man bei Rock'n'Roll und Sonnenschein am 23. Brienzersee Rockfestival.

Der Monat August hat erst vor wenigen Tagen begonnen, in Brienz am See steht ein grosses Zelt, und von fern und nah strömt eine Vielschar Leute herbei. All das kann nur eines bedeuten: Das Brienzersee-Rockfestival sorgt mal wieder für gute Musik und eine gemütliche Festatmosphäre. Schon zum 23.Mal fand der Traditionsanlass vergangenes Wochenende statt. 17 Bands aus der sehr weit dehnbaren Sparte Rock hatte das OK an den Brienzersee eingeladen. Das Publikum musste man nicht extra einladen. Es kommt jedes Jahr ohnehin von selber. Dieses Jahr waren es insgesamt 6500 Musikbegeisterte.

Bei einem Festival geht es nicht nur um die Musik. Die Atmosphäre ist genauso entscheidend, und die ist in Brienz positiv. Der See lud bei prächtigem Sonnenschein zum Verweilen an der frischen Luft ein, die Helfer an der Fassstrasse hatten alle Hände voll zu tun, da Rock’n’Roll bekanntlich auch hungrig macht, und das Bier floss sowieso in Strömen. Die «Blibid suber»-Bar war genauso gut besucht wie die Schindi-Bar vor dem Festivalgelände. Manch einer blieb direkt dort hängen – ganz unter dem Motto: Wer das Festivalticket spart, hat mehr Geld für anderes übrig.

Am Brienzersee-Rockfestival setzt man alles auf eine Karte, den Rock. Man trifft ihn zwar in allen seinen Variationen und Formen an, doch Gitarre, Bass und Schlagzeug sind in Brienz schlichtweg Pflicht. Schon von den ersten Konzerten an herrschte ausgelassene Stimmung. Dass am Freitagabend als Zweiter auf dem Programm mit Trauffer ein Einheimischer spielte, war das auch nicht weiter verwunderlich. Der wahre Lokalmatador folgte aber erst noch – wer anders als Polo Hofer, ohne den es das Brienzersee-Rockfestival gar nicht geben würde? «I liebe Brienz», verkündete er lautstark. Das Publikum gab die Liebe gerne zurück und wurde nicht enttäuscht. Der Interlakner bewies zusammen mit seiner Band, dass sowohl die neuen als auch die alten Songs nach wie vor ankommen. Und wenn bei Polo National die angeschlagene Stimme mal etwas nachliess, waren seine Bandkollegen oder das Publikum prompt zur Stelle.

Manfred Mann’s Earth Band war die international bekannteste Formation, die in diesem Jahr auf der Festivalbühne stand. Die Band um den südafrikanischen Pianisten, von dem meistens nur der Hut hinter den Keyboards hervorschaute, liess vor allem ihre Instrumente sprechen. Sänger Noël McCalla unterlegte das Ganze mit viel Soul und forderte zudem ein offenes Dach, sodass man die Berge sehen könne. Es schien, als wollten ihm die Jungs von Whole Lotta DC gleich im Anschluss diesen Wunsch erfüllen, denn ihr Auftritt brachte das Zelt zum Beben. Die Emmentaler AC/DC-Coverband um Gitarrist Rushi «Fatgus» Rothen, den das OK laut Präsi Peter Schneider in Chicken Nuggets bezahlt, kam in Sachen Energie und auch musikalisch ihren grossen Vorbildern ziemlich nahe. Für Abwechslung sorgten die einheimische Metal Band Reign of Silence oder die Funpunker von QL, die mit Pepe Lienhard und seinem Bläserensemble einheizten.

«Steue u nid lege»: An diesen Grundsatz wurde das Brienzer Rockpublikum am Sonntagnachmittag erinnert. Stiller Has um Endo Anaconda boten bluesigen Sound mit Witz, Poesie und einem Schuss Skurrilität. Als Abschluss des Festivals war die Reihe dann wieder an einem Oberländer. Der Interlakner Ritschi war mit seiner Band da und stellte neben seinem Talent als Sänger auch jenes als Entertainer unter Beweis. Ein würdiger Abschluss unter ein Festival, das vor allem viel nationale Spitzenmusik und schöne Festatmosphäre bot.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 09.08.2010, 09:11 Uhr

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