Festival hält an Mikhail Pletnev fest
«Die Pressemeldungen der letzten Wochen über den russischen Dirigenten Mikhail Pletnev wegen möglicher sexueller Übergriffe auf Minderjährige in Thailand beschäftigen auch das Menuhin Festival Gstaad», teilte das Festival gestern mit. Das diesjährige Festivalprogramm sieht am 28.August einen Auftritt Pletnevs mit seinem Russian National Orchestra und dem Violinisten Vadim Repin vor.
Die Festivalleitung habe sich seit den ersten Meldungen intensiv mit der laufenden Entwicklung beschäftigt und stehe in regelmässigem Kontakt mit dem Schweizer Management von Pletnev. «Das Menuhin Festival hält klar am Prinzip der Unschuldsvermutung fest, da die momentan verfügbaren Informationen keine Beurteilung darüber, ob die Anschuldigungen gerechtfertigt sind, zulassen. Sollten sich die Vorwürfe gegen Mikhail Pletnev erhärten, wird das Festival jedoch unverzüglich die Konsequenzen ziehen», schreibt die Organisation. Auch für den Fall, dass der russische Dirigent die Reise in die Schweiz nicht antreten könne, würden – zusammen mit dem Orchester und dem Solisten des Abends – Alternativen geprüft.
Auf Kaution frei
Pletnev wurde am 5.Juli in einem Restaurant im Badeort Pattaya festgenommen. Laut Medienberichten hörten Gäste, wie der Russe den Polizisten erklärte: «Ich hatte nie Sex mit einem Jungen.» Doch ein 15-Jähriger wirft Pletnev gemäss BBC Missbrauch vor. Ausserdem belasteten auch mehrere wegen Produktion von Kinderpornos Verhaftete den russischen Stardirigenten. Der 53-Jährige ist inzwischen gegen eine Kaution von 300'000 Baht (rund 9800 Franken) freigekommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Pletnev streite noch immer jede Schuld ab. (Berner Oberländer)
Erstellt: 30.07.2010, 12:02 Uhr













