Thun

Abstand zu gering: Automobilistin erhält Geldstrafe

ThunEine Autolenkerin akzeptierte den Strafbefehl nicht. Doch auch der Thuner Einzelrichter verurteilte sie wegen grober Verkehrsregelverletzung zu einer Geldstrafe, weil sie mit völlig ungenügendem Abstand die Spur gewechselt hatte.

Beim Spurwechsel war der Abstand nicht gross genug zum nachfolgenden Fahrzeug. (Symbolbild)

Beim Spurwechsel war der Abstand nicht gross genug zum nachfolgenden Fahrzeug. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Ende Januar 2013 fuhr eine Frau aus dem Welschland Richtung Lenk. Auf der A6 im Raum Heimberg fuhr sie hinter einem langsamen Lieferwagen. Sie beschloss, diesen zu überholen, und suchte eine Lücke im Verkehr auf der Überholspur. Sie sagte vor Gericht aus, sie habe sich gut umgesehen gehabt, bevor sie sich zum Spurwechsel entschied. Der Abstand zum Auto, das sich hinter ihr auf der Überholspur befunden habe, sei genügend gross gewesen, als sie ausscherte, und weil sie ja beschleunigt hätte, sei er rasch noch grösser geworden. Der Abstand betrug 0,35 Sekunden oder 9,33 Meter.

Genaue Messungen

So genau weiss man das, weil der Wagen hinter ihr ein Polizeifahrzeug der mobilen Polizei war. Dieses war mit Messgeräten ausgerüstet, nahm die Situation auf Video auf und konnte die Distanz auswerten. Der Polizeiwagen zeigte der Frau an, dass sie ihm folgen soll. Gemäss ihren Aussagen hatte sie damals keine Ahnung, warum die Polizei sie stoppte. Als sie das Video sah, erkannte sie zwar, dass der Abstand wohl zu gering war, aber sie dachte, es sei präventiv, so eine Art Aufklärungskampagne. Die Polizisten erklärten ihr, dass sie einen Rapport und eine Anzeige machen würden, aber auch da dachte die Frau noch, es sei nichts Schwerwiegendes. Denn sie habe sich ja vergewissert, dass sie gefahrlos die Spur wechseln könne.

Polizei macht Anzeige

Die Polizisten der mobilen Polizei massen nochmals nach, was ihre Geräte bereits angezeigt hatten. Der Abstand war nur 0,35 Sekunden und damit unter der untersten Limite von 0,5 Sekunden. Empfohlen werden 2 Sekunden Abstand. Daraufhin verfassten die Polizisten die Anzeige wegen grober Verkehrsregelverletzung. Sie schrieben, dass sie massiv abbremsen mussten, um einen Unfall zu vermeiden. Als dem Fahrer des Polizeiwagens das Video gestern im Rahmen der Verhandlung vor dem Einzelrichter vorgeführt wurde, musste er allerdings zugeben, dass er nur kurz vom Gas ging und später wieder beschleunigte. Von unmittelbarer Gefahr war nichts festzustellen, was wenig später auch der andere Polizist bestätigte.

Da die Frau den Strafbefehl nicht akzeptierte, wandte sie sich an ihre Rechtsschutzversicherung. Der ihr zur Verfügung gestellte Verteidiger plädierte auf einfache Verletzung der Verkehrsregeln.

Zu wenig Abstand

Er bestätigte, dass der Abstand zu klein gewesen sei und die Frau die Fahrspur unvorsichtig gewechselt habe. Aber aufgrund des Videos sei klar erwiesen, dass das nachfolgende Fahrzeug nicht gefährdet worden sei. Es sei keine besonders gefährliche Situation entstanden, weil beide Fahrzeuge fast gleich schnell, knapp 100 Kilometer pro Stunde, gefahren seien. Die Automobilistin habe zwar ein Rendezvous gehabt, aber sei nicht pressiert gewesen. Der Gerichtspräsident verwies auf die Tatsache, dass eine Verurteilung zu einer leichten Verkehrsregelverletzung keinen Entzug des Fahrausweises nach sich ziehen würde, hingen wäre dies bei einer groben Verkehrsregelverletzung zwingend.

Grobe Tat

Doch der Gerichtspräsident liess sich nicht umstimmen. Er erklärte: «Die Tatsache bleibt, sie hatte zu wenig Abstand. Sie hat die Mindestdistanz von 0,5 Sekunden unterschritten. Damit hat sie grobfahrlässig gehandelt.» Darum wurde sie wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt – zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 40 Franken. Die Strafe wurde bedingt ausgesprochen bei einer Probezeit von zwei Jahren. Bezahlen muss sie die Verbindungsbusse von 500 Franken sowie die Verfahrenskosten von gut 2000 Franken. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 11.01.2014, 11:47 Uhr

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