Viele Politiker kamen nicht zur Einweihung des Minaretts
Von Rebecca Wyss. Aktualisiert am 29.06.2009 3 Kommentare
Minarett: Die Schweizer Fahne wehte, die Schweizer Gäste blieben jedoch fern. (Bild: Isabel Mäder)
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Umgeben von Cargo-Wagen, Bahngeleisen und Industrieerzeugnissen aller Art ragt es in den Himmel, grellweiss mit goldenen Kanten. Fast unwirklich wirkte das Minarett am Samstagnachmittag in dieser Umgebung. Unwirklich war durch den Lärm der Stell-Arbeiten im Hintergrund auch die Einweihungsfeier.
«Wir danken Ihnen, dass Sie uns an diesem Tag nicht alleine gelassen haben», übersetzte ein Mitglied des Vereins die ersten türkischen Worte von Mustafa Karahan, dem Präsidenten des Türkischen Kulturellen Kreises. In verschiedenen Medien sei berichtet worden, der Verein sei nicht für den Dialog offen, fuhr der Übersetzer fort. «Das ist falsch.» Man habe Kantons- und Gemeindepolitiker, Kirchen und nicht zuletzt das Volk eingeladen, an der Feier teilzunehmen.
Viele Gäste blieben fern
Von all diesen waren nur wenige gekommen. Ein Vertreter der Jungsozialisten und ein Baselstädter SP-Grossrat – beide türkischstämmig – sowie ein Vertreter der Evangelisch-Methodistischen Kirche Zofingen waren anwesend. Eine magere Bilanz, angesichts der ursprünglich geladenen Gäste, zu denen auch der kantonale Integrationsbeauftragte Albert Weibel gehörte. Er fehlte aus Protest (wir berichteten).
Stille bei Schweizer Hymne
Auch das Schweizer Volk glänzte durch Abwesenheit. Dies fiel vor allem bei der Vorführung der Nationalhymnen auf. Während die türkische Gemeinde lauthals Strophe für Strophe ihrer Hymne mitsang, herrschte während dem «Trittst im Morgenrot daher» peinliche Stille. Die einzigen Schweizer sassen mit Block und Bleistift oder Mikrofon und Kamera in der ersten Reihe – Journalisten.
Hinter dem Podium wehten Fahnen. Die Schweizer Flagge war darunter sowie die türkische. Aber auch jenes umstrittene weisse Stück Stoff mit dem heulenden Wolf – das Symbol der Grauen Wölfe – war gehisst.
«Symbol der Freiheit»
Karahan sprach über Integration und dass dies bedeute, seine eigene Kultur zu kennen und sich an die Schweizer Begebenheiten anzupassen: «Alles andere wäre Assimilation.» Das Minarett fördere diese Integration, den Frieden und den gegenseitigen Respekt. «Eine Moschee ohne Minarett ist nicht denkbar. Das ist wie ein Kirchturm ohne Glocke.»
Starken Beifall erntete nach Karahan Stefan Moll. Für den Pfarrer der Evangelisch-Methodistischen Kirche Zofingen stand in Bezug auf das Minarett eher der demokratische Aspekt denn ein religiöser im Vordergrund. Religionsfreiheit habe nichts mit Minaretten oder Kirchtürmen zu tun: «Sie lebt von gegenseitiger Anerkennung und Respekt.» Moll betonte den Schutz der Rechte religiöser Minderheiten und verurteilte jegliche Form von Intoleranz. Dabei holte er zum Rundumschlag gegen die SVP – obwohl nicht namentlich erwähnt – und die Anti-Minarett-Initiative aus. Die christlichen Stimmen des Widerstandes gegen das Minarett seien sehr laut. Viele Christen würden aber anders denken, «das sollen Sie wissen». Mit der Anti-Minarett-Initiative werde die Religionsfreiheit untergraben: «Ein Minarett ist ein Symbol der Freiheit.» (Solothurner Tagblatt)
Erstellt: 29.06.2009, 10:20 Uhr
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3 Kommentare
Ich verbringe seit langem einige Wochen im Jahr in der Türkei (Strassentierhilfe). Bis heute ist mir kein einziger Kirchenbau für Chisten begegnet ist. Es gibt viele Christen die dort leben und ein Gotteshaus für Christen suchen. Die Suche danach ist erfolglos. Woher nehmen sich eigentlich die Muslime in der CH das Recht, solche Forderungen zu stellen? Islamismus als CH-Recht ist vorprogrammiert. Antworten
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