«Solothurner Zeitung»: Kritik an Regierung

Aktualisiert am 18.03.2010

Der Verkauf der «Solothurner Zeitung» vor exakt einem Jahr warf am Mittwoch noch einmal Wellen im Solothurner Kantonsrat.

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Kantonsrat Urs Allemann (CVP) warf der Solothurner Regierung vor, sie habe «willfährig und naiv» den Verkauf der «Solothurner Zeitung» in den Aargau ermöglicht. Der genau vor einem Jahr erfolgte Zeitungsdeal sei nur zu Stande gekommen, weil die Regierung einem neuen Stiftungszweck der Verkäuferin, der Solothurner Vogt-Schild-Stiftung, zugestimmt habe. Das sei vielleicht juristisch korrekt gewesen, aber ein politischer Fehler. «Die Politik kann zwar nicht direkt für Pressevielfalt sorgen, aber sie kann die dafür nötigen Rahmenbedingungen schaffen», erklärte Allemann. Es sei nämlich genau das passiert, was die Stifterväter hätten verhindern wollen, «dass Stiftungsräte, die nicht willens oder fähig sind, das Unternehmen zu führen, dieses einfach veräussern können». Allemann wittert FDP-Filz und macht die Regierung für die Folgen verantwortlich: «Für die Presselandschaft im Kanton Solothurn ist dies eine mittlere Katastrophe.» Die «Solothurner Zeitung» – sie ist Teil der «Mittelland Zeitung» – werde seither von ihrem neuen Besitzer, dem Badener Verleger Peter Wanner, «zu Tode gespart». Der Qualitätsverlust sei besorgniserregend, sagte Allemann. Unterstützt wurde er von der SP und den Grünen.

Der Abbau

Tatsache ist: Die Zahl der Redaktionsstellen sank innerhalb eines Jahres von 52 auf 37. Die Redaktion in Grenchen wurde geschlossen. Der Seitenumfang schrumpft. Erleichtert wurde dieser Abbau, weil die Tamedia im Herbst das «Solothurner Tagblatt» einstellte. Nach acht Jahren hat die «Solothurner Zeitung » keine Konkurrenz mehr.

Beschwerde eingereicht

Verleger Peter Wanner, der zuvor mit 35 Prozent an der Vogt-Schild beteiligt war, erklärte den Solothurner Redaktoren, er sei durch die Besitzer kurzfristig zum Kauf gezwungen worden. Der auf 20 Millionen geschätzte Kaufpreis ging an die Vogt-Schild-Stiftung. Gegen die Verwendung des Geldes reichte die Betriebskommission bei der Stiftungsaufsicht bereits eine Beschwerde ein: Sie befürchtet, dass das Geld zweckentfremdet und ausserkantonal verwendet wird. (rgw/BZ)

Erstellt: 18.03.2010, 08:04 Uhr

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