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Seit 10 Jahren vorne mit dabei

Zehn Jahre ist es her, seit die drei Gründer der Webgearing AG in die Internet-Branche eingestiegen sind. Trotz geplatzter Internetblase anfangs 2000 blickt der alte IT-Hase heute einer viel versprechenden Zukunft entgegen.

Die Gründer und ihre Mitstreiter: Thomas?Probst (3. v.l.), Daniel Ritsch (4. v.l.) und Reto Ramel (ganz rechts).

Beat Mathys

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Hinge das Firmenlogo nicht an der Fassade, würde man glatt daran vorbei laufen, so unscheinbar ist das Häusschen, in dem die Angestellten der Webgearing AG ihrem täglichen Geschäft nachgehen. Wie ein New-Yorker-Geschäftshaus mit gläsernen Fassaden wirkt es nicht gerade. Eher wie ein schlichtes, bescheidenes Wohnhaus, das es denn früher wohl auch war. So schlicht das Geschäftshaus des Unternehmens an der Zuchwilerstrasse in Solothurn auch wirken mag, sein Erfolg ist alles andere als bescheiden. Dieses Jahr feiert es sein zehn Jahre-Jubiläum – eine Leistung angesichts der Schnelllebigkeit der Internetbranche.

Traumhafter Start

Dabei hätte es auch ganz anders kommen können. Angefangen haben der Informatiker Thomas Probst, der Screen- und Printdesigner Reto Ramel und der Medien- und Kommunikationsmanager Daniel Ritschard mit Webseiten für KMU aus dem Bekanntenkreis. Als die Nachfrage dann immer grösser wurde, packten die drei Freunde aus Kantonsschul-Zeiten ihr Hobby professionell an und gründeten das lokal verankerte IT-Unternehmen Webgearing AG. Zu Beginn mit Erfolg.

Die Bedingungen damals waren auch ideal. In der Internetbranche herrschte Hochkonjunktur. Internet war begehrt, die Erfolgsverheissung schlechthin. Jeder wollte damit das grosse Geld verdienen, was eine Weile auch gut funktionierte. Doch dann, ein Jahr nach der Gründung von Webgearing, platzte die grosse Internetblase und eine ganze Reihe von Unternehmen blickte ihrem Untergang entgegen.

Alptraumartige Landung

Diese Baisse ging auch am jungen Unternehmen nicht spurlos vorbei. «Damals war völlig unsicher, was die Zukunft bringen würde», erinnert sich Senior Consultant Ritschard. «Das war eine sehr schwierige Zeit für uns. Wir hatten Angst um unser Unternehmen.» Die Akquisition wurde immer schwieriger, der Preisdruck stärker und die Kunden skeptischer. Webgearing hielt trotzdem durch. Heute ist Ritschard überzeugt, dass dies dem Fokus des Unternehmens zu verdanken ist. Man habe sich darauf spezialisiert, bei Kunden die Umsätze zu steigern oder durch die Vereinfachung von Abläufen Kosten zu senken. «Damit lieferten wir messbare Resultate.»

Das ist bis heute so. Das Zauberwort lautet umfassende Onlinekommunikation: Wenn ein Kunde eine Webseite in Auftrag gibt, erarbeitet Webgearing einerseits eine auf die Bedürfnisse von Suchmaschinen angepasste Webseite und andererseits ein Konzept dafür, wie man potenzielle Kunden auf die Seite bringt. Dies geschieht mittels Newslettern, Online-Games sowie Suchmaschinen- und Mobile-Marketing.

Das Unternehmen, das mittlerweile eine Filiale im Zürcher Regensdorf unterhält, erarbeitet auch auf eigene Anstrengung hin Innovationen. Ein Beispiel dafür sind sogenannte interaktive TV-Dienste, welche auf Internettechnologien basieren. Damit kann der Nutzer über den Fernseher verpasste SF-Sendungen nach der Ausstrahlung abrufen.

Grosse Ziele für die Firma

Innovationen gehören laut Ritschard zum Erfolgsrezept: Man dürfe nicht stehen bleiben in dieser Branche. «Dafür muss man in der Welt leben, in der man arbeitet», so Ritschard. Dazu gehöre zum Beispiel auch, einen Facebook-Account oder ein iPhone zu haben. Zudem unterhält man regelmässig Kreativmeetings mit allen acht Angestellten, um Ideen zu sammeln.

Zehn Jahre sind seit der Gründung vergangen, weiteren zehn Jahren sehen die Leiter der Webgearing AG trotz derzeitiger Wirtschaftskrise selbstbewusst entgegen. «Vor allem der Bereich Mobile wird noch zunehmen.» Es werde bequemer, per Handy auf Internetdienste zuzugreifen. In zahlreichen Schwellenländern Afrikas hätten viele Leute wegen der fehlenden Kabelinfrastruktur kein Internet-Zuhause. Deshalb würden dort die ersten Kontakte mit dem Internet über das Handy stattfinden. Für Webgearing ist das Ende der Fahnenstange also noch lange nicht erreicht. Ritschard blickt dementsprechend optimistisch in die Zukunft: «In zehn Jahren sind wir einer der führenden E-Business-Dienstleister in der Schweiz». (Solothurner Tagblatt)

Erstellt: 08.07.2009, 09:25 Uhr

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