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Kater fast von Drahtschlinge erwürgt

Von Anita Zulauf. Aktualisiert am 19.08.2009

Wäre er nicht ein so kräftiger «Maudi», wäre er vielleicht tot: Letzte Woche kam dieser Tigerkater mit einer Fangschlinge um den Hals zurück. Fritz und Madeleine Helfer aus Selzach vermuten das Werk eines Tierquälers.

Wäre er nicht so robust, der «Maudi», hätte er sich an der Schlinge wohl erwürgt oder der Draht hätte ihm in den Hals durchschnitten.

Wäre er nicht so robust, der «Maudi», hätte er sich an der Schlinge wohl erwürgt oder der Draht hätte ihm in den Hals durchschnitten. (Bild: zvg)

Diese Drahtschlinge trug der Kater um den Hals.

Diese Drahtschlinge trug der Kater um den Hals. (Bild: Anita Zulauf)

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Die Schlinge, die Madeleine Helfer aus Selzach präsentiert, lässt kaum Zweifel zu: Der etwa 80 Zentimeter lange Draht wurde an dem einen Ende zu einer Schlaufe gebogen und fein säuberlich mit Draht umschlungen. Zieht man daran, zieht sich die Schlaufe ohne Widerstand sofort zusammen. «Das ist ganz klar gezielte Handarbeit, diese Schlinge wurde hergestellt, um damit Tiere zu fangen», sagt Fritz Helfer bestimmt.

Draht in Kopf gebohrt?

Die Helfers selber haben eigentlich nur ein Tier, eine schwarzweisse Kätzin namens Sabinli. Der Tigerkater und ein anderer schwarzweisser Kater sind Streuner, haben bei den Helfers lediglich quasi eine Notschlafstelle im Freien, Verköstigung inklusive. Wie auch immer, jedenfalls verspätet sich der Tiger eines Morgens. «Das ist aussergewöhnlich», so Madeleine Helfer. Noch aussergewöhnlicher ist der Anblick, der sich der Frau bietet, als die Katze mit zweistündiger Verspätung daher geschlichen kommt. «Ein Draht stand von seinem Kopf ab, erst dachte ich, der habe sich in seinen Kopf gebohrt.» Ihr Mann habe die Katze untersucht und die Schlinge festgestellt. «Die Katze war sehr verängstigt und verschreckt», sagen die Helfers. Nur mit Mühe hätten sie ihr die Schlinge abnehmen können. «Wir sind sehr erschrocken und haben die Polizei informiert.»

Offenbar hatte die Vorrichtung eine Schwachstelle und ist darum durch das Zerren des Katers gerissen. Doch für die Helfers ist klar: Wäre der Tiger nicht ein so robuster und starker «Maudi», hätte er es wohl nicht geschafft. Dem Streuner kam wohl auch sein ungepflegtes Fell für einmal zu gut, denn um den Hals herum habe er «so ‹Baggle, so Fellknäuel halt», sagt Madeleine Helfer. Die waren wohl wie ein Schutz vor dem dünnen, scharfen Draht, der sonst dem Kater vielleicht gar den Hals durchtrennt hätte.

«Fall für den Staatsanwalt»

Immer wieder verschwinden im ehemaligen Hubmattquartier Katzen. Auch Vergiftungsfälle habe es schon gegeben. Gibt es einen Verdacht? «Ja, wir haben schon so unsere Vermutungen, aber wir wollen niemanden beschuldigen», so die Helfers.

Man werde einfach aufmerksamer sein, sagen sie. Auch die Nachbarn, die sich völlig schockiert gezeigt hätten über den Vorfall mit der Fangschlinge, würden sich jetzt mehr achten. «Derzeit haben alle Katzenbesitzer Angst», sagt Madeleine Helfer. Klar, sie verstehe es, wenn sich Leute über fremde Katzen ärgern. «Hier hat es aber auch wahnsinnig viele Tiere. Viele Neuzuzüger haben sich erst mal eine oder zwei Katzen angeschafft und kümmern sich nun nicht um sie.» Auch bei den Helfers kämen immer wieder Tiere, manchmal sogar ins Haus. Und das mögen sie gar nicht. «Wir verscheuchen sie, und im Garten vertreiben wir sie mit einem Kübel Wasser», das sei ziemlich wirksam, sagt Madeleine Helfer. Aber ein Tier töten und dann noch auf diese qualvolle Art, das sei schlicht « eine Schweinerei».

Frank Wilhelm, Pressesprecher der Kantonspolizei Solothurn, sagt, dass Fälle von Tierquälereien per Fangschlinge eher selten seien. Er rät, entsprechende Beobachtungen der Polizei zu melden. «Solche Taten sind Offizialdelikte, da handeln wir in jedem Fall», so Wilhelm. Wird jemand bei einer solchen Tat überführt, gibts eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. (Solothurner Tagblatt)

Erstellt: 19.08.2009, 09:26 Uhr

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