Grosse Beute für Golddiebe
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Die Vitrinen im Schaufenster von Martin Gammas Laden sind praktisch leer. Doch der Goldschmied steht weder kurz vor dem Konkurs, noch hat er freiwillig im Sinn, den Laden an der Schmiedengasse zu verlassen. Im Gegenteil: «Das Geschäft läuft gut, wir haben viel zu tun», sagt Martin Gamma. Wieso also stellt er nur so wenig aus? Weil nichts mehr da ist, das er ausstellen könnte. In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli wurden der Laden und das Atelier von Martin Gamma ausgeraubt. Die Diebe liessen den Tresor in Ruhe, doch was nicht weggeschlossen war, wurde eingesteckt.
Kein Chaos angerichtet
Martin Gamma hat den nächtlichen Besuch in seinem Laden morgens um 6 Uhr bemerkt. Wie fast immer fängt er so früh am Morgen mit der Arbeit an, dann, wenn ihn weder Laufkundschaft noch das Telefon ständig unterbrechen, kann er in Ruhe arbeiten. «Ich habe zuerst gar nicht richtig realisiert, was passiert ist als ich zum Laden gekommen bin», erzählt Martin Gamma. Zwar sei ihm sofort aufgefallen, dass die Vitrinen leer sind, doch es hätte ja auch sein können, dass seine Mitarbeiterin in der Nacht umdekoriert habe, ging ihm durch den Kopf. Denn die Einbrecher waren bei ihrer «Arbeit» ziemlich vorsichtig, sie haben praktisch nichts kaputt gemacht. Es habe also nicht auf den ersten Blick so ausgesehen, als habe jemand eingebrochen, sagt Martin Gamma. Dann aber, als ihm klar wurde, was passiert ist, wurde Martin Gamma auch das Ausmass klar: Schmuck im Wert von einigen Zehntausend Franken ist weg und vor allem: Arbeit von mehreren Jahren.
Arbeit von sechs Jahren
Martin Gamma, seine Mitarbeiterin Marion Schmid, eine Lernende und eine freie Mitarbeiterin, fertigen Schmuck vor allem nach Auftrag. Sie haben nur selten die Zeit dafür, ein Stück für die Ausstellungsvitrinen herzustellen. Was die Diebe mit genommen haben, ist während zirka sechs Jahren entstanden. Das bereitet Martin Gamma Kummer, denn er will wieder Stücke haben, die er seinen Kunden präsentieren kann. Doch: «Es wird Jahre dauern, bis ich die rund 50 Schmuckstücke ersetzt habe», schätzt er. Martin Gamma überlegt sich deshalb jetzt, noch jemanden einzustellen. Martin Gammas Atelier und Laden befinden sich seit 1995 an der Schmiedengasse, vorher war er neun Jahre lang damit am Stalden. Dort wurde ihm mehrere Male ein Stein ins Schaufenster geschmissen und dann ein paar Sachen geklaut. Doch etwas in diesem Ausmass ist noch nie passiert. Um das Risiko für die Zukunft mindestens zu minimieren, verstärkt Gamma jetzt die Sicherheitsvorkehrungen. (Solothurner Tagblatt)
Erstellt: 11.07.2009, 10:08 Uhr
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