Wie kann ein Rentner Dutzenden von Elitepolizisten entkommen?
Interview: Matthias Chapman. Aktualisiert am 11.09.2010 5 Kommentare
Artikel zum Thema
- Flüchtiger Rentner schiesst erneut auf Polizei
- Bewaffneter in Biel sollte in Psychiatrie
- Die Problematik bei einem finalen Rettungsschuss
- Peter Hans Kneubühl ist nicht schuldfähig
- Prozess zum Fall Kneubühl verschoben
- Wie der Fall Kneubühl die Stadt Biel verändert hat
«Diese Polizisten stehen unter psychischem Druck»: Heinz Buttauer. (Bild: Keystone )
Zur Person
Heinz Buttauer (58) ist Präsident des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) und selber seit 35 Jahren im Dienst. Früher als Wachtchef im Zürcher Stadtkreis 4, jetzt bei der uniformierten Polizei.
Stichworte
Herr Buttauer, wie ist das möglich, dass man den Täter trotz Grossaufgebot der Polizei noch nicht fassen konnte?
Die Polizei wird keine Angaben über die Taktik machen – der Täter könnte mithören und sich darauf einstellen –, und darum lässt sich diese Frage derzeit kaum beantworten. Natürlich wird der Fall auch unter meinen Kollegen besprochen. Aber eine Analyse zu ziehen, solange der Einsatz noch nicht abgeschlossen ist, kommt dem Kaffeesatzlesen gleich.
Was geht in den Polizisten vor, die derzeit an der Aktion in Biel beteiligt sind?
Es ist klar, dass sie unter extremem psychischem Druck stehen. Es sind ja bekanntlich Leute der Spezialeinheit Enzian beteiligt. Die sind geschult und trainiert für solche Fälle und müssen mit solchen Extremsituationen souverän umgehen können. Sie wissen, was zu tun ist, das läuft bei ihnen wie in einem Film ab.
Ein Polizeibeamter wurde schwer verletzt. Wie kann es so weit kommen?
Solche Einsätze sind nicht kalkulierbar. Wenn man Menschen gegenübersteht, die bewaffnet sind und bei denen rationales Denken nicht mehr möglich ist, dann muss man im schlimmsten Fall damit rechnen, dass man verletzt wird. Dieser Beruf bringt nun mal verschiedene Gefahren mit sich. Aber klar, als ich gestern von dem Vorfall mit dem verletzten Berufskollegen gehört habe, war auch ich schockiert.
Löst das Rachegefühle aus, wenn der Kollege der eigenen Einheit verletzt wird?
Polizisten dürften sich nie von Rachegefühlen leiten lassen. Auch für solche Fälle müssen sie mental vorbereitet sein. Mit emotionalen Reaktionen würden die Beamten nur sich selber und ihre Kollegen gefährden.
Haben Sie selber schon eine solche Situation erlebt?
Noch bevor ich Wachtchef im Zürcher Stadtkreis 4 wurde, musste ich zu einem Einsatz bei einer Schiesserei ausrücken. Der Fall ist aber glimpflich ausgegangen.
Wenn die Polizei die Meldung von einer Schiesserei erhält. Mit welcher Truppenstärke und mit welchem Material rückt man aus?
Das darf ich nicht beantworten. Das gehört zur Polizeitaktik und ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Grundsätzlich gilt aber: Sicherheit für die Beamten hat höchste Priorität, es wird alles dafür gemacht, dass jeder wieder gesund von der Aktion zurückkehrt. Und das hat natürlich zur Folge, dass man beim Ausrücken und beim Einsatz ein entsprechendes Dispositiv verfolgt.
Erinnert Sie der Fall in Biel an jenen in Chur im Jahr 2000, als die Polizei nach Stunden den Täter mit einem finalen Rettungsschuss tötete?
Klar ruft das Erinnerungen hervor. Auch damals hatte ein Mensch, der sich angeblich in psychischer Notlage befand, aus einem Gebäude auf andere Personen und auf Beamten geschossen. Ob sich das aber vergleichen lässt, entzieht sich meiner Kenntnis. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.09.2010, 10:52 Uhr
Kommentar schreiben
5 Kommentare
leider ein völlig unnötiges Interview, der Mann sagt ja eigentlich gar nichts, unglaublich, und spricht noch von Taktik, dass die div. Polizisten vor Ort gar keine Taktik haben ist doch jedem Laien sofort klar, einfach mal ausrücken und schauen was sich ergibt, so wars doch. Antworten

