«Vermutlich hat er das Boot irgendwo im See versenkt»
Von Tanja Kammermann. Aktualisiert am 15.07.2010 61 Kommentare
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Drei Tage ist es her, seit eine junge Frau mit ihrem Freund mit dem Gummiboot auf dem Bielersee unterwegs war. Dabei wurde sie von einer Schiffsschraube erfasst und und getötet. Der Fahrer des Motorboots flüchtete nach dem Unfall, beim Modell soll es sich um ein typenähnliches Luxusboot der Marken Boesch, Pedrazzini oder Riva handeln, alles Schweizer Marken. Im Bootsclub in Biel gleich bei der Schiffländte wird spekuliert, was am Sonntag auf dem Wasser passiert sein könnte.
Etwa sechs Boote in der Währung des beschriebenen Luxusbootes gebe es auf dem See. Ein junger Bootsbesitzer hat am Freitag ein Boot der Marke Boesch mit Waadtländer Nummernschild in Biel anlegen sehen. «Die älteren Passagiere würden auf die Beschreibung des Freundes der jungen Frau passen», sagte er. Er hat gestern Dienstag die Polizei informiert. Auch hat er beobachtet, wie einige Bootsbesitzer am Dienstag ihre Schiffe im Hafen von Biel abdecken und von der Polizei untersuchen lassen mussten.
Raul Venetz, ein älterer Bootsbesitzer, ist sicher, dass das Schiff via Schleuse in Port das Weite gesucht hat. In Port jedoch schliesst der Schleusenwart Philip Bögli diese Möglichkeit aus. «In der Schleuse hätte das Boot 10 Minuten warten müssen und auf dem ganzen Nidau-Büren-Kanal wäre ein solches Schiff aufgefallen wie ein bunter Hund», sate er. Das habe seine Frau, die am Sonntag Schleusen-Dienst hatte, auch gegenüber der Polizei ausgesagt.
Die wildeste Vermutung an diesem Mittwoch stellte ein weiterer Bootsbesitzer aus Biel an: «Vermutlich hat er das Boot in der tiefen Mitte des Sees mit einem Beil traktiert und es dann versenkt», sagte er. «Und die Nummernschilder hat er 300 Meter weiter in den See geworfen».
Das Boot wird auf den Seen vermutet
Die Vermutungen erhärten sich, dass sich das Boot noch irgendwo auf dem Bieler- Murten- oder Neuenburgersee befindet. Denn auch die Theorie, dass das Boot ausgewassert und mit einem Anhänger abtransportiert worden sei, wackelt. Insgesamt gibt es zwar neun Auswasserungsstellen rund um den See, die meisten jedoch sind bewacht oder mit einem Fahrverbot belegt. «Sofort nach dem Unfall machte die Meldung die Runde und alle Leute waren sensibilisiert», sagte Fredy Fey von der Barkenhafen AG in Nidau. «Da konnte keiner ein solches Boot unerkannt auswassern», ist er sich sicher. Da ein solches Boot bis 80 Km/h auf den Zähler bringt, ist es innert kurzer Zeit auf dem nächsten See.
Sascha Biedermann, Inhaber der Kite- und Wakeboarding Schule Tropical Sunset in Nidau, ist selber regelmässig mit Booten auf dem See unterwegs. Er ist sicher, dass der Kapitän den Unfall bemerkt haben muss: «Man spürt sogar, wenn man einen Holzstock in die Schraube bekommt, geschweige denn einen menschlichen Körper», sagte er. Er kann kaum glauben, dass sich bisher keiner der weiteren Passagiere, die sich während dem Unfall auf dem Boot befunden haben sollen, bei der Polizei gemeldet hat.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.07.2010, 16:49 Uhr

