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Verdächtigter Bootsführer beteuert seine Unschuld

Von Ralph Heiniger. Aktualisiert am 20.07.2010 11 Kommentare

Er galt als der meistgesuchte Mann der Schweiz. Michel Balmer passt auf die Beschreibung des Todeskapitäns vom Bielersee. Er fährt sogar ein weinrotes Boot mit weissem Deck. Aber der Verdächtigte beteuert vehement seine Unschuld.

Der 62-jährige Michel Balmer und sein Boesch 560 SD: Der Ingenieur aus Concise passt auf die Beschreibung des Todeskapitäns.

Der 62-jährige Michel Balmer und sein Boesch 560 SD: Der Ingenieur aus Concise passt auf die Beschreibung des Todeskapitäns.
Bild: Ralph Heiniger

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Eigentlich passt Michel Balmer aus dem waadtländischen Concise genau auf die Beschreibung des Todeskapitäns vom Bielersee. Er ist 62 Jahre alt, hat eine Glatze und besitzt ein Motorboot vom Typ Boesch 560 SD. Die letzten Tage war Balmer der Hauptverdächtige im Bootsdrama auf dem Bielersee.

Die Zeugenaussage einer Bieler Motorbootlehrerin war in allen Medien zu verfolgen. Sie habe einen älteren Mann mit einem Boesch-Boot beobachtet, der kaum manövrieren konnte. Dabei könnte es sich um den Täter handeln, wurde gemutmasst.

«Ja, ich war am Freitag im Hafen von Biel. Diese Zeugin hat mich gemeint», sagt Balmer. Aber: «Ich bin unschuldig.»

«Ich habe acht Zeugen»

Er habe sich am Freitagabend vor dem tragischen Unfall mit drei Kollegen auf den Weg nach Biel gemacht. «Wir wollten uns das Boogie-Woogie Konzert auf dem Boot Siesta anhören», erklärt Balmer. Als er in den Hafen eingelaufen sei, habe er tatsächlich etwas Mühe gehabt, zu manövrieren. «Die Lücke war eng. Es ist nicht leicht, dieses Boot in engen Wassern zu steuern», so Balmer. Den Vorwurf, er sei alkoholisiert gewesen, nimmt er gelassen. «Wir haben zu viert eine Flasche Rosé getrunken.»

Nach dem Konzert seien er und seine Kollegen wieder zurück nach Concise gefahren. «Um ein Uhr nachts waren wir im Hafen. Am Samstag um zehn Uhr habe ich das Schiff ins Trockendock von Concise gebracht.» Seitdem habe sich das Boot nicht gerührt. Als er letzte Woche die Zeugenaussage der Motorbootlehrerin in den Medien sah, wandte er sich selbst an die Polizei.

«Ein absolut reines Gewissen»

«Ich war am Samstag morgen bei der Seepolizei in Yverdon.» Die Polizei habe sein Boot kontrolliert, aber nichts Verdächtiges festgestellt, versichert Balmer. «Ich habe ein absolut reines Gewissen. Am fraglichen Sonntag war ich bei einem Freund in Onnens. Dort haben wir grilliert. Das können acht Leute bestätigen.»

In den letzten Tagen haben viele Leute den 62-jährigen Ingenieur auf sein Boot angesprochen. «Hier in Concise habe ich nichts zu befürchten, hier kennt man mich. Aber an einem andern Ort wäre es jetzt wohl gefährlich für mich, mit meinem Boot unterwegs zu sein.»

«Ich hoffe, sie kriegen ihn»

Balmer ist es sehr unangenehm, dass er die letzten Tage quasi als Staatsfeind Nr.1 gehandelt wurde. Dennoch hat er Verständnis für die Situation. «Ich hoffe ja auch, dass sie diesen Kerl kriegen», sagt er. Und: «Es ist unmöglich, dass er nicht gemerkt hat, was passiert ist.»

Auch wenn er in den nächsten Wochen mit seinem Boesch-Boot wohl etwas komisch angesehen wird, will sich Balmer nicht verstecken. Demnächst will er mit seinem Boot an den Thunersee fahren. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.07.2010, 08:28 Uhr

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11 Kommentare

Christian Hirschi

20.07.2010, 08:53 Uhr
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@Widmer Christoph Um den Täter zu identifizieren, muss die Polizei bei jedem potenziellen Täter das Alibi überprüfen. Dies dauert definitv nicht nur einige Stunden! Schuster bleib bei deinen Leisten, dürfte hier wohl zutreffen! Antworten


Widmer Christoph

20.07.2010, 07:52 Uhr
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Dass die Polizei diesen skrupellosen Bootsführer noch nicht identifiziert hat ist nicht glaubhaft. Jedes Boot dass auf einem See fährt, ist immatrikuliert. Und um dies zu überprüfen dauert es wenige Stunden, nicht Wochen, zumal nicht wirklich viele dieser Boots Typen auf unseren Gewässern umhertuckern! Handelt es sich um eine wichtige Person des öffentlichen lebens? Antworten



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