Stöckli: «Rücktritt hat nichts mit Abgang von Bundesrat Leuenberger zu tun»

Der Stadtpräsident von Biel, Hans Stöckli (SP), tritt per Ende dieses Jahres zurück. Nach 20 Jahren im Amt sei jetzt der richtige Zeitpunkt für die Demission gekommen, sagte er zu seinem Entschluss am Freitag an einer Medienkonferenz in Biel.

Hans Stöckli: Er tritt auf Ende Jahr zurück.

Hans Stöckli: Er tritt auf Ende Jahr zurück.
Bild: Keystone

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Dies habe er schon vor den letzten Wahlen im Jahr 2008 mit seiner Familie so beschlossen. Damals habe er erneut kandidiert, weil für die Stadt Biel in inhaltlicher und personeller Hinsicht vieles noch nicht genügend klar und reif gewesen sei. Nun aber entwickle sich die Stadt Biel in die richtige Richtung.

Vor genau 20 Jahren trat der 1952 geborene Stöckli sein Amt als Finanzdirektor an. Zwei Monate später wurde er in einer Kampfwahl zum Stadtpräsidenten gewählt.

Nicht amtsmüde

Er verlasse die schönste Aufgabe, welche die Stadt Biel zu vergeben habe, ohne Alters- oder Ermüdungserscheinungen, hielt Stöckli fest. Aber man solle nicht übertreiben und gehen, bevor der Wunsch danach in der eigenen Partei aufkomme.

Seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin habe er noch eine halbe Legislaturperiode zur Einarbeitung überlassen wollen.

Die Demission Stöcklis kommt zu diesem Zeitpunkt überraschend. Zu den nächsten Wahlen 2012 hätte er aber aller Voraussicht nach nicht mehr antreten können. Am 26. September stimmt das Bieler Stimmvolk über Verfassungs- und Reglementsänderungen ab. Stimmt es zu, tritt eine Amtszeitbeschränkung von 16 Jahren in Kraft.

Konzentration auf Nationalratsmandat

Stöckli will sich nun ganz auf sein Mandat als Nationalrat konzentrieren. «Endlich werde ich es so ausüben können, wie ich mir das vorstelle», erklärte er. Das werde über 50 Prozent seiner Arbeitszeit in Anspruch nehmen. Bisher sei das Hauptaugenmerk auf Biel gerichtet gewesen. Jetzt wolle er sich voll in die nationale Politik einbringen.

Stöckli betonte aber, seine Rücktrittsankündigung sei nicht eine Reaktion auf jene von Bundesrat Moritz Leuenberger, wie ihm schon unterstellt worden sei. Die SP Biel ist gemäss ihrer Medienmitteilung bereits vor einigen Wochen über den bevorstehenden Schritt informiert worden.

Volkswahl für Stadtpräsidium

Stöcklis Partei hat nun das Recht, bis am 20. August einen Nachfolger als hauptamtlichen Gemeinderat zu benennen. Den personellen Entscheid wird die SP am 18. August treffen. Der Vorschlag kann von 3000 Stimmberechtigten bestritten werden, was eine offene Wahl zur Folge hätte. Diese würde am 28. November stattfinden.

An diesem Datum wird unabhängig davon das Stadtpräsidium durch Volkswahl besetzt. Voraussetzung dafür ist ein Vollamt im Gemeinderat. Die Bieler Exekutive besteht derzeit noch aus haupt- und nebenamtlichen Ratsmitgliedern.

Expo.02: Chance für Biel erkannt

Eines der grossen Verdienste Stöcklis ist, dass er sofort die Chancen für die Stadt Biel erkannte, als in Neuenburg die Idee einer Landesausstellung geboren wurde. Die Eröffnung der Expo.02 im Drei- Seen-Gebiet nennt er denn auch als schönstes Erlebnis seiner Amtszeit. Der schwierigste Moment sei gewesen, als die Eidgenossenschaft 1999 die Durchführung der Landesausstellung in Frage stellte. (vh/sda)

Erstellt: 16.07.2010, 15:46 Uhr

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1 KOMMENTAR

christoph scheidegger

16.07.2010, 17:47 Uhr

der herr stöckli gilt als sehr positive ausnahmeerscheinung, auch er wäre fähig, im bundesrat berndeutsch zu sprechen und in bern oben so das berndeutsch zu vertreten, ou bien pas..?



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