Liza Andrea Kuster: «Es war ein Fehler, diese Rolle zu spielen»
Von Jonathan Spirig. Aktualisiert am 10.01.2012 1 Kommentar
«Sie sind jung, reich und lassen es sich gut gehen», heisst es in der Anmoderation des Beitrags in der Sendung «RTL Explosiv Weekend». Man habe in Gstaad eine Party für Nachwuchsmillionäre besucht und einen feinen Kreis von Leuten befragt, der sich sonst nur selten filmen lasse.
Hauptperson im Beitrag ist Bianca Bauer, Gewinnerin des Castingwettbewerbs «Supermodel». Während das 22-jährige Model aus gutem Hause im Minutentakt prahlerische Sätze von sich gibt, schwenkt die Kamera auch mehrmals auf eine weitere Schweizer Schönheit: Liza Andrea Kuster.
Kuster bereut den Auftritt
Die 25-jährige Ex-Miss-Earth-Schweiz hätte man in diesem doch eher dekadenten Beitrag nun wirklich nicht erwartet. Aber auch die «Miss für den guten Zweck» äussert sich nicht gerade in aller Bescheidenheit. «Ich mag Produkte aus natürlichen Stoffen und versuche, mit diesen meine Haut schön zu halten», sagt Kuster. Als die Reporterin von ihr wissen will, ob sie auch schon mit billigen Produkten gute Ergebnisse erzielt habe, antwortet sie, dass sie das noch nie versucht habe. Ungewohnte Worte von einer Person, die sonst für den guten Zweck um jeden Rappen weibelt. Während einer Kutschenfahrt im Nobelskiort Gstaad sagt Kuster zudem: «Wir sind mächtig, wir haben viel und können damit etwas bewegen.»
Mittlerweile scheint Liza Andrea Kuster ihren Auftritt zu bereuen. Gegenüber der Schweizer Illustrierten bezeichnet sie den Beitrag von RTL als «überspitzt» dargestellt und auf Facebook gesteht sie: «Ich habe einen Bock geschossen. Es war ein Fehler, diese Rolle zu spielen. Nun stehe ich dafür gerade.»
Nichts zu beschönigen
«Ich fühle mich schon privilegiert und verdiene durch meine Aufträge mein eigenes Geld», erklärt die Lysserin gegenüber Bernerzeitung.ch. Der Bericht sei allerdings schon sehr klischeehaft gewesen. Sie habe aber genau gewusst, auf was sie sich einliess und wolle nichts beschönigen. Künftig versuche sie, nicht mehr in andere Rollen zu schlüpfen. «Ich bin ein Model und Moderatorin, die sich für die Umwelt und Soziales einsetzt und das werde ich auch künftig machen.»
Sie sei grundsätzlich der Meinung, dass sich Luxus und der Miss-Earth-Schweiz Titel nicht widersprechen. «Gut vernetzte Menschen mit einem hohen Einkommen können schneller etwas bewegen», sagt die 25-Jährige. Es sei jedoch wichtig, dass man auch tatsächlich mithelfe. «Nachhaltigkeit sollte ein grosses Kriterium sein im Leben und auch in der Welt des Glamours.»
Schützenhilfe erhält Kuster auch von der Miss-Earth-Schweiz-Organisation. Liza Andrea Kuster habe das Herz auf der richtigen Seite und setze sich seit zwei Jahren intensiv für die Umwelt und Soziales ein. Man dürfe auf nicht vergessen, dass die Ex-Miss in ihrem Amtsjahr Spenden in der Höhe von 48'000 Franken gesammelt habe. Natürlich sei der Bericht ungünstig für Liza Andrea. Die 25-Jährige werde aus dieser Erfahrung aber ihre Lehren ziehen und sich auch künftig für die Nachhaltigkeit und soziale Botschaften einsetzen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 10.01.2012, 13:01 Uhr
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