Region
Kulturfabrik Lyss ist eingeweiht
Von Tanja Kammermann. Aktualisiert am 06.09.2010
Vor der Kulturfabrik Kufa Lyss riecht es intensiv nach Bratwurst und Rauch. Es ist Freitag, der zweite Abend des dreitägigen Eröffnungsfestes. In Grüppchen stehen vor allem junge Leute Schlange, um noch ein Ticket zu ergattern oder an den Sicherheitsleuten vorbei ins Innere des Holz-Plastik-Baus zu gelangen. Neben Steffe la Cheffe gibt die amerikanische Crossover-Band Dog eat Dog ihr einziges Schweizer Konzert. Doch das ist den meisten Besuchern egal. Sie sind hier, um alte Bekannte zu treffen, wie früher in der alten Kufa. «Ich habe viele Leute von damals in den letzten drei Jahren aus den Augen verloren», sagt eine Besucherin und wendet sich wieder ihren Leuten zu.
Von 1998 bis 2007 war die Kufa beim Bahnhof dasjenige welche Ausgangslokal von Lyss. Dann musste es wegen einer Überbauung schliessen.
Einige Startschwierigkeiten
Der Jugendverein, der früher und heute die Kufa betreibt, machte sich zusammen mit dem Gemeinderat auf die Suche nach einem neuen Standort. Dieser wurde beim Parkschwimmbad gefunden. Nach anfänglichen Finanzierungsproblemen sprachen der kantonale Lotteriefonds, eine Stiftung der Firma Rolex in Biel, die Gemeinde Lyss und Nachbargemeinden vier Millionen Franken. Es folgten 24 Einsprachen und eine intensive Bauzeit von einem Jahr. Die Eröffnung das Comeback des Jahres zu nennen, ist also durchaus angebracht.
1 Million Umsatz geplant
Der neue Kulturtempel bietet in zwei Räumen mit modernster Technik Platz für 900 Leute. Er soll nicht nur die Jugendkultur des Seelandes prägen, sondern auch das Partyvolk aus Bern und Biel anlocken. Das jährliche Umsatzziel von einer Million Franken setzt Ben Arn, den Leiter des Jugendvereins, nicht unter Druck: «Wir haben ein hochkarätiges Programm zusammengestellt und sehen die Zahlen als Antrieb», sagte er.
Die ersten Verkäufe geben ihm recht: Am Eröffnungswochenende war zweimal ausverkauft, und auch am Donnerstag war es mit 600 Besuchern gut besucht.
Inzwischen rappt Steffe la Cheffe die Bühne. Im Publikum sind viele mit Schwatzen beschäftigt. Es müssen schliesslich drei Jahre aufgearbeitet werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Leute auch wiederkommen, wenn alles gesagt ist.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 06.09.2010, 08:38 Uhr
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