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Kiesabbau bedroht Vögel, Quellen und Wald

Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 12.01.2012 2 Kommentare

Die Kiesgrube in Lyss soll erweitert werden. Im Mitwirkungsverfahren waren Wasserquellen und Vogelschutz zwei Problembereiche, auf die hingewiesen wurde.

Die Kiesgrube der Vigier Beton AG in Lyss: Weil die Kiesvorkommen langsam zu Ende gehen, wird eine Erweiterung Richtung Nordosten (im Bild rechts oben) geplant.

Die Kiesgrube der Vigier Beton AG in Lyss: Weil die Kiesvorkommen langsam zu Ende gehen, wird eine Erweiterung Richtung Nordosten (im Bild rechts oben) geplant.
Bild: Stefan Anderegg

Das Kiesabbaugebiet der Bangertergrube in Lyss ist bald erschöpft. Es ist geplant, die Grube gegen Osten zu erweitern. Dafür muss die geltende Überbauungsordnung angepasst werden. Während der Mitwirkung im Herbst sind vier Eingaben gemacht worden. Gemäss Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP), Präsident der zuständigen Spezialkommission, gab es keine grundsätzlichen Einwände gegen das Erweitern der Grube. «Es wurden aber Bemerkungen zu einzelnen Bereichen gemacht und Fragen gestellt», so Hegg.

Schutz für brütende Vögel

Hingewiesen wurde zum Beispiel auf die Quellen, die im Wald oberhalb von Busswil entspringen und verschiedene Brunnen von Dorfbewohnern speisen. Einige dieser Quellen werden mit dem Kiesabbau voraussichtlich versiegen. «Es wird Verhandlungen wegen der Quellenrechte geben», stellt Hegg in Aussicht. Eine Lösung in diesem Bereich werde wohl zu finden sein, glaubt der Gemeindepräsident.

Eine der Eingaben stammt vom Vogelschutzverein Lyss. Er verlangte, dass dereinst auf die Brutzeit der Vögel Rücksicht genommen wird, wenn der Wald fürs neue Kiesabbaugebiet gerodet werden muss. Und Bewohner des Quartiers Sonnhalde fragten, wann der Teilkiesabbau in der Nähe des Quartiers beginnen soll. Weiter wird gefragt, wie das Naherholungsgebiet Chrützhöchi später aufgewertet werden kann. Antworten auf die Fragen sind noch nicht zu erhalten. Die Gemeinde wird einen Bericht erstellen und ihn den Mitwirkenden abgeben.

So geht das Verfahren nun weiter: Bis April/Mai 2012 bereinigen die Lysser Behörden die Unterlagen für das Vorprüfungsdossier. Dann befasst sich der Kanton damit. Gemäss Andreas Hegg dürfte dies etwa zwei bis drei Monate dauern.

Beschluss im Jahr 2013

Die Überbauungsordnung wird voraussichtlich im vierten Quartal 2012 öffentlich aufgelegt. Während der Auflage können Einsprachen gemacht werden. Erst gegen Ende 2013 dürfte es zum endgültigen Beschluss über das Projekt kommen.

Kies für 20 Jahre

Die Kiesvorräte der Grube in Lyss neigen sich langsam dem Ende zu. Im jetzigen Abbaugebiet liefert der Boden noch Kies für rund vier Jahre. Die Erweiterung ist auf 19 Hektaren Land – vorwiegend Wald – nordöstlich der Grube geplant. Die Betreiberin, die Vigier Beton AG, schätzt, dass sie dort rund 3,2 Millionen Kubikmeter Kies abbauen kann. Das dürfte für die nächsten zwanzig Jahre reichen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.01.2012, 10:03 Uhr

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2 Kommentare

walter bossert

12.01.2012, 11:44 Uhr
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Ja, so fordert halt das Bevölkerungswachstum seine Opfer, da hilft auch verdichtetes Bauen nicht weiter! Aber es gibt ja immer noch die Ausrede mit der AHV...Was das miteinander zu tun hat? ja das verstehen nicht alle Menschen! Es ist aber auch "fragwürdig" unser Kies auszubeuten, wo sowiso jeden Tag grössere LKW aus dem Elsass weit in die Schweiz hinein fahren. Antworten


kurt vanossi

12.05.2012, 11:29 Uhr
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Die Bau- und Industrielobby macht das ganz geschickt. Da wird von "oekologischer Begleitung" der Landschaftsverschandelung gesprochen, lokale Sport- und Kulturvereine gesponsort für die politische Einflussnahme und von Arbeitsplätzen gesprochen. Es ist wie bei Dürrenmatt, der Besuch der alten Dame. Kleine Gemeindeverwaltungen werden gekauft! Auf Kosten künftiger Generationen! Antworten



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