Fehlgeleitet: Marathon über 35 statt 42 Kilometer
An den 53.Bieler Lauftagen kam es beim Nachtmarathon und -halbmarathon zu einem ärgerlichen Missgeschick. Was vom OK um Präsident Jakob Etter im Sinne der Läuferinnen und Läufer und der Zuschauer sowie wegen der nötigen Streckenlänge gut gemeint war, entpuppte sich als Schwachstelle: Nach dem Start war eine 500-m-Schlaufe rund um den Kongresshaus-Komplex vorgesehen. «Bei der ersten Kurve haben wir mit Bändern abgesperrt, sodass das Feld nicht wie beim Hunderter geradeaus lief», so Etter. «Bei der nächsten Kreuzung hatten aber die zwei Helfer vom Zivilschutz die Gitter nach dem Inlinerennen noch nicht umgestellt.» Etter mache ihnen deshalb keinen Vorwurf. «Es ist ganz klar unser Fehler, wir haben diesem neuralgischen Punkt vom OK her zu wenig Beachtung geschenkt. Es hätte jemand von uns dort stehen müssen», so Etter weiter.
Peinliche Panne
So kam es, dass die Halbmarathon- und Marathonläufer statt auf eine rund 7 km lange Schlaufe in die Bieler Innenstadt direkt auf die Strecke stadtauswärts Richtung Port geschickt wurden. «Ich habe gestaunt, wie früh ich bei der 10-km-Tafel war», sagte ein Läufer hinterher. «Im Ziel in Aarberg war ich zwar erleichtert, dass ich die Halbmarathonstrecke hinter mich gebracht hatte.» Zufrieden sei er aber kurz danach nicht gewesen. «Denn ich hatte ja für einen Halbmarathon bezahlt und nicht für etwas mehr als 13 Kilometer.» OK-Präsident Jakob Etter entschuldigt sich auf der Website der 100 km von Biel bei allen Läuferinnen und Läufern für die «peinliche Panne». Alle Teilnehmenden der Kategorien Marathon, Halbmarathon und Walking erhalten in den nächsten zwei Wochen einen Entschuldigungsbrief und einen Gutschein für einen Gratisstart im Jahr 2012.
Zusatzschlaufe nicht möglich
Wäre es nicht möglich gewesen, kurzfristig unterwegs eine Zusatzschlaufe einzubauen? «Diese Idee ging mir durch den Kopf», sagte Etter. «Aber es hätte zeitlich nicht gereicht und wäre logistisch unmöglich gewesen, weil es dieselbe Strecke wie für den 100-km-Lauf ist.»
Das Bieler OK besteht neben dem Präsidenten aus acht ehrenamtlichen Ressortleitern und aus einer Halbtagsstelle für das Sekretariat. Dazu kommen rund 1000 freiwillige Helferinnen und Helfer sowie 150 Zivilschützer. Sie alle versuchen ihr Bestes zu geben – und werden im Gästebuch der Bieler Lauftage für ihren Einsatz von den meisten gelobt. Denn ohne sie gäbe es diese Veranstaltung nicht.
Trotzdem: Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. Die Bieler Lauftage haben bei Insidern, die die Laufszene seit Jahren verfolgen, allmählich den Ruf für Fehlleitungen oder zu kurze Strecken. Beispielsweise war 2002 bei der CISM-Militär-WM (Conseil International du Sport Militaire) die Marathonstrecke 1,2 km zu kurz. Dies, obwohl sie Fachleute der Bieler Hochschule für Architektur mit einem Peiseler-Messgerät zweimal offiziell vermessen haben.
Als Ursache wurde später ausgemacht, dass wahrscheinlich die Streckenabschnitte falsch auf 42,2 km zusammengezählt worden seien.
1986: Korrektur nötig
Einen Patzer gab es auch 1986: Damals wurde beim 100-km-Lauf die Spitzengruppe mit den Tenören Peter Rupp und Robert Schläpfer nach Mülchi fehlgeleitet. Weil aber genügend Zeit blieb, konnte man den Fauxpas wenige Kilometer vor dem Ziel mit einer Zusatzrunde in Pieterlen korrigieren. (Bieler Tagblatt)
Erstellt: 20.06.2011, 06:39 Uhr
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