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Er ist mit den grossen Stars auf Tuchfühlung

Von Ursula Grütter. Aktualisiert am 01.02.2012

Wenn es um Musik geht, mischt er kräftig mit, in der Gastroszene auch: Bei Marc Zahnd aus Lyss laufen viele Fäden zusammen. Dieses Jahr holt er James Morrison und The Straits ins Seeland.

Marc Zahnd: In seinen Büroräumen in Lyss werden Ideen Realität. (Bild: Daniel Teuscher/BT)

Vom Hirschenplatz in Lyss führt ein heisser Draht in die weite Welt des Showbusiness hinaus. Hier hat der Chef von «Stars of Sounds» sein Domizil, und von hier aus sucht er den Kontakt mit Musikagenten in London und anderswo. Marc Zahnd holte den italienischen Sänger Zucchero ebenso zu einem Auftritt ins Seeland wie die Bandmitglieder von Status Quo und den Fantastischen Vier. Er gründete vor vier Jahren ein Open Air mitten im Stedtli Aarberg und lancierte letztes Jahr ein weiteres Fest im Freien, diesmal an der Seepromenade von Murten.

Zahnd nennt die beiden Anlässe Festivals. «Gummistiefel-Open-Airs in der Pampa gibt es schon genug, wir reihen uns da nicht ein», führt er aus. Sowohl in Aarberg als auch in Murten zählten die spektakuläre Kulisse und das gepflegte Ambiente.

Über zwei Millionen Franken

Bereits 2008, bei der Übernahme des Restaurants Falken, liebäugelte der 34-jährige Unternehmer mit einem Musikfest mitten in Aarberg. Ein Jahr später setzte er die Idee um. Das ist typisch für Zahnd. Er ist ein «Anreisser», der immer wieder neue Ideen hat und sie Realität werden lässt. Die nötigen Beziehungen zur Musikbranche pflege er intensiv. «Mit einigen Schweizer Musikagenten bin ich wöchentlich geschäftlich oder privat unterwegs.»

Erste Kontakte mit diesen Agenturen hat Zahnd schon früh geknüpft, bei der Organisation der Rahmenprogramme des Lyssbachmärit. So kam es, dass er für das erste Festival in Aarberg mit Patent Ochsner und den Lovebugs bereits zwei bekannte Schweizer Bands an Bord holen konnte. Später folgten Gotthard als Höhepunkt. «Es war eines der letzten Konzerte mit Steve Lee», sagt Zahnd mit leicht wehmütigem Blick ins Leere.

Das Gagen-Geheimnis

Festivals in der Grössenordnung von Aarberg und Murten zu organisieren, braucht Geld. Genaue Zahlen mag der umtriebige Geschäftsmann keine nennen. Zwei Millionen würden für die beiden Anlässe dieses Jahr nicht reichen, lässt er sich jedoch entlocken. Und welche Gage verlangte Zucchero? «Man könnte damit eine kleine Eigentumswohnung kaufen, und zwar nicht nur eine Einzimmerwohnung», antwortet er und lächelt.

Wenn ein Künstler im Hallenstadion auftrete, sei das ein Richtwert. In der Musikbranche blieben Gagen ein Geheimnis. Der Chef von «Stars of Sounds» offeriert den Preis, den er bereit ist zu zahlen, und versucht die Musiker mit einem attraktiven Service ins Seeland zu locken. Der Rest ist Verhandlungssache.

Auf Mallorca tätig

Musikevents zu organisieren, ist die eine berufliche Seite des Lyssers. Bekannt geworden ist er aber als Besitzer des Trendlokals Boléro. Heute ist er am Palace in Biel und am Petit Palace in Lyss beteiligt. In Aarberg betreibt er das Restaurant Falken. Er sei aber ein Gastronomieunternehmer, kein Immobilienguru. Er baue nicht ein Restaurant auf, um es dann möglichst rasch mit Gewinn abzustossen.

Doch eines ist für den Lysser mit Nidauer Wurzeln wichtig: «Ich reise sehr gerne.» Und er hat seine Fühler auch schon im Ausland ausgestreckt. In Brasilien besitzt er zusammen mit seinem Cousin Bauland für ein Projekt, und im April wird er auf Mallorca ein Geschäftshaus eröffnen. Wenn Zahnd etwas macht, macht er es gründlich. So weiss er genau, dass von Zürich aus täglich zehn Direktflüge nach Mallorca zur Auswahl stehen. Das erlaube ihm, regelmässig für zwei bis drei Tage seinen Geschäften auf Mallorca nachzugehen. Zwischen Freizeit und Arbeit unterscheidet er dabei nicht. (Bieler Tagblatt)

Erstellt: 01.02.2012, 07:24 Uhr

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