Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Die Schadstoffe flossen via Aare bis in den Bielersee

Von Brigitte Walser. Aktualisiert am 07.02.2012 2 Kommentare

Die Gefährdungsabschätzung des VBS ergibt Überraschendes: Die höchste Konzentration von Explosivstoffen wurde nicht im Thuner- oder Brienzersee gemessen, sondern im Bielersee.

Sprengungen hinterlassen selbst in entfernten Gewässern Spuren.

Sprengungen hinterlassen selbst in entfernten Gewässern Spuren.
Bild: Markus Hubacher

Die Munition am Grund des Thuner- und des Brienzersees belastet das Seewasser nicht. Dies ergaben Abklärungen des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Die Untersuchungen zeigen aber auch: Im Kanton Bern wurden in mehreren Gewässern Spuren von Explosivstoffen nachgewiesen. Sie stammen nicht von der einst im Thuner- und Brienzersee versenkten Munition, sondern gelangen von aussen in die Seen. Im Schlussbericht, welchen das VBS letzte Woche veröffentlichte, steht: «Überraschenderweise zeigten die Untersuchungsergebnisse im Bielersee im Jahr 2007 die höchsten Konzentrationen von allen Berner Seen.» Die Explosivstoffkonzentrationen im Thuner- und Brienzersee seien im Vergleich dazu bis zu zehnmal tiefer gewesen.

Keine konkrete Gefährdung

Eine konkrete Gefährdung durch die Explosivstoffe bestehe nicht, hält der Bericht fest. Auch Heinz Habegger, Vorsteher des Amts für Wasser und Abfall des Kantons Bern, betont: Selbst die Konzentration, die 2007 im Bielersee gemessen wurde, habe um ein Vielfaches unter den Leitwerten gelegen. Laut Bericht ist es jedoch Aufgabe der Behörden, dafür zu sorgen, dass die Konzentrationen reduziert werden.

Als Quelle für die Schadstoffe im Bielersee konnten unter anderem Betriebe im Raum Thun ausgemacht werden, welche Sprengstoff verarbeiten. Über das Abwasser gelangte dieser in die Aare und von dort bis in den Bielersee. Gemäss Habegger sind dagegen Massnahmen eingeleitet worden, welche sich schnell positiv ausgewirkt hätten.

Der Bau des Gletscherseestollens in Grindelwald hinterliess laut VBS-Bericht ebenfalls Spuren. Sprengstoffrückstände seien via Lütschine in den Brienzer-, den Thuner- und schliesslich in den Bielersee gelangt.

Regelmässige Kontrollen

Weitere Schadstoffquellen sind der ehemalige Munitionsvernichtungsplatz Susten-Steingletscher sowie der Sprengplatz im Gasterntal. Beide Orte sind laut Bericht sanierungsbedürftig. Ob sie saniert werden, steht noch nicht fest. Gemäss Heinz Habegger werden die dortigen Abflüsse überwacht. Dem Brienzer-, dem Thuner- und dem Bielersee würden zudem weiterhin Proben entnommen, um die Schadstoffkonzentration zu überwachen.

Nicht nur in Berner Seen wurden Explosivstoffspuren nachgewiesen. Proben vom Vierwaldstättersee zeigten ebenfalls Belastungen auf. Auch sie sind nicht auf einst versenkte Munition, sondern auf externe Quellen zurückzuführen.Brigitte Walser> (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.02.2012, 07:27 Uhr

2

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

2 Kommentare

Ursula Schüpbach

07.02.2012, 10:20 Uhr
Melden

Die Schweizer Armee nervt fast nur noch. Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?