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Das Solardach entstand in Rekordzeit

Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 30.08.2011 1 Kommentar

Auf dem Stall der Bauernfamilie Stähli in Rapperswil produzieren Solarpanels seit Ende Juli Strom. Die Anlage ist innert fünf Monaten realisiert worden.

Seit Ende Juli haben die 425 Solarpanels auf dem Dach der Familie Stähli 12000 Kilowattstunden Strom produziert. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von drei Haushalten.

Seit Ende Juli haben die 425 Solarpanels auf dem Dach der Familie Stähli 12000 Kilowattstunden Strom produziert. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von drei Haushalten.
Bild: Iris Andermatt

Solarstromförderung

Die Produzenten von alternativen Energien können in der Schweiz sogenannte kostendeckende Einspeisevergütungen (KEV) beantragen. Beim Solarstrom bewegen sich die Beträge je nach Grösse und Typ der Anlage zwischen 25 und 60 Rappen pro Kilowattstunde. Eine Solarfläche mit 500 Quadratmetern erzielt 30 bis 40 Rappen.

Die Fördersumme von jährlich 500 Millionen Franken ist aber zugunsten bestehender Anlagen aufgebraucht. 12000 Anlagen stehen deshalb auf der Warteliste. So können viele Produzenten erst in einigen Jahren von der Förderung profitieren. Sie erhalten vom örtlichen Stromverteiler vorerst nur einen Minimalpreis, der sich im Schweizer Durchschnitt um die 7 Rappen bewegt.

Die Warteliste wird abgebaut, wenn wieder Geld vorhanden ist. Dies ist der Fall, sofern eines der folgenden Szenarien eintritt: Nicht realisierte Anlagen fallen aus der Liste; das Parlament erhöht die Fördersumme;
der Marktpreis für Strom steigt, die Differenz für die Einspeisevergütung wird kleiner. hrh

Stichworte

Die heissen, sonnigen Tage der vergangenen Wochen haben Wirkung gezeigt. Auf dem Bauernhof von Jakob und Rosmarie Stähli in Rapperswil lieferte das neue Solardach auf dem Stall Strom in Hülle und Fülle. Seit die Fotovoltaikanlage Ende Juli in Betrieb genommen wurde, produzierten die Panels gut 12'000 Kilowattstunden. Das entspricht knapp dem jährlichen Verbrauch von drei Haushalten.

Im Stall schaut Jakob Stähli auf die Anzeigen der kleinen Stromfabrik. Seine Augen leuchten, wenn die Zahlen steigen: «Nimmt draussen die Helligkeit zu, schnellt die Leistung sofort in die Höhe.» Auf dem nach Süden ausgerichteten Dach sind 425 Panels mit einer Gesamtfläche von 550 Quadratmetern installiert. Der Strom fliesst ins Netz des lokalen Stromverteilers Elektra Rapperswil.

In fünf Monaten realisiert

Solarstrom zu erzeugen, muss nicht mit jahrelangem Warten verbunden sein. Die Anlage auf Stählis Kuhstall im Weiler Zimlisberg ist in rekordverdächtiger Zeit realisiert worden. Am 22.Februar schickte die Familie das erste Schreiben an die nationale Netzgesellschaft Swissgrid – eine Anfrage, ob die Anlage förderungswürdig sei. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Ende Juni wurden die Panels geliefert. «Bereits am 29.Juli produzierten wir erstmals Strom», sagt Rosmarie Stähli.

Allerdings: Stählis haben die Anlage in Eigenregie gebaut. Und für den eingespeisten Strom erhält die Bauernfamilie von Elektra vorerst nur einen Mindestpreis. Bis Stählis in den Genuss der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) kommen und ihr Solardach damit einen viermal höheren Betrag abwirft, dürften noch einige Jahre vergehen. Denn die Fördersumme des Bundes von 500 Millionen Franken pro Jahr ist momentan aufgebraucht. Auf der Warteliste stehen schweizweit 12000 Anlagen. Erst wenn wieder zusätzliches Geld zur Verfügung steht, können weitere Fördergelder bezahlt werden.

Kosten noch nicht gedeckt

Damit muss Jakob Stähli eine Durststrecke überdauern. Ein Risiko? «Die jetzigen Einnahmen decken nur den Kapitalzins», räumt der Landwirt ein. Seine Familie hat mehrere 100'000 Franken in die Anlage investiert. Reparaturen wären nicht gedeckt, Amortisation oder gar Rendite liegen nicht drin. Doch Stähli ist überzeugt, dass er bald von den KEV-Beiträgen profitieren kann.

Stähli bewirtschaftet mit seinem Sohn Markus einen 28-Hektaren-Betrieb mit 40 Kühen. 2006 wurde ein neuer Laufstall gebaut. Dessen grosses Eternitdach war einer der Faktoren, die für eine Solaranlage sprachen. Ein weiterer: Das örtliche Stromnetz ist stark genug für die Einspeisung. «Hätten wir eine Leitung mit zu kleinem Querschnitt, wäre das Projekt nicht möglich gewesen.» Kommt hinzu, dass es im Kanton Bern für Solaranlagen auf dem Dach keine Baubewilligung braucht, sofern das Haus nicht denkmalgeschützt ist. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.08.2011, 09:35 Uhr

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1 Kommentar

walter bossert

02.09.2011, 16:26 Uhr
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Danke für die weitaus sachlichste Information welche ich seit langem gelesen habe.Endlich giebt es auch brauchbare Diskusionsgrundlagen aus der Schweiz! Antworten



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