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Bootsunglück: Polizei beschlagnahmt Luxusboot
Von Brigitte Jeckelmann. Aktualisiert am 29.07.2010 1 Kommentar
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Am Dienstagnachmittag gegen 14 Uhr sind zwei Schiffe von der Seepolizei mit einem Abschleppkahn am Camping Sutz vorbeigefahren. Bei einem der anschliessenden Privathäuser mit Seeanstoss hat sie haltgemacht. Rund eine Stunde später fuhren die zwei Polizeischiffe wieder in Richtung Erlach. In der Mitte den Abschleppkahn, der eindeutig ein Schiff geladen hatte. Typ und Farbe sind allerdings nicht zu erkennen gewesen, weil dieses mit einer Blache abgedeckt war. So haben es drei voneinander unabhängige Zeugen beobachtet, die ihre Sommerferien zurzeit im Camping Sutz verbringen.
Ein tägliches Thema
Nach wie vor ist das tragische Bootsunglück vom Sonntag, 11. Juli, täglich Thema unter den Campingbesuchern. Deshalb ist für alle klar: Es muss das Schiff eines Verdächtigen gewesen sein, das die Polizei vorgestern mitgenommen hat.
In der Woche zuvor hatte die Polizei laut Beobachtungen mehrerer Urlauber jedes der rund zwei Dutzend Häuser zwischen dem Camping Sutz und dem Ipsacher Hafen kontrolliert. Die betreffenden Häuser werden teilweise als Feriendomizil genutzt.
Polizei will nichts sagen
Die Berner Kantonspolizei will zu den Beobachtungen nicht Stellung nehmen. «Zu einzelnen Schritten sagen wir explizit nichts, um die Ermittlungen nicht zu gefährden und nicht Anlass zu weiteren Spekulationen zu geben», sagt der Sprecher der Kantonspolizei Bern, Michael Fichter.
Generell könne es aber sein, sagt er, dass die Seepolizei verdächtige Schiffe zur genaueren Kontrolle abtransportiere, weil vor Ort die geeigneten technischen Hilfsmittel für die Untersuchung fehlen. Ein solches Hilfsmittel ist zum Beispiel ein Kran, mit dessen Hilfe die Ermittler ein Boot von unten anschauen können. Wie viele Schiffe die Polizei schon kontrolliert hat und was sie dabei genau anschaut, darüber gibt die Kapo keine Auskunft.
Laut Fichter arbeitet die Sonderkommission (Soko) mit Spezialisten aus Regionalfahndung, Kriminal- und Seepolizei sowie weiteren Fachbereichen nach wie vor mit Hochdruck daran, den flüchtigen Unglückskapitän zu finden. Fichter: «Die Auswertung der vielen eingegangenen Hinweise braucht Zeit, und die Suche nach möglichen Spuren ist sehr aufwendig.»
Kurz nach dem Unfall seien mehrere Hundert Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, so Fichter. Inzwischen habe die Flut nachgelassen, es träfen nur noch vereinzelte ein.
Das Schweigen der Polizei ist zwar verständlich, verhindert aber nicht, dass die Gerüchte ins Kraut schiessen.
Der Unfall, bei dem eine junge Frau ihr Leben verlor, beschäftigt die Menschen unvermindert, wie ein Augenschein im Camping Sutz zeigt. Niemand kann verstehen, warum der Kapitän und seine Mitinsassen bis heute schweigen. Eine Kaltblütigkeit, für die selbst Fachleute keine schlüssige Erklärung haben. Die Empörung unter den Urlaubern ist gross. Dass regelmässig in den Medien berichtet und auch spekuliert wird, empfindet eine junge Frau als positiv: «Dies lässt den Täter nicht zur Ruhe kommen», meint sie, und: «Wenn er ein Mensch ist, dann muss er sich doch früher oder später stellen.»
Schweizer nehmen Anteil
Eine andere Campingbesucherin aus dem Kanton Baselland berichtet, sie werde von Bekannten aus der ganzen Schweiz nach Neuigkeiten zum Fall gefragt, weil diese wüssten, dass sie am Bielersee in den Ferien sei. Ein anderer sagt, er könne nicht verstehen, warum die Polizei den Täter noch nicht gefasst hat. Er habe an jenem Sonntag um die Tatzeit herum vom Ufer bei Lüscherz aus ein Schiff beobachtet, das in unsinnigem Tempo in Ufernähe in Richtung Biel gefahren sei. «Den hätten sie doch kriegen sollen», meint er. Gegenwärtig verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die Anstrengungen der Soko doch erfolgreich waren: Die Boulevardzeitung «Blick» spekuliert in ihrer heutigen Ausgabe, dass die Polizei den Unglücksfahrer gefunden hat. (Bieler Tagblatt)
Erstellt: 29.07.2010, 08:33 Uhr
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Paul Thürig
Bleibt nur zu hoffen,dass diese äusserst schreckliche Tat auf dem Bielersee bald aufgeklärt werden kann! Antworten