Bootsdrama: Polizei setzt Sonderkommission zur Suche ein
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Die Seepolizei patrouilliere nach wie vor auf dem Bielersee und in den Häfen, teilten die Berner Untersuchungsbehörden am Mittwoch mit. In die Suche einbezogen seien bereits auch andere Polizeikorps, insbesondere in den Kantonen Solothurn, Freiburg, Neuenburg und Waadt. Die Kommission solle nun die Suche nach dem Boot und dem Bootsführer koordinieren.
Polizei untersuchte erstes Boot
Die Polizei hat laut eigenen Angaben auch drei Tage nach dem Unfall zahlreiche Hinweise erhalten und arbeiten nach eigenen Angaben «auf Hochtouren» am Fall. Nach einem Hinweis wurde etwa ein Boot in der Region Biel durch den kriminaltechnischen Dienst untersucht, es handelte sich dabei aber nicht um das gesuchte Boot.
Bootsfahrer vermuten anderen Bootstyp
Derweil wird in Erlach BE, vor der Bootswerft Faul, rege diskutiert. Fredy Faul ist verärgert über die mediale Ausschlachtung des tragischen Unfalls auf dem Bielersee. Er spricht von «Kannibalismus» und «Rundumschlag». Denn er sieht alle Boesch- und Pedrazzini-Fahrer vorverurteilt und die gehören zu den Kunden seiner Werft. «Es ist denkbar schwierig, ein Boot richtig zu erkennen. Vor allem bei einem Umfall, da passiert ja alles so schnell», sagt er. Wie solle man da den Holzrumpf eines Boesch-Bootes von jenem eines anderen unterscheiden können. Für Faul ist darum ganz und gar nicht sicher, dass es sich tatsächlich um einen Fahrer dieser zwei Bootstypen handelt.
Silvia Sager von der Werft Rohn ist ebenfalls überrascht, dass es sich beim Unfallfahrer ausgerechnet um einen Boesch- oder Pedrazzini-Lenker handeln soll. «Mit solchen Booten wird normalerweise nicht gerast, sondern gecruist», sagt sie. Sie habe «schwere Bedenken», dass ein solcher Cruiser für den Unfall verantwortlich sein soll. «Das ist einfach untypisch für diese Kundschaft.»
Könnte nicht anhand der wohl defekten Schiffsschraube festgestellt werden, wer der Täter ist? Fredy Faul glaubt nicht, dass der Unfall Spuren hinterlassen habe. Ein Mechaniker hält es hingegen für möglich, dass die Schiffsschraube verbogen worden sein könnte. In einem Punkt ist man sich einig: Sie alle hoffen, dass der Fall bald aufgeklärt wird. Denn, so Faul: «Bei dieser Nachricht fühlte sich jeder Böötler unwohl.» In den letzten 75 Jahren sei nur ein solcher Fall wie jener vom Sonntag passiert, gibt Sager zu bedenken.
Weitere Zeugen gesucht
Auch drei Tage nach dem Unglück sucht die Kantonspolizei Bern weiter Zeugen. Der Lenker soll laut Zeugenaussagen ein 55- bis 65-jähriger Mann mit leichter Stirnglatze gewesen sein. Vermutlich befanden sich weitere Personen auf dem Motorboot.
Hinweise an: 032 344'51'11. (Reto Hunziker, met, js/sda)
Erstellt: 14.07.2010, 18:40 Uhr







