Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Böse Songtexte – aber nicht rechtsextrem

Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 09.08.2011 8 Kommentare

Rechtsextreme Symbole auf Kleidern von Besuchern und Songtexte, welche die Gewalt verherrlichen: Die Rockkonzerte vom Wochenende stuft Szenekenner Hans Stutz trotzdem nicht als rechtsextreme Anlässe ein.

Artikel zum Thema

«Nicht bedrohlich»: Gemeindepräsident Beat Stauffer. (Bild: Iris Andermatt)

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Hat der Niederrieder Gemeinderat einen Anlass bewilligt, der rechtsextremes Gedankengut verbreitete? Die beiden Konzertabende von Freitag und Samstag auf dem Festplatz Grien lassen solche Vermutungen aufkommend. Die Bands aus Deutschland und der Schweiz, die dort auftraten, sind bekannt für ihre harte Musik und ihre Texte. Darin werden teils gewalttätige Szenen zelebriert und Gewalt verherrlicht. Auf dem Festgelände sah man auf Kleidern von Besuchern Symbole, die dem Rechtsextremismus zugeordnet werden.

Trotzdem stuft Hans Stutz, Journalist und Kenner der rechtsextremen Szene, den Anlass nicht als rechtsextrem ein. «Die Bands deuten eher auf Bierrandale und laute Musik hin. » Er vermutet aber, dass es an den Konzerten auch rechtsextreme Besucher hatte. Stutz sieht als Motivation des Anlasses nicht Rechtsextremismus. Es sei darum gegangen, was die Veranstalter angekündigt hätten: eine Onkelz-Nacht. Der Name ist eine Anspielung auf die deutsche Band Böhse Onkelz, die in ihren Anfangsjahren teils rassistische und gewaltverherrlichende Songs veröffentlichte – und auf Kritik stiess. Später und bis zum Rücktritt der Gruppe 2005 wurde sie jedoch kaum mehr dem Rechtsextremismus zugeordnet.

In Niederried traten unter anderen die Gruppen Berserker, Kneipenterroristen, Stainless Steel und Krawallbrüder auf. In einigen ihrer Songtexte sind Gewalt und Terror ein Thema. Im Lied «Henker» singen die Berserker aus Berlin zum Beispiel: «Ich sehne mich nach Deinem Leid, Deine Qual ist es, die mich befreit. Das Gefühl in mir, wenn sich die Axt erhebt und die Seele aus Deinem Körper schwebt.»

Statthalter hatte gemahnt

Bewilligt wurden die Konzerte vom Niederrieder Gemeinderat. «Wir wussten, welche Musik etwa gespielt wird, aber die Namen der Bands und deren Texte waren uns nicht bekannt», sagt Gemeindepräsident Beat Stauffer (parteilos). Der Gemeinderat habe sich bei seinem Entscheid auf die positiven Erfahrungen von 2010 gestützt, als ein solcher Anlass stattfand. Regierungsstatthalter Gerhard Burri – er war zuständig für die Wirtebewilligung – hatte die Behörde zwar aufmerksam gemacht, dass es bei einer Band Probleme geben könnte. Stauffer: «Damals war die Bewilligung für den Anlass schon erteilt.»

«Alle Vorgaben eingehalten»

Der Gemeindepräsident war am Freitag und am Samstag auf dem Festplatz, um sich ein Bild zu machen. Stauffer stellt klar, dass die Veranstalter alle Vorgaben eingehalten hätten und die Atmosphäre auf dem Festplatz nicht bedrohlich oder gewaltbereit gewesen sei. «Ich hörte, dass die Musik und die Texte hart waren. Aber als ich dort war, wurde nicht Rechtsradikalismus verherrlicht.» Man könne sich streiten, ob man alles verbieten wolle, auch wenn die Vorgaben erfüllt seien.

Bis gestern hat Beat Stauffer keine negativen Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten. Er kann sich deshalb vorstellen, dass der Gemeinderat die Rockkonzerte auch im nächsten Jahr bewilligt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.08.2011, 06:27 Uhr

8

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

8 Kommentare

Bernhard Rieder

09.08.2011, 10:35 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Nach dem gestrigen Artikel musste man ja davon ausgehen, dass an diesem Fest Nazis Nazisachen gemacht haben. In diesem Artikel tönt das jetzt etwas anders. Was davon stimmt den jetzt? Antworten


Melanie Fröhlich

10.08.2011, 13:16 Uhr
Melden 3 Empfehlung

rechtsextreme personen gehen auch ins kino und zur arbeit...
rechtsextreme hören nun mal oi!, metal, techno sogar punk und hiphop... und deshalb werden sie auch in zukunft an solchen anlässen teil nehmen.
die frage ist doch: verläuft das fest friedlich? und dieses fest IST friedlich verlaufen
Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?