Bieler SVP hält Parteiabspaltung für «wenig zielführend»
Abgang: René Schlauri verlässt die Bieler SVP.
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Mit den Abtrünnigen verabschiede sich der eher «etatistisch- konservative Flügel» der Bieler SVP. Die Partei könne damit nun ihre Ideen konsequenter vertreten. Sie wendet sich nach eigenen Angaben unter anderem gegen staatliche Bevormundung und ein aufgeblasenes Staatswesen.
Man wolle eine Politik «des gesunden Menschenverstandes und der Vernunft, bei der Rassismus, Sexismus und Standesdünkel keinen Platz haben», heisst es in der Mitteilung der Bieler SVP weiter.
Streit entzündet sich am Kampf um Gemeinderatssitz
Der Streit zwischen Schlauri, einer Handvoll Parlamentarier und der SVP hatte sich an der Frage entzündet, ob die Partei sich um den Gemeinderatssitz des zurücktretenden Hans Stöckli bewerben soll. Dem stimmten die SVP-Parteimitglieder zu.
Sollten sich bei den anderen bürgerlichen Kräften keine aussichtsreichen Kandidaten finden, schlägt die Bieler SVP Beat Feurer als Kandidaten vor, wie sie am Donnerstag weiter mitteilte. Feurer ist unter anderem Präsident der Gay SVP Schweiz.
Schlauri gehörte einst zur Freiheitspartei
Die sechs abtrünnigen Gemeinde- und Stadträte haben eine «Bieler Volkspartei» (BVP) gegründet, wie sie am Mittwochabend bekannt gaben. Diese will auf lokaler Ebene tätig sein.
Gemeinderat René Schlauri war bis 2009 Mitglied der Freiheitspartei. Nach Machtkämpfen mit Freiheitspartei-Ikone Jürg Scherrer vor den Bieler Wahlen, wurde Schlauri im Februar 2009 aus der Freiheitspartei ausgeschlossen. Er wechselte zur SVP.
Kurzlebiges Experiment im Berner Oberland
Dass Parteiabspaltungen nicht immer oder nur kurzfristig von Erfolg gekrönt sind, bewies die im Jahr 2000 von abtrünnigen Freiheitsparteilern gegründete Bürgerliche Gewerbe- und Volkspartei (GVP).
Auf lokaler Ebene konnte sie in Steffisburg vorübergehend einen Achtungserfolg erzielen. 2006 war die Partei aber bereits wieder Geschichte und die Mandatsträger wechselten zur SVP. (vh/sda)
Erstellt: 12.08.2010, 13:55 Uhr

