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Beatrice Simon: «Wahlkampf unterster Schublade»
Von Ralph Heiniger. Aktualisiert am 30.03.2010 14 Kommentare
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Führungsloses Seedorf?
Am 1.Juni tritt Beatrice Simon ihr neues Amt als Regierungsrätin an. Damit verliert Seedorf seine Gemeindepräsidentin. Die nächsten Gemeindewahlen stehen am 7.November auf dem Programm. «Wir haben uns noch keine Gedanken darüber gemacht, wie wir die Nachfolge regeln könnten», sagt Gemeindeschreiberin Nadine Harnischberg. Demnächst wird sich der Gemeinderat an einen Tisch setzen, um die Situation zu analysieren. Denkbar wäre, dass ihr Vize Hans Peter Heimberg (SVP) die Aufgaben der Gemeindepräsidentin übernimmt oder dass jemand in den Rat nachrutscht.
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Die frisch gewählte Regierungsrätin Beatrice Simon spricht Klartext: «Das hat mich persönlich sehr verletzt. Ich habe mich fünfzehn Jahre lang als Gemeinderätin und -präsidentin für Seedorf eingesetzt. Ich habe nie etwas getan, was der Gemeinde schadet.»
Verletzt ist die BDP-Politikerin wegen der Chutzenturm-Affäre, die kurz vor den Wahlen Thema wurde. Der Seedorfer Gemeinderat unterstützt das Projekt Chutzenturm mit einem befristeten Darlehen über 250'000 Franken. Der Bund der Steuerzahler monierte, dass der Gemeinderat seine Finanzkompetenzen überschritten habe. Geschäftsführer des Bundes der Steuerzahler ist SVP-Grossrat Thomas Fuchs. In Leserbriefen wurde die Gemeindepräsidentin daraufhin frontal angegriffen.
Kein Alleingang
Simon: «Das ist Wahlkampf der untersten Schublade.» Sie habe dieses Darlehen nicht einfach im Alleingang beschlossen, sondern der Seedorfer Gemeinderat. In dem siebenköpfigen Gremium sitzen auch drei Vertreter der SVP. In ihrer Heimatgemeinde musste Simon den beiden SVP-Kandidaten Albert Rösti und Christoph Neuhaus den Vortritt lassen und erreichte bei den Regierungsratswahlen den dritten Platz. Einerseits ist Seedorf eine SVP-Hochburg, andererseits will Simon nicht ausschliessen, dass ihr die Chutzenturm-Affäre geschadet hat. «Genützt hat es ganz sicher nicht», sagt sie. «Solche Geschichten verunsichern die Wählerinnen und Wähler.»
Untersuchung läuft
Thomas Fuchs spielt den Ball zurück: «Mit der Bewilligung dieses Kredits so kurz vor den Wahlen hat Simon selbst Wahlkampf betrieben.» Seedorfs SVP-Präsident Gregor Meister will sich zurzeit nicht zum Thema äussern. Der Regierungsstatthalter untersucht die Angelegenheit. Simon sagt, sie blicke der Untersuchung gelassen entgegen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.03.2010, 15:05 Uhr
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14 Kommentare
Wenn ich Frau Simon wäre, dann würde ich mich wegen dem Wahlresultat in der eigenen Gemeinde, wo sie sogar noch Gemeindepräsidentin ist, in Frage stellen. Und wenn sie Kritik so schlecht erträgt, dann hat sie jetzt ein denkbar schwieriges Amt bekommen. Nur mit medialen Rundumschlägen gegen die scheinbar so böse SVP kann sie nicht vier Jahre lang punkten. Jetzt gilt für sie: Liefere statt lafere. Antworten
Füchse sind eben keine Bären. Dort wo früher die BGB bärenstark und tief verwurzelt war, hat die neue BGB, die BDP, sozusagen eine "Auferstehung" gefeiert. Auf dem guten alten Humus neu ersprossen. Da wird noch ab und zu ein Fuchs rumschleichen. Ist der Bär dann gross und stark, werden sich die Füchse verziehen ;-) Antworten
Ja - was ist jetzt wichtig? Die Freude ob dem errungenen Mandat oder das Gejammer, wie bereits gestern Morgen im Radio gehört? Für Exekutivleute auf Kantonsebene werden wohl eher Kritiken als Lobhudeleien an der Tagesordnung sein. Würde bringt Bürde oder Schuster(in) bleib bei deinen Leisten. Im Regierungsrat zählt primär SEIN vor SCHEIN - ich bin gespannt auf die Frau Regierungsrätin Simon...! Antworten
Frau Simon, machen Sie doch ganz einfach das, was dem bisherigen Regierungsrat im Kanton Bern zu seiner glanzvollen Wiederwahl verholfen hat: lösungsorientierte Sachpolitik und das Parteibuch möglichst vergessen. Das erwarten wir parteilose Wähler von der Regierung ........ und es werden alle Füchse ins leere laufen ! Antworten
Man (Frau) muss halt nicht aufs Land ziehen, nur damit sie Erfolg für eine politische Karriere machen kann. Auch der Parteiwechsel zur BDP war durch Karrieregelüste motiviert. Wenn man als vieljähriges Gemeinderatsmitglied und Gemeindepräsidentin es nicht schafft, im eigenen Kaff zu gewinnen, gibt das zu denken. Entweder dominiert in diesem Nest die SVP oder Simon's Arbeit hat nicht überzeugt. Antworten
Thomas Fuchs ist Synonym für Unterste Schublade. Nicht umsonst gibts den Ausspruch: "das war fuchsdumm!" Auch anders-Begabte haben einen legitimen Anspruch auf politische Vertretung. Und Herr Fuchs kommt diesem Auftrag sehr versiert nach! Frau Simon wünsche ich alles Gute und viel Glück! Antworten
@a b: Wenn ich so schlecht Deutsch könnte, würde ich meinen Namen auch nicht nennen ;-) Zum Inhalt: Vielleicht ist das Stimmvolk gescheiter als die SVP/FDP-Strategen denken: Die jetztige Regierung ist aus intelligenten Leuten zusammengesetzt, die das Kollegialsystem mittragen und geeignet sind, Aufgaben zu lösen. Besser jedenfalls als der Bundesrat: Mehrheitlich bürgerlich, aber völlig ziellos. Antworten
Frau Simon, wenn sie kritik nicht vertragen konnen dann sind sie die nächsten 4 Jahre zu bedauern, denn ein Regierungsrat ist im Schussfeld ob von links oder rechts. Im übrigen wird bei uns Bürgerlichen hoch gejubelt über die Sitzgewinne im Parlament und vergisst dabei das wir die grossen Verlierer sind weil wir mit einem solchen Stimmenanteil die Wende in der Regierung nicht geschafft haben. Antworten




kurt habegger
Bis letzte Woche hatte ich noch einigermassen Respekt vor einem Regierungsratsmandat - seit letzten Sonntag musste ich diese Meinung revidieren - scheinbar genügt die nötige Ueberheblichkeit und ohne entsprechende Führungsqualitäten, in ein solches Amt gewählt zu werden. Wenn man nicht einmal im Stande ist, in der Gemeinde die Finanzkompetenzen zu kennen, kann sich der Kanton Bern ja freuen. Antworten