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Sein Ziel: Kollegen besuchen

LenkFünf Wanderstunden von der Zivilisation entfernt, beendet Willy Romang am heutigen Tag seine Zeit als Hüttenwart der Wildhornhütte. Er wirft einen Blick zurück auf sein bewegtes Leben als Bergführer.

Macht letztmals die Fensterläden dicht:?Willy Romang beendet heute seine Zeit als Hüttenwart der SAC-Wildhornhütte.

Macht letztmals die Fensterläden dicht:?Willy Romang beendet heute seine Zeit als Hüttenwart der SAC-Wildhornhütte. Bild: Bruno Petroni

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Es ist eine schattige Angelegenheit Anfang Oktober bei der SAC-Wildhornhütte: Das 2937 Meter hohe Schnidehorn ist derzeit ein wenig höher als die Bahn der Sonne, sodass deren wärmende Strahlen erst nach Mittag die mitten im Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen liegende Hütte erreichen. Entsprechend pegelt sich das Thermometer nur knapp über dem ­Gefrierpunkt ein.

In der Hütte riecht es erfrischend nach Reinigungsmitteln. Willy Romang ist dabei, das ­Gebäude auf den Winter vorzubereiten. Heute Samstag macht er die Wildhornhütte winterdicht. Zum allerletzten Mal, denn mit Erreichen des Pensionsalters will Willy Romang sein Hüttenwartmandat nach 14 Jahren ab­geben.

So hat der gelernte Zimmermann künftig Zeit, Sandro, seinen jüngsten von vier erwachsenen Kindern, beim Bau dessen neuen Heims zu unterstützen.

400-mal auf dem Piz Palü

Langweilig wird Willy Romang bestimmt nicht, denn «diesen Herbst hab ich die Jagd völlig verpasst. Das will ich ab nächstem Jahr ändern. Und dann will ich künftig auch mal meine ehemaligen Kollegen in den anderen SAC-Hütten besuchen gehen.» Das gelegentliche Führen von Gästen auf die Berggipfel will der 65-jährige Gstaader beibehalten.

Schon als Hüttenwart führte er rund 50-mal Hüttengäste auf den Gipfel des Wildhorns (3248 Meter) hinauf. Diese Anzahl Besteigungen ist jedoch bescheiden, wenn man sie mit seinen früheren Jahren vergleicht, wo er als Bergführer in Diensten der Bergsteigerschule Pontresina mit Gästen rund 400-mal auf dem 3900 Meter ­hohen Piz Palü gestanden hatte.

Die Nachfolger sind bekannt

In seiner letzten Woche als Hüttenwart konnte Willy Romang trotz Schatten und herbstlicher Kälte noch bis zu 15 Hüttengäste pro Abend beherbergen. «In diesem Sommer stellte ich fest, dass vor allem die ausländischen Wanderer fehlen», zieht Romang ­Bilanz. «Immerhin kamen viele Familien hierhinauf, und an den Wochenenden waren oftmals alle 96 Schlafplätze ausgebucht, sodass ich mit meiner letzten ­Saison zufrieden sein kann, wenn sie auch etwas schlechter war als die im letzten Jahr.»

Zeit für einen kurzen Rückblick hat Willy Romang trotzdem: «Die schwierigste Zeit war der Umbau vor 2 Jahren, als ich von Februar bis Oktober den Hüttenbetrieb trotz Grossbaustelle aufrechterhalten musste. Das war eine grosse Belastung, ein mühsames Jahr.» Nachfolger von ­Willy Romang werden ab nächstem Jahr Monika und David Schmid aus Oberburg.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 08.10.2016, 08:29 Uhr

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