Gstaad

Ein wahrer erfundener Krimi

Gstaad«Die Schneefrau», ein Kriminalroman von Thomas Bornhauser, ist frei erfunden, doch wahrheitsgetreu sehr wohl nachvollziehbar. Die Lektüre – im knappen Protokollstil geschrieben – ist spannend von A bis Z.

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Der Berner Autor Thomas Bornhauser, als Sohn eines Diplomaten die Welt bereist, als jahrelanger Journalist bestens bewandert mit Recherchen aller Art, schreibt Kriminalromane, die im Berner Oberland stattfinden.

Der zweite, kürzlich im Thuner ­Weber-Verlag erschienen, «Die Schneefrau», handelt von einem Leichenfund in Gstaad, der die einheimischen Ermittler auf die Spuren einer Naziraubkunst- ­Geschichte führt. Um den Mord aufzuklären, nehmen sie Kontakt auf mit der Salzburger Polizei und lösen dabei nicht nur den Mordfall, sondern stossen gleichzeitig auf eine internationale Drehscheibe im Kunsthandel, wobei es um den Juden im Zweiten Weltkrieg geraubte Bilder geht.

Ein Ortsfetischist

So wie Bornhauser die Tat- und Ermittlungsorte beschreibt – bis ins kleinste Detail –, so genau finden sie die Leser in Wirklichkeit vor. Er hat auch genauestens die Reichen und Superreichen in Gstaad studiert, ist bestens im Bild über die gehobene Gesellschaft, weiss, wie es im Inneren der Villen aussieht, die nach aussen artig den Chaletstil präsentieren.

Thomas Bornhauser hat die Reichen und Superreichen in Gstaad studiert, weiss, wie es im Inneren der Villen aussieht. 

Er weiss aber auch, wie der Polizeiapparat funktioniert, wie die einzelnen Abteilungen arbeiten. Er weiss Bescheid über die internationale Fahndungsarbeit und entsprechend über rechtliche Hürden, die es zu überwinden gilt.

Leser als Ermittler

Schritt um Schritt verfolgt Bornhauser die Arbeit der Ermittler. So akribisch genau, dass die Leser selbst voll involviert sind. Sie lösen lesenderweise sozusagen den Fall. Dass da echte erfahrene Profis am Werk sind, geht auch daraus hervor, dass Privates zwischen Polizeikollegen am Rande des Geschehens und nur ganz durchsichtig spürbar wird.

Das ganze Buch ist in knappem Protokollstil, rein sachlich geschrieben und jagt von Vermutung zu Vermutung, von Erkenntnis zu Erkenntnis. Die, wie der Autor selbst sagt, frei erfundene Geschichte wird zu einem authentischen Kriminalfall, die fingierten Polizeirapporte zu einer spannenden Verbrecherjagd, die sich in dieser Form durchaus hätte abspielen können.

Die Orte Gstaad und Oberhofen (im ersten Roman «Fehlschuss») werden durch Bornhausers Feder um eine Sensation reicher, die durch Einheimische leicht nachzuempfinden ist, da sich der Autor detailliert mit der Gegend abgibt, worin er seine Geschichte «pflanzt». (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.12.2016, 16:57 Uhr

Thomas Bornhauser. (Bild: zvg)

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